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09 Mai 2024, 08:00

Belarus feiert den Tag des Sieges

MINSK, 9. Mai (BelTA) – Belarus feiert heute den Tag der Sieges, einen der bedeutendsten Feiertage in der Geschichte des Staates. Für die Belarussen ist er nicht nur ein Feiertag, sondern auch ein Tag der Erinnerung, des tiefen Respekts und der Dankbarkeit gegenüber den sowjetischen Soldaten, den Arbeitern an der Heimatfront, den Partisanen und den Untergrundkämpfern - gegenüber all jenen, die den Tag des Sieges näher gebracht haben.

Vor 79 Jahren, am 9. Mai 1945, war der Große Vaterländische Krieg zu Ende. Er dauerte 1418 Tage und Nächte und endete mit der kompletten Niederlage des NS-Regimes. Das sowjetische Volk spielte eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den Faschismus und trug die Hauptlast des Krieges auf seinen Schultern und entschied über die Zukunft der gesamten Weltzivilisation.

Belarus war die erste Republik der Sowjetunion, die von der deutschen Wehrmacht massiv angegriffen wurde. Das Land wurde zum Schauplatz der größten Kämpfe. Die Grenztruppen und die vordersten Einheiten der Roten Armee waren die ersten, die die feindliche Offensive zurückschlugen. Der Feind bombardierte Eisenbahnknotenpunkte, Flugplätze und Städte Brest, Grodno, Wolkowysk, Baranowitschi und andere. Die Verteidiger der Festung Brest, der Städte Minsk und Mogiljow hielten stand. Am 14. Juli wurden in der Nähe von Orscha zum ersten Mal sowjetische Katjuscha-Raketenwerfer gegen den Feind eingesetzt. Der Widerstand, den Belarus zu Beginn des Krieges leistete, ermöglichte es, die deutschen Pläne für eine schnelle Offensive gegen Moskau zu vereiteln.


Bis September 1941 hat das Hitlerdeutschland unser Land besetzt. Im besetzten Belarus entfaltete sich sofort ein zäher, unerbittlicher und beispielloser Widerstandskampf gegen den Feind. Die wichtigste Form des nationalen Kampfes war die Partisanenbewegung, an der sich während des Großen Vaterländischen Krieges mehr als 374 000 Menschen beteiligten, von denen etwa 70 000 dem antifaschistischen Untergrund angehörten. In den Partisanenverbänden kämpften Vertreter verschiedener Nationen Schulter an Schulter. Während des Krieges gab es etwa 30 Partisanenzonen, die von den Deutschen nicht besetzt waren.

Die Belarussen gehören zu den Nationen, die am meisten unter den Folgen des Krieges zu leiden hatten. Die Nazis führten etwa 180 Strafaktionen in Belarus durch. Das Dorf Chatyn wurde zu einem tragischen Symbol für die Massenvernichtung der Zivilbevölkerung. Im Rahmen der Ermittlungen wegen des Völkermordes an der belarussischen Bevölkerung wurde festgestellt, dass auf dem Gebiet von Belarus mehr als 580 Vernichtungslager eingerichtet waren. Darunter das größte Vernichtungslager auf dem gesamten eroberten sowjetischen Territorium Trostenez, in dem nach den jüngsten Angaben der Generalstaatsanwaltschaft der Republik Belarus mindestens 546 Tausend Menschen starben.

Während des Krieges vernichtete der Feind auf dem belarussischen Boden mindestens 12 348 Siedlungen. Über 288 Dörfer wurden wie Chatyn samt der Bewohner verbrannt und nie wieder aufgebaut.

Während des Krieges waren 34,4 Millionen sowjetische Militärangehörige, darunter mehr als 1,3 Millionen Belarussen und Einheimische, an militärischen Aktionen beteiligt. Modernen Forschern zufolge verloren während des Großen Vaterländischen Krieges 2,5 bis 3 oder mehr Millionen Belarussen ihr Leben. Über 377.000 Personen wurden in die deutsche Sklaverei vertrieben. Viele davon starben an den Folgen schwerster Arbeit, an Folter und Not.

In Belarus wurde die Erinnerung an den Großen Vaterländischen Krieg auch in den Nachkriegsjahren aufrechterhalten. Für den massiven Heroismus und Mut im Kampf gegen die Aggressoren wurde der belarussischen Hauptstadt Minsk als einer von 12 Städten der ehemaligen Sowjetunion der Ehrentitel „Heldenstadt“ verliehen. Die Festung Brest wurde mit dem Titel „Helden-Festung“ ausgezeichnet. Auch andere Städte in Belarus wurden mit Auszeichnungen bedacht. Zahlreiche Obelisken, Denkmäler, Gedenkstätten und der Hügel des Ruhmes zeugen von den Opfern des Krieges und der Heldentat des Volkes. Das Belarussische Staatliche Museum für die Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges ist eine wichtige wissenschaftliche und kulturelle Einrichtung.

In der belarussischen Geschichte hat es keinen bitteren Kampf gegeben als der Große Vaterländische Krieg; keine Heldentat war bedeutender als die Heldentat des sowjetischen Soldaten, der die Heimat vor dem Feind verteidigte und die Menschheit vor Nazismus rettete. Die Erinnerung an den schrecklichen Krieg und den großen Sieg kann nicht verblassen: Sie ist für immer in die Geschichte des Vaterlandes und jeder belarussischen Familie eingraviert. Die Tragödie und der Sieg sind eine ewige Quelle des Schmerzes und der Bitterkeit, des Stolzes und des Ruhmes des belarussischen Volkes.

Die Zeit entfernt uns immer weiter von den Ereignissen des Großen Vaterländischen Krieges, aber die Heldentaten der Gefallenen, die Trauer um Millionen unschuldiger Opfer und die Tragödie der Besatzung bleiben in Belarus für mehrere Generationen bewahrt.

In diesem Jahr werden im ganzen Land verschiedene Veranstaltungen, Aktivitäten, Projekte, Wettbewerbe und Autokorsos anlässlich des Tages des Sieges durchgeführt.

Am Vorabend des Feiertags finden in den belarussischen Städten Kranzniederlegungen an den Gräbern von Soldaten und KZ-Häftlingen statt, um das Andenken an die Gefallenen des Großen Vaterländischen Krieges zu ehren.

Die Veteranen werden im ganzen Land geehrt. Bis heute sind es 1,1 Tausend und etwa 7,4 Tausend Bürger, die unter den Folgen des Krieges gelitten haben (90 % von ihnen sind ehemalige KZ-Häftlinge).

In der Hauptstadt verspricht das Programm anlässlich des 79. Jahrestages des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg interessant und reichhaltig zu sein. Am 9. Mai finden in Minsk mehr als 25 festliche Veranstaltungen statt. In jedem Stadtbezirk ist alles dafür vorbereitet. Es werden Konzerte, Workshops, Kunst- und Handwerksausstellungen organisiert. Der Hauptschauplatz wird traditionell das Gelände in der Nähe des Sportpalastes sein. Berühmte belarussische Künstler und Amateurgruppen werden auf der Bühne auftreten.

Der Höhepunkt des Festes ist traditionell das Feuerwerk um 23.00 Uhr.
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