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Wirtschaft
12 Mai 2022, 20:06

Tscherwjakow: Belarussische Wirtschaft befindet sich im Strukturwandel

MINSK, 12. Mai (BelTA) – Die Wirtschaft von Belarus befindet sich im Strukturwandel. Das sagte Wirtschaftsminister Alexander Tscherwjakow der Telegraphenagentur BelTA im Anschluss an die Sitzung der Repräsentantenkammer der Nationalversammlung.

Nach der Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes im Zeitraum Januar-April 2022 gefragt erwiderte der Minister, die Wirtschaft funktioniere stabil. Die Regierung analysiere ununterbrochen die Situation in allen Sektoren und Regionen des Landes. Problematische Fragen würden schnell angesprochen und Lösungen gefunden. Einer besonderen Kontrolle würden Unternehmen unterliegen, die man als BIP- und stadtbildende Unternehmen bezeichnen könne

„MAZ, MTZ, BELAZ, Gomselmasch, Minsker Motorenwerk und andere Flaggschiffe der Industrie sind komplett ausgelastet. Ihre Auftragsbücher sind für die nächsten 3 bis 4 Monate ausgeschrieben. Außerdem deuten die jüngsten Daten der monatlichen Meinungsumfragen unseres Wirtschaftsinstituts auf positive Veränderungen in der Dynamik des Industrieoptimismus-Indexes, des Nachfrageniveaus, der Kapazitätsauslastung und der Produktion hin. Dies deutet darauf hin, dass die Befragten ihre kurzfristigen Entwicklungsaussichten positiv einschätzen“, sagte Alexander Tscherwjakow.

„Die beispiellosen Sanktionen wirken sich zweifellos auf die Tätigkeit unserer Unternehmen aus, da sie den Zugang zu den Absatzmärkten, die Versorgung mit bestimmten Bauteilen, Rohstoffen und Hilfsgütern verhindern. Der Handel mit der Ukraine, der im vergangenen Jahr 11% der Ausfuhren ausmachte, wurde vollständig eingestellt. Unsere Organisationen arbeiten aktiv an der Neuausrichtung der Exporte nach Russland, China und und in andere Länder. Es werden neue Logistikwege gebaut“, betonte der Minister.

In den Monaten Januar/April wird erwartet, dass das BIP um 2% gegenüber dem Vorjahresniveau zurückgehen wird. Einen erheblichen negativen Beitrag leisten die von Sanktionen betroffenen Branchen. Traditionell im Plus sind die Branchen Lebensmittelverarbeitung, Fahrzeuge, Holzverarbeitung, Pharmazeutika, Elektronik und andere.

„In diesem Jahr ist der Frühling etwas später gekommen, trotzdem führen die Landwirte die Aussaatarbeiten erfolgreich durch. In diesem Jahr wird die Ausbringung von Düngemitteln um fast ein Drittel höher sein als im letzten Jahr. Die landwirtschaftlichen Betriebe werden mit Treibstoff und Schutzausrüstung versorgt, der Maschinenpark ist technisch auf dem neuesten Stand. All dies schafft die Grundlage für eine gute Ernte und das Erreichen der geplanten Ziele am Ende des Jahres. Der Wohnungsbau ist dem Zeitplan voraus. Alle Regionen haben ihre Ziele erreicht. Der Export von Bauleistungen in die Russische Föderation ist in Ordnung, sein Volumen ist im ersten Quartal um 13% gestiegen“, sagte der Leiter des Wirtschaftsministeriums.

„Bei den Dienstleistungen wachsen wir weiter in den Bereichen IT und Einzelhandel. Die Lage auf dem Verbrauchermarkt hat sich im April nach einer gestiegenen Nachfrage nach Zucker, Getreide, Öl und anderen Rohstoffen stabilisiert. Der Personenverkehr, insbesondere in die Russische Föderation, nahm nach der Aufhebung aller Beschränkungen zu. Es werden neue Routen nach Süden und Südosten entwickelt“, sagte Alexander Tscherwjakow.

Was den Außenhandel betrifft, so stiegen die Warenexporte und Dienstleistungsexporte im ersten Quartal um $0,5 Mrd. oder 5%. Der positive Saldo betrug bei den Waren fast $1 Mrd. und bei den Dienstleistungen $1,2 Mrd. Das Hauptwachstum bei den Warenexporten wurde von den Herstellern von Lebensmitteln, Fahrzeugen, Holz- und Metallerzeugnissen erzielt. Bei den Dienstleistungen war der Beitrag des IT-Sektors, des Verkehrs und der Finanzdienstleistungen am größten.

„Die Regierung will in erster Linie sicherstellen, dass die Menschen die Auswirkungen von Sanktionen nicht zu spüren bekommen. Dazu müssen die rückständigen Sektoren, die den Beschränkungen von außen unterliegen, in Gleichgewicht gebracht werden. Heute haben wir einen klaren Algorithmus für unsere Maßnahmen aufgestellt. Wir wissen, dass sich die belarussische Wirtschaft in einem strukturellen Wandel befindet. Logistikketten, Liefer- und Absatzmärkte werden umstrukturiert. Der Anteil des Dollars und des Euro am Abwicklungssystem nimmt ab, während der Anteil der russischen und belarussischen Währungen zunimmt. Die Einfuhren von Bauteilen und Rohstoffen werden durch einheimische Produkte oder solche aus befreundeten Ländern ersetzt. Ein Problem ist die unterentwickelte Infrastruktur auf den neuen Verkehrswegen. All dies zu verbessern, scheint realistisch zu sein. Es wird Zeit brauchen, um den gesamten Wirtschaftsmechanismus umzubauen. Die Hauptsache ist, dass die Unternehmen weiterarbeiten, Arbeitsplätze schaffen und Löhne zahlen und dass der Staat seinen sozialen Verpflichtungen nachkommt“, betonte der Minister.

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