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20 Mai 2022, 19:27

Golowtschenko über Helsinki-2: Belarus hat sein Bestes getan, um Spannungen in Europa abzubauen

MINSK, 20. Mai (BelTA) – Belarus hat sein Bestes getan, um die Spannungen in Europa abzubauen. Das sagte der belarussische Premierminister Roman Golowtschenko im Interview mit dem Fernsehsender Al Arabiya.

Der Regierungschef erwähnte im Gespräch mit Al Arabiya den von Alexander Lukaschenko initiierten Friedensdialog, der in Belarus den inoffiziellen Namen „Helsinki-2“ bekommen hat.

„Wir versuchen unsererseits, alles Mögliche zu tun, um die Spannungen in Europa abzubauen. Der Westen wollte lange nicht bemerken, worauf Belarus auf internationaler Ebene mehrmals aufmerksam machte, und zwar auf die Notwendigkeit eines neuen integrierten europäischen Sicherheitssystems. Wir haben damals die Wurzeln des Konflikts vorausgesehen und ahnten, wohin die Politik des Westens führen würde. Wir haben überall gesagt, dass wir einen neuen umfassenden europäischen Friedensvertrag brauchen, der die Helsinki-Vereinbarungen ersetzt, die ihre Aufgabe leider nicht mehr erfüllen“, sagte Roman Golowtschenko.

Nach seiner Meinung war es schon damals offensichtlich, dass die europäischen Politiker ein neues System der gegenseitigen Kontrolle auf dem Kontinent schaffen sollten. „Das wurde besonders relevant, nachdem der Vertrag über die Abschaffung von Mittelstreckenraketen und Raketen mit kürzerer Reichweite gekippt wurde. Das war wahrscheinlich das Schlüsselereignis, das die Grundlagen der internationalen Sicherheit untergraben hat. Ich glaube, dass der Westen durch sein Handeln und die unbegründeten Anschuldigungen gegen Russland die ganzen Ereignisse verursacht hat. Sein Handeln wurde zum Katalysator für Turbulenzen in Europa. Zu diesem Zeitpunkt erkannten wir die Gefahr. Wir haben vorgeschlagen, eine neue Konferenz zu veranstalten und Konzepte für das europäische Sicherheitssystem auszuarbeiten. Wir wurden weder gehört noch wahrgenommen“, sagte der Premierminister.

Nach Ansicht des belarussischen Regierungschefs befindet sich die Welt heute auf einem sehr dünnen Eis. „Vieles deutet darauf hin, dass die Welt vor einem neuen Weltkrieg steht. Was heute passiert, passierte kurz vor dem Ausbruch der ersten beiden Weltkriege. Viele Länder sind in den Konflikt hineingezogen worden, es gibt eine massive Propaganda, sehr viele Falschinformationen, gegenseitige Anschuldigungen wegen Völkermordes und Kriegsverbrechen. Die Spannungen werden geschürt. Der Westen liefert sehr viele Waffen an die Ukraine – und dieser Faktor trägt nicht gerade zu einer friedlichen Lösung des Konflikts bei. Wer diese Waffen liefert, versteht das auch. Deshalb ist die Situation angespannt und kompliziert. Ich hoffe, dass die Staats- und Regierungschefs der Welt, vor allem die des Westens, genug Gelassenheit und Weisheit aufbringen, um die Welt nicht an den Rand zu treiben“, sagte er.

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