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Politik
17 Oktober 2022, 19:50

Politologe: Warum hat der Westen Nutzen davon, Belarus zu provozieren

MINSK, 17. Oktober (BelTA) – Der russische Politologe und Dozent am Lehrstuhl für politische Theorie der MGIMO (Moskau) Kyrill Koktysch hat im Interview mit der Telegraphenagentur BelTA erzählt, warum seiner Meinung nach der Westen Belarus in den Ukraine-Konflikt hineinziehen will.

Der Politologe ist überzeugt: Der Westen wird nicht aufhören, Belarus zu provozieren. „In diesem Sinne reicht nur ein Blick auf die Landkarte. Und es geht nicht darum, was die ukrainische Staatsführung tut, sondern was der Westen tut. Der Westen schaut auf alles mit seinen Augen. Passen Sie auf: Objektiv gesehen ist der Weg nach Kiew und die Abgrenzung des Gebiets Lwow vom belarussischen Territorium schneller zu erreichen als über Donbass. Und wenn der Westen eine Attacke planen würde, würde er diese Option unbedingt in Betracht ziehen. Er hätte keine Minute und keine Sekunde gezweifelt. Der Westen würde in dieser Situation alles tun, um den größten Nutzen zu schlagen. Weil jeder die anderen nach sich berechnet. Daher fällt es dem Westen sicherlich schwer, in der gegebenen Situation vorzustellen, dass man sich von ganz anderen Einstellungen ausgehen könnte“, sagte er.

Belarus hat das Recht, auf seinem Territorium alle Maßnahmen zu ergreifen, um seine Sicherheit zu gewährleisten, erklärte Kyrill Koktysch. „Daran gibt es überhaupt keine Zweifel“, betonte er. „Wer das aber hinterfragt, und ich meine externe Akteure, der stellt merkwürdige Fragen. Denn was Belarus tut, heißt eigene Sicherheit gewährleisten. In dieser Hinsicht ist es klar, dass die Argumentation ihrer eigenen Logik folgt. Andererseits erinnern sie sich an die Geschichte von Fürst Gortschakow, der Bismarck kultivierte. Jedes Mal, wenn Bismarck einen Krieg gegen Österreich anzettelte, ließ das Russische Reich an der österreichischen Grenze Militärmanöver durchführen. Österreich verlangte von Russland die Zusicherung, dass Russland keinen Angriff gegen Österreich plane. Aber letztendlich musste Österreich seine Truppen an der Grenze halten und verlor regelmäßig gegen Bismarck“.

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