Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko ist am 13. März zu einem Arbeitsbesuch in den Kreis Dribin (Mogiljow) gefahren. Dieser Besuch hatte mehrere Aspekte. Erstens: Produktion von Fleisch und Milch, Entwicklung des Rinderbestandes. Die Nachfrage besteht sowohl in Belarus als auch im Ausland. Das bedeutet ein gutes Exportpotenzial.
Zweitens: Soziale und wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen, zum Beispiel im Kreis Dribin. Dribin ist eine städtische Siedlung mit nur etwa 3.000 Einwohnern. Es ist das kleinste Kreiszentrum des Landes. Alexander Lukaschenko erinnerte daran, wie ihm früher wiederholt vorgeschlagen wurde, diesen Kreis aufzulösen und anderen Kreisen zuzuordnen. Doch der Präsident ließ sich darauf nicht ein: Der Status einer Kreishauptstadt hat gewisse Vorteile.
Nun besteht die Aufgabe darin, in diesem Kreis Beschäftigung zu schaffen. Darin sah Alexander Lukaschenko das Hauptziel seiner Arbeitsreise in die Region. Beschäftigung sei mehr als nur Arbeit, das seien Investitionen, Steuereinnehmen und letztendlich bessere Entwicklungschancen. Der Kreis Dribin ist ein Agrarstandort. Mit dem Stand der Dinge wollte sich Alexander Lukaschenko auf dieser Reise vertraut machen.
Während des Arbeitsbesuchs griffen Alexander Lukaschenko und die ihn begleitenden Beamten immer wieder auf Karten zurück, auf denen die Kreisgrenzen und die auf seinem Gebiet befindlichen Landwirtschaftsbetriebe eingezeichnet sind. Es wurde besprochen, wie man die erfolgreichen Erfahrungen nutzen kann. Und dies auch auf den Ländereien der benachbarten Kreise. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass der kleine Kreis Dribin künftig größer wird, aber nicht als eine administrative Einheit, sondern wirtschaftlich. Als Beispiel erwähnte man den Landwirtschaftsbetrieb „Dserschinski“, der in mehreren Kreisen des Gebiets Minsk Ländereien erwarb und zu einem großen Produzenten nicht nur auf regionaler, sondern auf landesweiter Ebene wurde.
„Ich schlage vor, dass Sie gemeinsam mit dem Gouverneur über die Entwicklung des Kreises Dribin nachdenken. Vielleicht könnte man irgendwelche Projekte in Kooperation mit anderen Kreisen stemmen. Dribin wäre dann ein normaler Kreis, mit ganzen Wirtschaften, die Teile anderer Kreise sind“, sagte der Präsident.
Einer der Wachstumspunkte in Dribin ist die Fleischwirtschaft, unter anderem die Rinderzucht. Alexander Lukaschenko besuchte den Zuchtbetrieb für Hereford-Rinder. Innerhalb von fünf Jahren soll der Rinderbestand landesweit verdoppelt werden. Daran sind Zuchtbetriebe in fünf Regionen des Landes beteiligt. „Wir werden uns vergrößern. Bis 2030 werden wir den Rinderbestand von 5.000 auf 10.000 verdoppeln“, sagte Landwirtschaftsminister Juri Gorlow.
Die Rinderzucht hat großes Exportpotential. Die Nachfrage im Ausland ist hoch. Und das betrifft nicht nur die Zuchttiere, sondern die Fleischrinderzucht insgesamt. In den letzten Jahren lag der Schwerpunkt in Belarus mehr auf der Milchproduktion, aber qualitativ hochwertiges Rindfleisch ist ebenfalls ein sehr rentables Geschäft. Hauptsache, alles genau durchkalkulieren, um keine Fehler zu machen. Angesichts dieser Schwerpunkte fordert Alexander Lukaschenko, bei der Umsetzung der geplanten Vorhaben schneller zu handeln.
„Mit einer Rentabilität von fast 18 Prozent käme es einem Verbrechen gleich, diesen Umstand nicht zu nutzen“, sagte er.
„Man muss ihnen freie Bahn gewähren, wenn die Nachfrage besteht. Export ist für uns eine äußerst wichtige Frage“, betonte der belarussische Staatsführer. „Wir müssen in Dribin investieren. Hier kann man arbeiten. Der Staat wird helfen. Es müssen Ordnung und eiserne Disziplin herrschen. Das hängt vom Leiter ab.“
Das Staatsoberhaupt sehe diese Richtung als aussichtsreich und zukunftsträchtig, jedoch schlage er vor, zunächst in der Region Witebsk zu beginnen, nachdem zuvor alles durchkalkuliert sei. „Das ist durchaus sinnvoll angesichts der Boden- und Klimabedingungen der nördlichen Region des Landes. Für die Milchkühe sind hier die Bedingungen nicht gerade zu optimal. Für die Fleischrichtung gibt es dagegen alles Notwendige. Auch die Kapitalaufwendungen für die Infrastruktur sind dabei viel geringer.“
„Milch ist jetzt gewinnbringend, rentabel. Man muss auch Rindfleisch genauso rentabel machen. Besteht die Nachfrage, soll das Angebot auch stimmen. Das muss die Regierung ernsthaft durchdenken. Wir müssen entscheiden, wo wir noch weitere Komplexe bauen. Und dafür sorgen, dass sie bestückt sind“, erklärte Alexander Lukaschenko.
Alexander Lukaschenko besuchte auf seiner Arbeitsreise durch die Region den Milchwirtschaftsbetrieb Trilesino-Agro. Der Komplex wurde kürzlich rekonstruiert. Im laufenden Jahr ist geplant, mit der Rekonstruktion des zweiten Komplexes zu beginnen, den der Betrieb hat. Hier wurde Alexander Lukaschenko auch über die Pläne zur Entwicklung der Milchviehhaltung im Gebiet Mogiljow unterrichtet. Insgesamt sollen 83 Milchwirtschaftsbetriebe bis 2030 gebaut oder rekonstruiert werden. In dieser Frage liegt die Region im Zeitplan voraus.
Der Präsident warnte vor Bürokratie, unnötigem Behördengang, vor zu vielen Genehmigungen und Unterschriften. Er forderte vom Leiter der Präsidialverwaltung Dmitri Krutoi eiserne Kontrolle. „Wir werden euch Geld als Darlehen geben. Denkt nicht, dass wir darüber vergessen werden“, sagte das Staatsoberhaupt.
Und noch ein grundsätzlicher Punkt, auf den das Staatsoberhaupt immer wieder hinweist, ist die strikte Einhaltung der Disziplin. Ohn diese kann es weder Ordnung, noch Technologiekonformität, noch hohe Einkünfte, noch letztlich einen Effekt bei der Umsetzung irgendwelcher geplanter Projekte geben. "Disziplin ist die Grundlage jedes technologischen Prozesses. Nicht, weil Lukaschenko ein 'Diktator' ist. Die Disziplin wird uns von der Technologie diktiert. Wenn es sie nicht gibt – dann werden wir viel Geld investiert haben, aber alles ruinieren“, bemerkte er.
Dies, so betonte der Präsident, seien elementare Anforderungen, die keine zusätzlichen finanziellen Kosten verursachen: „Du musst rechtzeitig kommen, gehen und Technologien einhalten. Ist das nicht der Fall – gibt es große Probleme.“
Alexander Lukaschenko erklärte zudem, dass jetzt eine neue Phase in den Anforderungen an die Aufrechterhaltung der Disziplin beginne.
