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Belarus auf Rang 50 im UNDP Bericht

Gesellschaft 09.12.2019 | 18:53

MINSK, 9. Dezember (BelTA) – In Minsk wurde heute der jüngste Bericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen über die menschliche Entwicklung 2019 vorgestellt. Der Bericht trägt den Titel „Beyond income, beyond averages, beyond today“ und stuft die Republik Belarus im Global Ranking auf Platz 50 ein.

„In der globalen Ranking-Liste der 189 Staaten hat Belarus seine früheren Positionen um 3 Punkte verbessert und ist auf Rang 50 gestiegen. Diesen Platz teilt die Republik Belarus mit Kasachstan. Russland liegt vor Belarus, einige Länder der Region liegen hinter Belarus. Das bedeutet, dass Belarus das zweite Jahr in Folge zur Gruppe der Länder mit einem hohen Entwicklungsstand gehört“, sagte die UNDP-Vertreterin für Belarus, Alexandra Solowjowa.

Sie erklärte, dass der Human Development Index (HDI) auf offenen Statistiken über drei Hauptindikatoren basiert: Lebenserwartung, Alphabetisierungsrate und die Dauer der Ausbildung sowie das Bruttonationaleinkommen pro Kopf.

Im aktuellen Bericht wurde der HDI-Index jedoch etwas korrigiert, weil im Vordergrund der Berechnungen von Indikatoren die Ungleichheit und die Wege zu ihrer Überwindung standen. „Wenn wir den HDI unter Berücksichtigung der Ungleichheit revidieren, stellen wir fest, dass Belarus 6% seines Indikators verliert. Gleichzeitig machen die Verluste in den Ländern mit sehr hohem HDI mehr als 10% aus. Dies deutet auf eine positive Situation rund um die Gleichstellung in Belarus hin“, fügte die UNDP-Beauftragte hinzu.

Es gibt auch positive Indikatoren in Bezug auf die Geschlechterproblematik. „Der Index der menschlichen Entwicklung von Frauen ist höher als in Europa und Asien. Interessanterweise ist er im Gegensatz zu den meisten Ländern sogar höher als der Index der menschlichen Entwicklung der Männer“, sagte Alexandra Solowjowa. „Es gibt einen großen Unterschied in der Lebenserwartung bei Männern und Frauen (fast 10 Jahre), ein hohes Bildungsniveau der Frauen (die durchschnittliche Bildungsdauer beträgt 15,7 Jahre) sowie eine rekordverdächtige niedrige Müttersterblichkeit: 2018 waren es 4 Frauen pro 100 000 Gebärende, während es nach dem Stand von 2019 nur 2 Frauen pro 100 000 Gebärende gab. „"Aber die Ungleichheit der Geschlechter bleibt in der Wirtschaft erhalten. Die Beteiligung von Frauen an der Wirtschaft ist um mehr als 10% geringer als die der Männer. Und das ist ein Bereich, wo zusätzliche Anstrengungen erforderlich sind“, sagte die UNDP-Repräsentantin. Es sei hinzugefügt, dass nach Angaben des Nationalen Statistischen Komitees der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen in Belarus bei 25% liegt und diesen wert nicht übersteigt: Die Frauenlöhne liegen bei mindestens 70% der Männerlöhne.

Im Allgemeinen zeichnet sich die menschliche Entwicklung in Belarus durch ein fortschreitendes Wachstum aus. Von 1995 bis 2018 stieg der HDI um 24,5%. Die Lebenserwartung ist in diesem Zeitraum um 3,9 Jahre gestiegen, während die durchschnittliche Dauer der Ausbildung - um 3,8 Jahre. Die erwartete Ausbildungsdauer ist um 2,5 Jahre gestiegen. Das Bruttonationaleinkommen pro Kopf stieg um 103,8%.

Die Aufstockung des Waldfonds, die Verringerung degradierter Flächen, die nachhaltige Nutzung von Süßwasserressourcen, weniger Risiken für die Verringerung der biologischen Vielfalt – all das sind positive Indikatoren der ökologischen Nachhaltigkeit.

Und sie hat in der modernen Welt einen großen Einfluss auf den HDI und die Ungleichheit zwischen den Ländern mit unterschiedlichem HDI-Niveau. „Die erneuerbaren Energiequellen in Belarus machen immer noch 6,8% aus, aber die Einführung energieeffizienter Technologien geht weiter. Und das UNDP begrüßt das“, sagte Alexandra Solowjowa. Die Verfügbarkeit hochqualifizierter Arbeitskräfte, der Wunsch nach Diversifizierung der Wirtschaft, die Entwicklung des Hightech-Sektors und eine bedeutende Forschungsbasis sind weitere positive Merkmale. Allerdings sind zusätzliche Investitionen in diesem Bereich erforderlich, um das Innovationspotenzial zu erschließen. Derzeit sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung gering. Daher ist es notwendig, dass alle Partner im öffentlichen und privaten Sektor und in internationalen Institutionen zusammenarbeiten, um nationale Strategien für nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten.

Witali Makej, Leitender Berater im Referat für nachhaltige Entwicklung der Hauptabteilung für multilaterale Diplomatie des belarussischen Außenministeriums, wies ebenfalls darauf hin, dass sich der HDI-Index in Belarus seit 1995 kontinuierlich verbessert habe. Es habe bei allen Indikatoren eine positive Entwicklung gegeben. „Wir arbeiten seit langem mit dem UNDP zusammen. Die Länderprogramme werden umgesetzt. Im Moment wird das fünfte Programm abgeschlossen. Wir haben mit der Vorbereitung des nächsten Programms für 5 Jahre begonnen. Wir wollen es mit konkreten Projekte ausfüllen, die dem Land und verschiedenen Branchen zugute kommen. Wir sprechen vom wirtschaftlichen Wandel, sozialer Entwicklung, Technologien und Wissen für nachhaltige Entwicklung“, sagte Witali Makej.

Alexej Tschistodarski, UNDP-Mitarbeiter für Information und Promotion, sagte, dass die globale Präsentation des Human Development Reports 2019 in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá stattfindet. Gleichzeitig präsentieren die UNDP-Büros auf der ganzen Welt diesen Bericht im Zusammenhang mit den Leistungen bestimmter Länder. Der Bericht stellt fest, dass eine neue Generation von gravierenden Ungleichheiten in der menschlichen Entwicklung entsteht, die durch den Klimawandel und neue Technologien verursacht werden. Die Herausforderungen können durch innovative Ansätze und Lösungen im politischen und sozialen Bereich auf nationaler und globaler Ebene bewältigt werden. Der Bericht enthält Analysen, Ideen und Lösungen zur Beseitigung von Ursachen der Ungleichheit, die den sozialen Zusammenhalt und das Wirtschaftswachstum schwächt und das Vertrauen der Menschen in die Regierung, die öffentlichen Institutionen und einander untergräbt. Ungleichheiten schaden der Wirtschaft, hindern die Menschen daran, ihr volles Potenzial in ihrer Arbeit und ihrem täglichen Leben zu entfalten, und erschweren politische Entscheidungen, die soziale und ökologische Herausforderungen angehen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es ein erhebliches Hindernis für die Erreichung der Ziele der nachhaltigen Entwicklung und der Agenda 2030 ist. Die menschliche Entwicklung ist von zentraler Bedeutung für die Bekämpfung von Ungleichheiten.

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