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Wirtschaft
06 Dezember 2021, 20:02

Westliche Sanktionspolitik schafft zusätzliche Anreize für den Ausbau der Beziehungen zu China

MINSK, 6. Dezember (BelTA) – Die von den westlichen Ländern betriebene Sanktionspolitik schafft zusätzliche Anreize für eine dynamische Entwicklung wirtschaftlicher Beziehungen zwischen Belarus und China. Diese Meinung äußerte Leiter des Wirtschaftsinstituts an der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Belarus, Wassili Gurski, der Telegraphenagentur BelTA. So kommentierte er die Richtlinie Nr. 9., die den Weg für eine intensivere strategische Partnerschaft zwischen Belarus und der Volksrepublik China bis 2025 ermöglichte.

„Dieser Schritt ist eine logische Fortsetzung der Außenwirtschaftspolitik unseres Landes nicht nur in den Beziehungen zur China, sondern zu vielen anderen Ländern der Region. Eine nicht sichere außenwirtschaftliche Konjunktur, europäische und US-amerikanische Sanktionen, Auswirkungen der Pandemie und andere Faktoren stellen für alle Länder ohne Ausnahmen neue wirtschaftliche und soziale Risiken dar und versprechen noch mehr Herausforderungen und Bedrohungen. Es liegt auf der Hand, dass unter solchen Umständen der Bedarf vieler Länder an konstruktiver Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung erheblich zunimmt. Für Belarus besteht auch ein wachsender objektiver Bedarf an geografischer Diversifizierung und in bestimmten Fällen an einer Neuausrichtung der Exporte. Die Sanktionspolitik des Westens und eine freundschaftlich gesinnte Haltung östlicher Nachbarstaaten schaffen starke zusätzliche Anreize für eine dynamische Entwicklung der Außenwirtschaftsbeziehungen mit Russland und China“, sagte Wassili Gurski.

„Es sind aber nicht nur die westlichen Sanktionen, die uns nach Osten schauen lassen. Neue Machtzentren wie China, Indien, Brasilien, die Türkei und der Iran verzeichnen ein überproportionales Wirtschaftswachstum. Zwischen 2000 und 2020 hat sich das BIP der USA in Kaufkraftparität verdoppelt, das BIP der EU ist um das 2,1-fache, das BIP Chinas um das 6,6-fache, das Russlands um das 4,1-fache, das Indiens um das 4-fache und das der Türkei um das 3,9-fache gestiegen. Es findet eine Umverteilung der Märkte und Einflussbereiche in der Weltwirtschaft statt“, so der Experte. Ihm zufolge charakterisiert der BIP-Indikator in Kaufkraftparität die Gesamtnachfrage, die wiederum als ein Anziehungspunkt für Handel und Investitionen dient und Innovationen vorantreibt. Das Volumen an Gesamtnachfrage bestimmt, wie tief die Arbeitsteilung ist. Und sie wird zum wichtigsten Faktor für die Steigerung der Produktivität und Senkung der Produktionsstückkosten, d. h. zum wichtigsten Faktor für weiteres Wirtschaftswachstum.

Nach Gurski habe der belarussische Außenhandel heute im Osten mehr Chancen. Das lasse sich aufgrund der Bedeutung der Länder für die belarussischen Exporte und der Gesamtdynamik ihrer Entwicklung feststellen. „China nimmt im Außenhandel mit Waren den dritten Platz unter allen Handelspartnern der Republik Belarus ein: Ihr Anteil lag 2020 bei 7,3%. Die gegenseitigen Handelsbeziehungen zwischen Belarus und China zeigen eine positive Entwicklungsdynamik und haben im Jahr 2020 mit einem Außenhandelsumsatz von über $4,5 Mrd. einen historischen Höchststand erreicht. In den letzten fünf Jahren ist der Umsatz des gegenseitigen Handels zwischen Belarus und China um mehr als das 1,4-fache gestiegen. Die weitere Entwicklung des Handels und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit China ist neben der eurasischen Wirtschaftsintegration einer der Schlüsselbereiche der Außenwirtschaftspolitik unseres Landes“, ist der Experte überzeugt.

Nicht nur Belarus schaut in Richtung Osten. Auch seine Partner in der GUS, der EAWU und im Unionsstaat beschleunigen ihren Handel mit China. „Es wird eine stetige Verschiebung wirtschaftlicher Interessen beobachtet ebenso wie eine Neuausrichtung der Handelsströme auf dynamische Volkswirtschaften wie China. Diese objektiven Prozesse bilden im Vergleich zu Sanktionen stärkere Anreize für eine Annäherung China“, betonte Wassili Gurski.

Seiner Meinung nach erfordert eine weitere Vertiefung der belarussisch-chinesischen Wirtschaftskooperation neue Formate. Sie umfassen die interregionale Zusammenarbeit, eine stärkere Präsenz der belarussischen Wirtschaft in den Provinzen und Städten Chinas, wachsende Attraktivität belarussischer Regionen für chinesische Investoren, Waren- und Dienstleistungshersteller. „Die vom Staatschef unterzeichnete Richtlinie Nr. 9 über die Entwicklung der bilateralen Beziehungen zwischen Belarus und China wird dazu beitragen, das Potenzial der strategischen Partnerschaft zwischen unseren Ländern weiter zu vertiefen und besser auszuschöpfen. Sie bezieht such auch auf die Schaffung von Bedingungen für ein nachhaltiges und umfassendes Wirtschaftswachstum, Schaffung eines innovativen und digitalen Umfelds, Verbesserung des Wohlergehens und der Lebensqualität der Bürger und Aufbau einer für beide Seiten vorteilhaften und gleichberechtigten Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern“, so der Experte.

Die Volksrepublik China ist und bleibt ein verlässlicher Partner von Belarus, das weiterhin freundschaftliche Beziehungen unterhält und sich um den Aufbau gegenseitiger Beziehungen bemüht.

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