Projekte
Services
Staatsorgane
Flag Freitag, 3 Februar 2023
Minsk -5°C
Alle Nachrichten
Alle Nachrichten
Politik
03 November 2022, 17:16

Meinung: Asien ist sich seiner Stärke bewusst und kann dem Druck des Westens widerstehen

MINSK, 3. November (BelTA) – Asien ist sich seiner Stärke immer mehr bewusst und kann dem Druck des Westens widerstehen. Diese Meinung äußerte der Politologe Alexej Beljajew im Youtube-Projekt der Telegraphenagentur BelTA „W teme“ (Thema im Gespräch).

„Die G7-Länder, die sogenannte „goldene Milliarde“ des kollektiven Westens, lehnen sich nicht einfach zurück und sehen zu, wie sie von der Konkurrenz überholt werden. Sie haben gewisse Hoffnungen, dass es in der Familie der Asien-Staaten verborgene Konflikte gibt, die nicht zum Vorschein kommen und die man aber für seine Zwecke nutzen kann. Nachbarstaaten China und Indien müssen zum Beispiel heftige Konflikte austragen. Auch zwischen den muslimischen Ländern im Nahen Osten gibt es gegenseitige Schuldzuweisungen. Dort gibt es in der Regierung ganze Lobbygruppen, die sich an Westen orientieren. Das alles kann irgendwann sehr geschickt genutzt werden“, sagte Alexej Beljajew.

„Allerdings sollte man verstehen, dass Asien seinen Platz und seine Stärke erkannt hat oder kurz davor ist. Wenn Joe Biden Saudi-Arabien auffordert, die Ölproduktion zu erhöhen, wird diese nicht nur nicht erhöht, sondern sogar reduziert. Das treibt den Ölpreis nach oben, was für Amerika äußerst unangenehm ist. Das geschieht ganz offen und ohne Zweideutigkeit. Heute verstehen sich die asiatischen Länder als Subjekte der internationalen Beziehungen, die auch das Recht auf das Sagen haben“, meint Alexej Beljajew.

Als Beispiel nannte der Politikwissenschaftler Taiwan. Als Joe Biden erklärte, dass Amerika die Unabhängigkeit Taiwans mit allen Mitteln verteidigen werde, erhielt er eine harsche Antwort von China, das entlang der gesamten Umgebung Taiwans Übungen durchführte: „Wir haben eine gemeinsame Kampagne russischer und chinesischer Geschwader an der Nordküste Amerikas beobachtet, die es so noch nie gegeben hat. Wir sehen, dass Asien bereit ist, auf Herausforderungen zu reagieren. Ein neues starkes Asien ist im Entstehen – und diesem Prozess wird mit viel Druck von außen begegnet.“

Außerdem, so Alexej Beljajew, hat Nordkorea die gesamte US-Diplomatie in ihre Schranken verwiesen. „Als sich Donald Trump mit Kim Jong-un versöhnen wollte, behauptete er, es seien Vereinbarungen zur Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel getroffen worden. Die USA haben dabei nichts getan und hatten nicht die Absicht, etwas auch ansatzweise zu unternehmen. Sie wollten mit Nordkorea genauso umgehen wie einst mit der Sowjetunion. Ein zweites Mal hat es nicht geklappt. Heute setzt Nordkorea seine Nukleartests fort, startet seine Raketen, die weiter fliegen und potenziell die US-Küste erreichen können. Und der Westen kann dem nichts entgegensetzen. Wenn sich das kleine, aber stolze Nordkorea unter diesen Umständen so etwas erlauben kann, dann sollte man sich vorstellen, was das ebenso stolze, aber viel größere China tun kann. Außerdem wird sie von Russland unterstützt, das auch seinen eigenen Stolz hat. Es ist das einzige Land, das nicht nur ein Gegner der USA sein kann, sondern Amerika in einer ganzen Reihe von militärischen und technischen Indikatoren übertrifft“, resümierte der Politikwissenschaftler.

Abonnieren Sie uns auf
Twitter
Letzte Nachrichten aus Belarus