Projekte
Services
Staatsorgane
Montag, 12 April 2021
Minsk 0°C
Alle Nachrichten
Alle Nachrichten
Gesellschaft
03 März 2021, 16:12

Arbeitsministerium: 60 Prozent aller belarussischen Familien sind Ein-Kind-Familien

MINSK, 3. März (BelTA) – Fast 60 Prozent aller Familien in Belarus sind Ein-Kind-Familien. Das sagte Vizeminister für Arbeit und Sozialschutz Waleri Kowalkow vor Journalisten.

„Glückliche und gesunde Familie bildet eine der Prioritäten der sozialen Politik für die nächsten 5 Jahre. Heute stellen wir fest, dass die Zahl der Erstgeborenen und Zweitgeborenen sinkt. Gleichzeitig aber bleiben die Geburtenzahlen bei dritten und weiteren Kindern stabil – dank der staatlichen Unterstützung für kinderreiche Familien. Seit 2015 werden im Land jährlich fast 20.000 Babys geboren, die als dritte oder weitere Kinder in die Statistik eingehen. Laut der Volkszählung 2019 gibt es in Belarus 1 Mio. 227 Tausend Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren. Sie ziehen 1.858.000 Kinder groß. Der Großteil dieser Familien (60%) sind Ein-Kind-Familien, der Anteil der Familien mit zwei Kindern beträgt 31%. Drei und mehr Kinder werden in 8,7% der Familien großgezogen“, sagte Waleri Kowalkow. Vor 10 Jahren (vorletzte Volkszählung) lag der Anteil der Drei-Kind-Familien bei 5,2%.

Da der Anteil der Ein-Kind-Familien in der Gesellschaft so groß ist, wird der Staat künftig auch Maßnahmen ergreifen, um die Zweit- und Drittgeburten zu fördern. Zu diesen Maßnahmen zählen zum Beispiel der erschwingliche Wohnraum für junge Familien (Miete, Hypotheken, Bausparen), Kinderbeihilfen, Beschäftigungsmöglichkeiten für beide Eltern, familienfreundliches Umfeld, Förderung durch Arbeitgeber, Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten.

Es ist geplant, dass die Familien künftig mehr Möglichkeiten erhalten, das Familienkapital vorfristig in Anspruch zu nehmen. „Das ist zum Beispiel in den Fällen denkbar, wenn Familien Wohnbaukredite nehmen und zurückzahlen müssen. Auch beim Kauf von Wohnungen können Mittel aus dem Familienkapital zur Kostenabdeckung genutzt werden. Die Palette soll in diesem Bereich breit gefächert sein. Die vorfristige Inanspruchnahme des Familienkapitals ist bei medizinischen Problemen möglich, zum Beispiel zum Erwerb orthopädischer Erzeugnisse oder bei der sozialen Eingliederung von behinderten Kindern“, sagte er.

Der Staat will in den kommenden 5 Jahren Br16 Milliarden in die Finanzierung staatlicher Beihilfen leiten. Das Betreuungsgeld für Kinder im Alter von bis zu 3 Jahren soll um das 1,5fache steigen.

Eine weitere Maßnahme, die im Moment diskutiert wird, betrifft die Einführung des 7-Stunden-Arbeitstages für arbeitende Eltern.

Internationale Erfahrungen zeigen, dass die Geburtenraten in den Ländern mit gut ausgebauten frühkindlichen Betreuungsangeboten überdurchschnittlich hoch sind. In Belarus gibt es noch eine Menge zu tun. Babysitting-Dienste sind bereits sehr gefragt, aber bisher sind sie nur für bestimmte Kategorien von Familien verfügbar.

Zum Schluss informierte Kowalkow, dass für das Teilprogramm „Familie und Kindheit“, das in das Staatsprogramm „Gesundheit der Nation und demographische Sicherheit“ integriert ist, fast B2,2 Milliarden aus dem Staatshaushalt vorgesehen sind.

Abonnieren Sie uns auf
Twitter
Letzte Nachrichten aus Belarus