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Wirtschaft
16 August 2022, 16:29

Indien und Belarus suchen nach Wegen, Schwierigkeiten in gegenseitigem Handel zu überwinden

MINSK, 16. August (BelTA) - In Indien und Belarus suchen Führungskräfte und Wirtschaftsvertreter aktiv nach Wegen, die von der Pandemie und den Sanktionen verursachten Schwierigkeiten im gegenseitigen Handel zu überwinden. Das sagte heute Alok Ranjan Jha, der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter Indiens in Belarus, in dem er heute die Fragen von Journalisten beantwortete.

Der Diplomat ist überzeugt, dass die Hauptaufgabe des Botschafters darin bestehe, die wirtschaftlichen Beziehungen zum Empfangsstaat zu entwickeln und zu stärken. Was die Zusammenarbeit zwischen Indien und Belarus angeht, so bleibt sie Jahr für Jahr in Höhe von etwa einer halben Milliarde US-Dollar. So betrug der bilaterale Handelsumsatz im Jahr 2021 567 Mio. US-Dollar. "Diese Zahl ist für unsere Länder nicht so groß, sie liegt weit unter dem Potenzial, das zwischen Belarus und Indien besteht", so der Botschafter.

Kalidünger machen traditionell den größten Anteil der belarussischen Exporte nach Indien aus, gefolgt von Stickstoffdüngern, Reifenrohstoffen und einigen Stahlsorten. Indien exportiert nach Belarus vor allem medizinische Produkte, Rohstoffe für Tabakerzeugnisse, Tabakraffinerieprodukte, Baumwollgarn, elektrische Transformatoren, Tee, Kaffee, Reis und einige Nylonprodukte.

Wie Alok Ranjan Jha erläuterte, besteht zwischen den beiden Ländern eine langjährige und stabile Zusammenarbeit in Bereichen wie Pharmazie, Maschinenbau, Landmaschinen und Verteidigungsindustrie. Der Botschafter sieht jedoch großes Potenzial für eine künftige Zusammenarbeit in Informationstechnologien, Handel (Internet der Dinge) und Industrie.

Der Leiter der diplomatischen Mission sagt aber, dass es ihm jedoch manchmal schwer fällt, indische Geschäftsleute von einer Zusammenarbeit mit Belarus zu überzeugen, weil ihnen das Land sehr klein erscheint: "Sie zeigen kein großes Interesse, weil die Landgröße nicht mit der Indiens vergleichbar ist. Und meine Hauptaufgabe besteht darin, zu unterrichten, dass Belarus ein Tor ist, wodurch sie größere Märkte erschließen können.“

Auf den Handel zwischen den Ländern haben auch neue Schwierigkeiten, die von der Pandemie und den Sanktionen verursacht sind, Einfluss genommen. All dies hat sich negativ auf die Logistik ausgewirkt und zu Schwierigkeiten bei der Abwicklung von Zahlungen geführt. "Aber unsere Regierungs- und Wirtschaftsvertreter kommunizieren untereinander, um einen Ausweg aus dieser Lage zu finden", sagte der Botschafter. Ihm zufolge geschieht das Gleiche in Belarus. So suchen die Behörden des Landes gemeinsam mit dem Hersteller und Lieferanten der Kalidünger nach alternativen Möglichkeiten, die Waren nach Indien zu liefern, nachdem die Ausfuhr aus dem Hafen von Klaipeda verboten wurde. "Diese neuen Herausforderungen führen dazu, dass unser Handelsumsatz weit unter seinem wahren Potenzial liegt", bedauert Alok Ranjan Jha.

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