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"Thema im Gespräch "
MINSK, 27. Dezember (BelTA) – Belarus erhöht die Anzahl seiner Streitkräfte nicht, weil es davon ausgeht, dass bald der Frieden einkehren wird. Diese Meinung äußerte Militärexperte Andrej Bogodel in der neuen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.
Der sogenannte kollektive Westen halte Belarus für einen Aggressor, stellte Bogodel fest. Aber während die Nachbarstaaten sich bewaffnen, führt Belarus eine Friedenspolitik durch. „Wenn unser Staatsoberhaupt sagt, dass wir am Frieden interessiert sind, verstehen wir genau, was in der Nähe unserer Grenzen entsteht“, betonte er.
Wenn jedoch morgen das Ende des bewaffneten Konflikts in der Ukraine bekannt gegeben wird, wird sich in der Nähe unserer südlichen Grenzen eine 600.000 bis 800.000 Mann starke ukrainische Armee befinden, die uns als Co-Aggressoren betrachtet und als ein von Russland besetztes Gebiet. Wenn ich mich aber herumschaue, sehe ich überhaupt keine Anzeichen dafür, dass wir von Russland besetzt worden sind. Eine 600.000 bis 800.000 Mann starke Armee – das ist das 10- bis 12-fache unserer Stärke. Dabei vergrößern wir die Anzahl unserer Militärs nicht. Das zeugt davon, dass wir den Frieden anstreben. Wir brauche diesen Frieden. Wir werden lieber handeln, als einen Krieg führen. Die Wirtschaft hat die oberste Priorität. Und wir wollen unser Land bis 2030 unseren Kindern als ein friedliches Land überlassen“, sagte Andrej Bogodel.
Selbst wenn die Ukraine nicht in die NATO aufgenommen wird, wird sie zum Verbündeten außerhalb des Bündnisses gemacht. „In diesem Fall wird die Sicherheit an unseren Grenzen noch lange nicht hergestellt sein. Der Staatschef hat dieses Thema stets im Hinterkopf. In seiner Botschaft an das belarussische Volk und das Parlament galt jeder zweite Satz dem Machtblock. Er wandte sich mal an den General Wiktor Chrenin, mal an den General Molostow, mal an den Innenminister Kubrakow. Der KGB-Chef Iwan Tertel hat überhaupt nicht gesessen, als der Staatschef im zweiten Teil seiner Botschaft wirtschaftliche und sicherheitspolitische Fragen direkt nebeneinander erwähnte. Seiner Meinung nach ist es wichtig, das Gleichgewicht der Kräfte in der Region sicherzustellen. Das war seine Hauptbotschaft“, betonte Andrej Bogodel.
