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Präsident
13 November 2021, 17:29

„Verarmtes, verelendetes Europa“: Lukaschenko über totalen Verfall der EU-Politik

MINSK, 13. November (BelTA) – Die europäische Politik ist in den letzten Jahren stark heruntergekommen. Diese Meinung äußerte Präsident Alexander Lukaschenko in einem Interview mit dem Chefredakteur der russischen Militärzeitung „Nazionalnaja oborona“ (Nationale Verteidigung) Igor Korotschenko am 9. November.

Der Interviewer nannte Alexander Lukaschenko „Patriarch der europäischen Politik“. „Sie wissen sehr gut, was die europäischen Politiker wert sind… Was geht heute im Westen ab? Sind wir Zeugen eines Verfalls der politischen Eliten? Wann werden sie sich beruhigen? Werden sie irgendwann normale Beziehungen eingehen wollen? Ist das im Prinzip möglich?“ fragte er.

Über raffinierte „Politiker“

Alexander Lukaschenko hat die gegenwärtigen EU-Funktionäre mit ihren Vorgängern verglichen. Und der Vergleich fiel nicht zu den Gunsten der ersten aus. „Nach Jacques Chirac und Gerhard Schröder gibt es in Europa keine echten Politiker mehr. Und solche Größen wie de Gaulle findet man in Europa eh nicht. Und das zeugt davon, dass wir es heute mit einem Verfall der EU-Politik zu tun haben“, sagte das belarussische Staatsoberhaupt.

Die westlichen Politiker seien oft nur Schaufensterpolitiker, sagte Lukaschenko. „Ich habe oft gesehen, wie sie sich vor laufenden Kameras benehmen: Sie blühen quasi auf. Sie gestikulieren großzügig, lächeln, achten darauf, dass ihre Sakkos richtig sitzen… Das sind keine Politiker. Das sind Menschen, die nur so tun, als wären sie raffinierte Politiker.“

Die EU-Politik sei geprägt von inneren Zwisten, Ausspielungen des einen gegen den anderen. Darüber hinaus würden viele EU-Staaten in ihrem Handeln von den USA abhängen. „Alles, was Polen in Europa gegen den Willen Brüssels anrichtet, tut es mit dem Segen von „Uncle Sam.“ Würde sich ein anderes Land, zum Beispiel Bulgarien, so benehmen, hätte die EU es längst in die Schranken gewiesen.“

Nach Meinung des Staatschefs hätten Duda und Morawiecki in dieser Situation kein Recht, ihm vorzuwerfen, mit Putin ein Bündnis geschlossen zu haben.

In Europa gibt es heute keine Persönlichkeiten, die die Geschichte machen könnten. „Europa ist verarmt. Sonst würden sie sich gegenüber Belarus nicht so verhalten“, betonte das Staatsoberhaupt.

Über Großmachtführer Xi und Putin und „starke Frau“ Merkel

Der Präsident ist jedoch überzeugt, dass es in der heutigen Welt noch richtige politische Führer gibt: „Nehmen wir mal Xi Jinping. Er ist ein Riese, ein mächtiger Anführer. Oder Wladimir Putin. Er wird ständig angefahren, aber ohne ihn gäbe es die heutige Zivilisation nicht mehr, Russland wäre auseinandergerissen. Die Zeit hat es gewollt, dass Russland nicht zuletzt dank Wladimir Putin gerettet wurde. Das geschah vor meinen Augen“.

In Europa hat sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Politikerin hervorgetan, die – mit den anderen verglichen – eine sehr vorteilhafte Position einnahm. „Wie konnte denn „Mutti Merkel“ in Deutschland berühmt werden? Verglichen mit den anderen war sie eine starke Frau. Ich will ihre Rolle zwar nicht überschätzen, aber sie war eine echte Größe auf dem politischen Parkett. Es gibt sonst niemanden in Europa. Es gibt keine Politiker, die sich um die Menschen kümmern. Öfter kümmern sie sich um ihre eigenen Taschen, eigenes sattes Leben, Bestechungsgeld... In Europa gibt es keine Redefreiheit. Das ist völliger Quatsch“, ist sich der Präsident von Belarus sicher.

Wie die Amerikaner Macron „runtermachten“

„Hören Sie, was ist das für eine Europäische Union? Dort leben rund 500 Millionen Menschen, vielleicht etwas mehr. Sie haben keine eigene Sicherheit, keine eigene Armee! Nachdem die USA Australien „auf den Schwanz getreten“ waren, wurde der 50-Mio. Euro teure U-Boot-Deal mit Frankreich abgesagt. Das heißt, die USA haben Macron und sein Frankreich beim Kragen gepackt und im Atlantik „runtergemacht.“ Das ist ihre Politik.“

Er betonte, dass die Europäische Union mit ihren 500 Millionen Einwohnern eine starke Position einnehmen sollte. „Ja, sie soll mächtig auftreten. Die Amerikaner sollten, wenn sie sich mit Schiffen und U-Booten nähern, zittern und im Voraus um Erlaubnis bitten, sich zu nähern. Stattdessen verwanzen sie Europa von Kopf bis Fuß. Und die EU schweigt. Vielleicht eine kleine Erklärung in den Massenmedien, und wieder das Schweigen. Das ist das Europa von heute. Dasselbe gilt auch für Amerika. Wahnsinnige!“, sagte Alexander Lukaschenko.

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