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Wirtschaft
09 August 2022, 14:28

Golowtschenko: Trotz Sanktionen weist Wirtschaft hohe qualitative Gleichgewichtsindikatoren auf

Roman Golowtschenko
Roman Golowtschenko

MINSK, 09. August (BelTA) - Dennoch weist die belarussische Wirtschaft unter dem Einfluss der Sanktionen und der damit verbundenen Herausforderungen historisch hohe qualitative Gleichgewichtsindikatoren auf, erklärte Premierminister Roman Golowtschenko auf einer Sitzung des Ministerrats über die Wirtschaftsleistung inmitten der Sanktionen und die Bewältigungsstrategien unter dem Vorsitz des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko.

Der Regierungschef stellte fest, dass das Umfeld für die Wirtschaftsleistung wesentlich schlechter geworden sei, weil die gegen Belarus verhängten Sanktionen seitens einiger Länder die ganze Ausfuhrkette – von Lieferungen bis Gewinnung von Erträgen – beträfen. Wie der Premierminister berichtete, waren zum Ersatz von wegen der Sanktionen ausgefallenen Gewinnen weitere Maßnahmen für Produktionszuwachs und Exporte in alternativen Bereichen getroffen worden. Die Zusatzproduktion der bestimmten Waren wird erlauben, Bruttoherstellung zu erhöhen und Zusatzerträge zu gewinnen.

"Die Warenexporte nehmen jeden Monat zu und erreichten im Juni fast das Niveau des Vorjahres, und nach Russland erreichten sie mit $2 Mrd. ein Allzeithoch", sagte Roman Golowtschenko.

"Die Wirtschaft ist geschrumpft, weist aber unserer Ansicht nach historisch hohe qualitative Gleichgewichtsindikatoren auf. Das lässt die hohe Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft an externe Schocks, Angemessenheit und Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen unterstreichen", sagte Roman Golowtschenko und führte betreffende Daten an.

So ist die Bruttoauslandsverschuldung auf dem niedrigsten Stand für die letzten sieben Jahre; die Schuldenlast der Unternehmen nimmt ab; die Schuldenquote liegt knapp über 50 %, was innerhalb der letzten sechs Jahre die beste Leistung sei. Der Anteil der verlustbringenden Unternehmen ist um den Faktor 1,5 zurückgegangen, und die Rentabilität der Verkäufe ist mit 8,1 % so hoch wie seit 10 Jahren nicht mehr. Die ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich im ersten Quartal auf $1,8 Mrd. netto und erreichten damit den höchsten Stand im gesamten Überwachungszeitraum. "Dadurch lässt sich bestätigen, dass trotz des äußeren Drucks das Investitionsimage des Landes, das seine Zuverlässigkeit widerspiegelt, und die aktive Arbeit am Reinvestieren von ausländischen Unternehmen bestehen bleiben“, so Roman Golowtschenko.

Im Zeitraum von Januar bis Juli wurde ein Außenhandelsüberschuss von $2,3 Mrd. erzielt, was ebenfalls einen historischen Höchststand darstellt. "Auf diese Weise wird ein maximaler Devisenzufluss aus dem Außenhandel verzeichnet, was wiederum die Stabilität des Devisenmarktes gewährleistet. Jetzt gibt es keine Ungleichgewichte mehr, die eine Belebung des Wirtschaftswachstums verhindern können", betonte Roman Golowtschenko.

Bezogen auf die Aufgaben der Regierung in der nahen Zukunft erklärte der Premierminister, er wolle die Entwicklung der Nichtrohstoffzweigen, die auf den ausländischen Märkten wettbewerbsfähig sein würden, so weit wie möglich unterstützen. Es ist geplant, die Ausfuhren nach Russland auf $23 Mrd. zu steigern, das beträgt 40 % mehr als im vergangenen Jahr. Mit China gibt es einen Exportantrag in Höhe von $2 Milliarden, was dem 2,2-fachen des Vorjahres entspricht. Die Auslandsexporte werden ebenfalls auf mehr als $9 Mrd. steigen. Darüber hinaus ist der Entwurf eines Abkommens über ein Darlehen Russlands für die Durchführung von Importsubstitutionsprojekten in der Endphase. "Bis Ende des Jahres werden sieben Projekte im Wert von $330 Mio. gestartet, die von den Parteien als dringlich eingestuft werden", erläuterte Roman Golowtschenko, wobei er präzisierte, dass es sich um Projekte zur Herstellung von Beleuchtungsanlagen und Zubehörteile für die Maschinenbauindustrie handeln wird.

Der Premierminister bezeichnete die Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlergehens der Bevölkerung als eine absolute Priorität für die Regierung. Nach ihm wurde eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um das Einkommenswachstum aufrechtzuerhalten: eine Erhöhung des Basissatzes im Haushaltssektor (um 4,5 % seit dem 1. Januar, mit einer zweiten Erhöhungsstufe ab diesem Herbst), eine 14-prozentige Erhöhung des Mindestlohns seit dem Jahresbeginn, gefolgt von einer Indexierung. Die Betriebsrenten wurden zum 1. März um 7 % und zum 1. August um 10 % erhöht. "Infolgedessen wird die durchschnittliche Höhe der Altersrente eines nicht erwerbstätigen Rentners im August Br 638 betragen. Das ist ein Anstieg um fast 25 % im Vergleich zum August des Vorjahres", so der Regierungschef.

„Die Regierung ist der Ernsthaftigkeit der Lage und ihrer Verantwortung für die Erfüllung der vor ihr gestellten Aufgaben bewusst. Der Erfolg hängt von der Mobilmachung, Konzentration, Schnelligkeit beim Entscheidungstreffen ab. Unsere Wirtschaft steht unter dem härtesten Druck und hat sich natürlicherweise ein bisschen zusammengeklappt. Ich bin aber der Auffassung, dass diese Phase schon vorbei ist. Kein Schock ist da. Die Aufgaben sind gestellt. Die Menschen wissen, was zu tun. Das Ziel ist die Aufgaben zu erfüllen“, sagte Roman Golowtschenko.

Bei der Sitzung wurden auch die Leistungen und Probleme der Industrie, Landwirtschaft und Bauunternehmen erörtert.

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