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Politik
14 Juli 2021, 14:55

Gigin: EU-Sanktionen wurden zum starken Auslöser für belarussisch-russische Integration

MOSKAU, 14. Juli (BelTA) – Die vom kollektiven Westen gegen Belarus eingeführten Sanktionen wurden zum starken Auslöser für belarussich-russische Integration. Diese Meinung äußerte Wadim Gigin, Dekan der Fakultät für Philosophie und Sozialwissenschaften der BGU, bei einer Videobrücke zwischen Minsk und Moskau.

„Wenn wir über die Sanktionen, politische Krise in Belarus und ihre Wirkung auf den Bau des Unionsstaates Belarus-Russland reden, so haben wir es mit einem starken Auslöser zu tun“, sagte Gigin. „Es mag paradox klingen, aber die politische Krise in und rund um Belarus hat auch viele Prozesse im Unionsstaat in Gang gesetzt. Der Diskurs dreht sich nicht nur um die Wirtschaft sondern auch um die gemeinsamen Herausforderungen und Bedrohungen, Sicherheit und gemeinsame Ideologie.“

Gemeinsame Bedrohungen, mit denen sich Belarus und Russland im gegen die beiden Staaten entfesselten hybriden Krieg konfrontiert sehen, werden dazu führen, dass die Beziehungen innerhalb der Union weiter gestärkt werden. „Wir befinden uns im Moment nicht in der Phase normaler internationaler Beziehungen. Es wäre eine große Übertreibung, wenn wir sagen würden, dass die Lage einfach etwas kompliziert ist. Die Lage ist nicht kompliziert, vielmehr findet eine Denormalisierung der internationalen Beziehungen statt, und in dieser Situation kommt es wirklich zur Stärkung der Beziehungen zwischen Russland und Belarus“, sagte Gigin.

„Der zweite Punkt ist meiner Meinung nach sehr wichtig: Es gab Versuche, Russland in eine Anti-Belarus-Koalition hineinzuziehen“, fuhr Gigin fort. „Mit der Prämisse: Egal wer an die Macht kommt, die Beziehungen zu Russland werden sowieso fortgesetzt. Aber heute schreiben wir das Jahr 2021. Und heute sieht die Situation anders aus. Eine der Aufgaben der äußeren Kräfte, die in die belarussische Krise verwickelt waren und jetzt Sanktionen verhängen, war eben die Zerstörung des Unionsstaates. Das heißt, wir müssen verstehen, dass eines der Hauptziele der externen Akteure darin bestand, Russland und Belarus zu trennen. Außerdem war es ein mehrstufiges komplexes Spiel, das viel früher als am 9. August begann. Die Schwächung der Beziehungen zwischen Russland und Belarus, die Diskreditierung des Unionsaufbaus – das waren Voraussetzungen für die Zerstörung des politischen Systems, das sich in der Republik Belarus gebildet hat. Ich glaube, dass seriöse Experten keinen Zweifel haben: hätte das alternative Team bei den Wahlen gesiegt, könnten wir über die Zukunft des Unionsstaates einfach vergessen. Heute müssten wir über die Demontage der Integration sprechen.“

Der Experte prognostiziert den wachsenden Sanktionsdruck auf Russland und Belarus. „Die Subjektivität des Unionsstaates kommt in Berichten, Plänen, Äußerungen westlicher Politiker ausgerechnet in der Krise zum Vorschein. Bis vor kurzem haben sie versucht, die Existenz des Unionsstaates zu ignorieren“, sagte Wadim Gigin.

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