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Politik
30 März 2022, 20:07

„Ein Spucken ins Gesicht“: Belarussische Diplomaten bei Gedenkfeier zu KZ-Befreiung unerwünscht

MINSK, 30. März (BelTA) – Die Entscheidung, belarussische Diplomaten von den Gedenkfeiern zum 77. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora in Thüringen auszuschließen, ist mehr als eine gewöhnliche Demarche. Das ist eine direkte Beleidigung der Völker jener Länder, die einen entscheidenden Beitrag zur Zerschlagung des Faschismus in Europa geleistet haben. Das sagte Sprecher des belarussischen Außenministeriums Anatoli Glas heute vor Journalisten.

„Die Botschaft der Republik Belarus in der Bundesrepublik Deutschland hat ein offizielles Schreiben des Direktors der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora erhalten, in dem mitgeteilt wurde, dass belarussische Diplomaten an den von der deutschen Seite organisierten Gedenkveranstaltungen zur Befreiung der genannten Konzentrationslager nicht teilnehmen dürfen. Wir sind der Meinung, dass diese rein emotionale und konjunkturbedingte Entscheidung in keiner Weise gerechtfertigt werden kann, wenn man bedenkt, dass Belarus im Zweiten Weltkrieg Millionen von Opfern zu beklagen hatte und dass dutzend Tausende Belarussen in zahlreichen NS-Konzentrationslagern, zu denen Buchenwald und Mittelbau-Dora gehörten, ihr Leben verloren haben“, sagte der Sprecher.

„Nichteinladung von Diplomaten zu solchen Gedenkfeiern ist keine gewöhnliche Demarche, sondern eine direkte Beleidigung der Völker jener Länder, die einen entscheidenden Beitrag zur Zerschlagung des Faschismus in Europa geleistet haben. Das ist de facto ein Spucken ins Gesicht jener, die die Schrecken der Nazi-Konzentrationslager überlebt haben.“

Der Sprecher des Außenministeriums wies darauf hin, dass die belarussischen Diplomaten in Deutschland auf jeden Fall das Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus und an die Häftlinge der Konzentrationslager, einschließlich Buchenwald und Mittelbau-Dora, in Ehren halten werden, so wie es auch im vergangenen Jahr der Fall war, als aufgrund von staatlich angeordneten Corona-Beschränkungen keine Massengedenkveranstaltungen abgehalten werden konnten.

„Wir hoffen aufrichtig, dass der Dialog zwischen Belarus und Deutschland zu den sensiblen Themen wie Gedenken und Versöhnung auch in Zukunft fortgesetzt wird und dass solche emotionalen Entscheidungen eine einmalige Ausnahme sind und der gemeinsamen Aufarbeitung der Geschichte keinen irreparablen Schaden zufügen“, resümierte Anatoli Glas.

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