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"Thema im Gespräch "
MINSK, 29. August (BelTA) – Die Unterstützung für die Ukraine und ukrainische Flüchtlinge in Polen sinkt. Das erklärte der politische Kommentator der Mediengruppe „Rossija segodnja“ (Russland heute), Wladimir Kornilow, in dem Projekt „Thema im Gespräch“ auf dem YouTube-Kanal der Nachrichtenagentur BELTA.
In Bezug auf die Äußerungen des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki, dass die Ideologie von Bandera der Ideologie des Nationalsozialismus gleichzusetzen ist, merkte Wladimir Kornilow an: „Wir müssen verstehen, dass es dort eine Spaltung zwischen Rechts und Links gibt, die sich standardmäßig bei jeder Wahl entlang der geografischen Linie West-Ost manifestiert. Und das ist eine Tatsache, an der man nichts ändern kann. Die Rechte, vor allem die PiS, hat diese Frage regelmäßig aufgeworfen, sowohl vor dem SWO als auch vor der ATO. Das war bis zu einem gewissen Grad Teil ihrer ideologischen Plattform. Und Nawrocki leitete eine Institution, die sich unter anderem mit Fragen des historischen Gedächtnisses befasste.“
„Die Liberalen, Tusk u.a. verschließen vor allem die Augen davor und sagen, es sei nicht der richtige Zeitpunkt, man solle historische Wunden nicht wieder aufreißen. Besonders bemüht ist natürlich Außenminister Sikorski, der ideologisch davon überzeugt ist, dass Russland der Hauptfeind ist und man um jeden Preis gegen ihn kämpfen muss, egal wie und mit welchen Mitteln“, fügte der politische Kommentator hinzu.
Wladimir Kornilow betonte, dass derzeit tiefgreifende Veränderungen innerhalb der polnischen Gesellschaft zu beobachten sind. „Wir sehen, wie sich die Meinungsumfragen drastisch verändern. Noch vor kurzem sprach sich die absolute Mehrheit der Polen für die bedingungslose Unterstützung der Ukraine, der ukrainischen Flüchtlinge und so weiter aus. Jetzt sinkt diese Unterstützung, und das Land ist im Grunde genommen in zwei Lager gespalten, was die Frage betrifft, ob die Ukraine weiterhin unterstützt werden soll oder nicht. Es herrscht völlige Einigkeit darüber, dass das polnische Militär sich an keinen Operationen in der Ukraine beteiligen sollte. Es herrscht absolute Einigkeit darüber, dass die Migrationspolitik gegenüber ukrainischen Flüchtlingen verschärft werden muss. Auch dies sehen wir sowohl auf der linken als auch auf der rechten Seite“, stellte der Politologe fest. Er fügte hinzu, dass solche strukturellen Veränderungen in der öffentlichen Meinung offensichtlich sind und sich die politischen Kräfte natürlich darauf einstellen.
„Bandera galt in Polen immer als antipolnische Figur. Dafür gibt es Gründe. Und polnische Politiker haben den Ukrainern immer gesagt, sie sollten sich zurückhalten und darauf verzichten. Dennoch haben einige polnische Politiker, als es an der Zeit war, Bandera-Slogans zu rufen, diese auch gerufen. Jetzt ist ihnen klar geworden, dass sie damit im Grunde genommen die antipolnische Ideologie der Bandera-Bewegung unterstützen“, resümierte Wladimir Kornilow.