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Politik
22 April 2022, 16:52

Belarussischer UN-Vertreter über Sanktionen, Konflikt in der Ukraine und drohende Hungersnot

MINSK, 22. April (BelTA) – Belarus wird weiterhin seinen Beitrag zur internationalen Ernährungssicherheit leisten und sich für die friedliche Beilegung des Konflikts in der Ukraine einsetzen. Das erklärte der Berater der Ständigen Vertretung von Belarus bei den Vereinten Nationen, Igor Pilipenko, auf einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates zum Thema „Konflikt und Hunger“.

Der belarussische Diplomat wies darauf hin, dass der Hunger manchmal durch objektive Faktoren verursacht werden kann: Klimawandel, Naturkatastrophen und Epidemien. Manchmal ist die Hungersnot jedoch das Ergebnis bewusster politischer Entscheidungen. „Das beste Beispiel für die letzten Entscheidungen sind einseitige Zwangsmaßnahmen, die im Zusammenhang mit Konflikten eingeführt werden. Es ist wichtig zu erkennen, dass solche einseitigen Zwangsmaßnahmen, unabhängig von ihrer Form oder ihrem Format, schwerwiegende Auswirkungen auf Konflikte und Bemühungen zur Bekämpfung des Hungers weltweit haben. Einseitige Zwangsmaßnahmen schaffen ein feindliches Umfeld, das den Friedensprozess untergraben kann, indem es Konflikte verlängert und menschliches Leid unnötig verschlimmert. Sie verringern oder verhindern auch die Handelsströme, was die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln und die Mittel zu ihrer Erzeugung drastisch beeinträchtigt“, betonte Igor Pilipenko.

Nach seinen Angaben ist die aktuelle Situation rund um den Konflikt in der Ukraine ein Paradebeispiel für die Auswirkungen solcher einseitiger Zwangsmaßnahmen. „Belarus hat schon immer einen bedeutenden Beitrag zur weltweiten Ernährungssicherheit geleistet, indem es Agrar- und Lebensmittelprodukte, Landmaschinen und Technologien, Kali- und Mehrnährstoffdünger in mehr als 100 Länder exportiert hat. Einseitige Zwangsmaßnahmen gegen belarussische Exporte im Zusammenhang mit dem Konflikt in der Ukraine, insbesondere gegen Kalidünger, haben bereits zu höheren Weltmarktpreisen für Düngemittel und Lebensmittel geführt und tragen zur weltweiten Ausbreitung des Hungers bei“, so der Berater.

Der belarussische Diplomat weist jedoch darauf hin, dass die Sanktionen gegen Belarus noch nicht in vollem Umfang zum Tragen gekommen sind. Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation und des Welternährungsprogramms führt der Mangel an Düngemitteln zu einer Verringerung der Ernteerträge um mindestens 50 %.

In diesem Zusammenhang unterstützt Belarus die Forderung des UN-Generalsekretärs, die Lebensmittelmärkte offen zu halten und Handelsbeschränkungen und Ausfuhrverbote aufzuheben, um den internationalen Handel mit Lebensmitteln und Düngemitteln sowie die inländische und weltweite Nachfrage zu unterstützen.

„Konflikte sind an sich schon verheerende Phänomene, die Hunger verursachen, und sollten nicht durch einseitige Zwangsmaßnahmen und ähnliche Aktivitäten verschärft werden. Trotz der illegalen und böswilligen restriktiven Maßnahmen wird Belarus weiterhin einen Beitrag zur internationalen Ernährungssicherheit leisten und sich nach Kräften für eine friedliche Beilegung des Konflikts in der Ukraine einsetzen“, fasste Igor Pilipenko zusammen.

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