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07 Juli 2022, 15:43

Neuausrichtung Asien: Was ist zu berücksichtigen?

MINSK, 07. Juli (BelTA) – Oleg Makarow, Geschäftsführer des Belarussischen Instituts für Strategische Studien, sprach vor dem Expertenseminar "Neuausrichtung Asien: Aktuelle Lage, Probleme und Zukunftsperspektive" darüber, was bei der Neuausrichtung auf den asiatischen Markt berücksichtigt werden sollte.

"Das ist nicht unser erstes Seminar zu diesem Thema. Wir arbeiten nun schon seit einem Jahr am Projekt „Neuausrichtung Asien“. Wir versuchen, die Absichten auf eine strategische Ebene zu bringen. Heute richten sich Unternehmen schon neu aus, und das Business selbst sucht wegen der Sanktionen, denen es ausgesetzt ist, nach Möglichkeiten, neue Märkte zu erschließen. Wir glauben, dass die Hinwendung zu Asien zu einem landesweiten Projekt von globaler Tragweite wird", sagte Oleg Makarow.

"Die derzeitigen Vorgaben zwingen uns dazu, darüber nachzudenken, wie wir aus der Sanktionsfalle, in die man uns zu treiben versucht, herauskommen können. Und das ist ziemlich schwer. Insbesondere im Hinblick auf die Ausrichtung auf Asien hat diese Geschichte mehrere Facetten. Der erste Punkt ist die Logistik. Die Schwierigkeit bei der Neuausrichtung auf den Osten liegt für Belarus natürlich an hohen logistischen Verlusten. Aber auch die Vorteile dieses Umschwungs sind offensichtlich. Diese Märkte entwickeln sich sehr aktiv, und die Bedürfnisse der Bevölkerung nehmen ständig zu. Alles zusammen gibt uns Chancen", so Oleg Makarow.

Beim nächsten Querschnitt geht es um Mentalität. "Die asiatischen Länder haben eine sehr ausgewogene Einstellung zu dem, was in der Welt geschieht, zu den Turbulenzen, in denen wir uns befinden, und sie haben Verständnis für Belarus und unsere Politik. Das ist sehr wichtig. Wir, die aus der Sowjetunion stammen, stehen den asiatischen Ländern nahe. In Bezug auf den Wohlfahrtsstaat wie auch in vielen anderen Fragen sind wir dem fernöstlichen Bogen sehr nahe. Natürlich gibt es Punkte, bei denen wir mehr Interaktion herstellen müssen. Hauptsächlich geht es um Mentalitäten, das Verstehen des asiatischen Marktes und der Kultur, was extrem wichtig ist", betonte er.

"Der dritte Schnitt ist natürlich die Konjunktur, d.h. wir sollten berücksichtigen, was der asiatische Markt braucht, was wir selbst dort verkaufen und wie wir uns entwickeln wollen. Es wäre dabei interessant, sich nicht nur durch Verkaufen zu entwickeln, sondern auch durch Wachstumspunkte, den Erwerb neuer Kompetenzen, die gemeinsamen Finanzinstrumente, gemeinsame Produktionen und so weiter. Dies ist ein Hinweis auf die Langfristigkeit dieses Umschwungs", sagte Oleg Makarow anschließend.

Das Expertenseminar "Neuausrichtung Asien: Aktuelle Lage, Probleme und Zukunftsperspektive" wird vom Belarussischen Institut für Strategische Studien und dem Nationalen Zentrum für Marketing und Preisstudien organisiert. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts "The Big Game 2.0 in Asia" statt und fällt zeitlich mit dem Jahrestag seines Starts zusammen. Das Ziel des Seminars wäre, auf Expertenebene kritisch und offen die tatsächliche Lage, aktuelle Probleme und die Perspektive der künftigen nationalen Ausrichtung nach Asien zu analysieren und anschließend praktische Empfehlungen zu entwickeln. Der Schwerpunkt liegt auf den aktuellen Aspekten und Problemen des Diversifizierungsprozesses der außenwirtschaftlichen und sonstigen Beziehungen von Belarus in der asiatischen Region, auch im Hinblick auf den externen Sanktionsdruck. Die Teilnehmenden versuchen, realistische Aussichten für die Steigerung der Bedeutung des belarussischen Portfolios in Asien, systemische Faktoren, die die Entwicklung der Zusammenarbeit mit den Ländern dieses langen Bogens behindern, sowie notwendige Schritte zur Überwindung von Hindernissen zu skizzieren, die einer wirksamen Förderung der nationalen Interessen von Belarus in der asiatischen Region im Wege stehen mögen.

An der Veranstaltung nehmen teil die leitenden Kräfte des Nationalen Zentrums für Marketing, des Belarussischen Instituts für Strategische Studien, der Agentur für Außenwirtschaftliche Aktivitäten, Belarussischen Industrie- und Handelskammer, Verwaltung des Chinesisch-Belarussischen Industrieparks "Great Stone", die Vertreter des Außenministeriums, der Belarussischen Universellen Warenbörse und anderer Organisationen sowie die Spitzendiplomaten der belarussischen diplomatischen Vertretungen in den wichtigsten asiatischen Ländern.

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