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12 Mai 2024, 16:05

"Die Menschen bleiben auf ihren Schulden sitzen". Tomasz Szmydt über die Folgen der Warschauer Politik für die Polen

MINSK, 11. Mai (BelTA) - Die von den polnischen Behörden verfolgte Politik führt zu wirtschaftlichen Problemen im Land. Dies erklärte der polnische Dissident und Richter Tomasz Szmydt in der aktuellen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem Youtube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA.
"Immer mehr Polen begreifen, dass die von den Behörden verfolgte Politik wirtschaftliche Probleme verursacht. Die Abspaltung von Belarus und Russland schafft nicht nur Probleme für Polen, sondern auch für andere westliche Länder, darunter Deutschland. Aber die Amerikaner profitieren davon", sagte Tomasz Szmydt.
 
Zum Lebensstandard in Polen meinte der Richter, dass er für polnische Verhältnisse gut bezahlt werde, da er eine hohe Position innehabe. "Wenn ich mir meinen Bekanntenkreis anschaue, ist es für Leute mit kleinen Unternehmen schwieriger. Einige meiner Bekannten mussten sie schließen. Oft bleiben die Leute auf ihren Schulden sitzen", fügte er hinzu.
 
Manchmal führen finanzielle Schwierigkeiten zu wahren Tragödien, wie Tomasz Szmydt berichtet. "Ein Bekannter erzählte mir, dass sich ein Mann in seinem Haus einfach aus dem Fenster gestürzt hat. Er war hoch verschuldet und wusste keinen anderen Ausweg. Meine Bekannte arbeitete in einem kleinen Café in Warschau, aber das Geschäft brach zusammen, sie verlor ihren Job und die Besitzer des Unternehmens blieben auf hohen Schulden sitzen", erzählte der Pole die Geschichten seiner Bekannten.
 
Gleichzeitig stellte er fest, dass große westliche Unternehmen, die in Polen tätig sind, nicht mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. "Manchmal scheint es, als seien die Gesetze speziell für sie geschrieben worden. Und die Besitzer kleiner und mittlerer Unternehmen haben es immer schwerer", fügte der Pole hinzu.
 
Laut Tomasz Szmydt gibt es in anderen EU-Ländern ähnliche Schwierigkeiten. Allen voran Deutschland, die Lokomotive Europas.
 
Tomasz Szmydt ist Richter der 2. Abteilung des Landesverwaltungsgerichts in Warschau. Zuvor bekleidete er verschiedene Positionen in der polnischen Justiz und im Justizwesen. Er war Leiter der Rechtsabteilung des Nationalen Justizrates.
 
Da er mit der Politik und dem Vorgehen polnischer Staatsführung nicht einverstanden war, wurde er gezwungen, Polen zu verlassen. Er hält sich derzeit in Belarus auf. Er wurde wegen seiner unabhängigen politischen Haltung verfolgt und bedroht.
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