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Politik
08 September 2022, 10:54

Thema im Gespräch: Warum haben ukrainische Politiker Friedensinitiativen von Minsk nicht unterstützt

Foto: Unsplash
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MINSK, 8. September (BelTA) – Politik-Experte und Publizist aus Russland Anatoli Wasserman hat im YouTube-Projekt der Telegraphenagentur BelTA „Thema im Gespräch“ erklärt, warum die Minsker Friedensinitiativen von den ukrainischen Politikern nicht vollständig verstanden wurden.

„Die große Mehrheit der ukrainischen Bürger sind Russen. Im Jahr 2008 führte der bekannte soziologische Dienst Gallup eine große Meinungsumfrage für den gesamten postsowjetischen Raum durch. Es gab Dutzende von Fragen, und der Einfachheit halber druckten sie Formulare aus, wo es Stellen gab, die die Befragten selbst ausfüllen mussten. Diese Fragen wurden in zwei Sprachen gestellt. Einmal in der Muttersprache der jeweiligen Region, zum Beispiel Armenisch in Armenien, Baschkirisch in Baschkirisch usw. Und es gab Formulare in russischer Sprache. Bei der Auswertung stellte es sich heraus, dass in Russland und in der Ukraine 5 von 6 Befragten Formulare ausgefüllt haben, wo die Fragen in russischer Sprache formuliert waren. Zum Vergleich: In Belarus waren es 14 von 15 Befragten. In Georgien und Armenien hat nur eine Person von 15 die Formulare in russischer Sprache ausgefüllt. Diese Tatsachen beweisen also, dass die Mehrheit der ukrainischen Bürger Russen sind“, so Anatoli Wasserman.

Er erklärte weiter: „Das wiederum bedeutet, dass die "Berufsukrainer", d.h. Menschen, die sich von der Abtrennung der Ukraine vom Rest Russlands einen gewissen Nutzen versprechen, gegen die Interessen der großen Mehrheit ihrer Mitbürger handeln. Und es ist klar, dass solche Aktionen früher oder später mit offener Gewalt unterstützt werden müssen. Deshalb kann eine unabhängige Ukraine ohne massive Gewalt nicht existieren.“

„Die Ukraine war sehr stolz darauf, dass der erste Staatsstreich im Jahr 2004, als die Wahlergebnisse annulliert wurden, unblutig verlief. Aber genauso unblutig machte das ukrainische Volk bei den nächsten Wahlen das Ergebnis des Staatsstreichs rückgängig und wählte Janukowitsch erneut zum Präsidenten. In Wirklichkeit war der erste Staatsstreich darauf abgezielt, Janukowitsch zu entmachten. Deshalb wurde der zweite Staatsstreich im Jahr 2014 mit offener Gewalt durchgeführt, damit niemand auf die Idee käme, seine Ergebnisse rückgängig zu machen. Und ging man mit denjenigen, die die Ergebnisse des Staatsstreichs nicht akzeptierten, gewaltsam um. Und das ganze Gerede über die Minsker Vereinbarungen und eine friedliche Lösung des Konflikts blieb nur Gerede. Hätte man den Konflikt friedlich gelöst, würde das ukrainische Volk die Ergebnisse des Putsches unweigerlich und sehr bald wieder rückgängig machen“, resümierte Anatoli Wasserman.

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