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19 Juli 2022, 18:51

Erinnerungspflege: Viele Staaten sollten an Belarus ein Beispiel nehmen

Foto: BRSM
Foto: BRSM

MINSK, 19. Juli (BelTA) – Viele Länder sollten im Bereich der Erinnerungspflege an Belarus ein Beispiel nehmen. Das sagte Leiter der Allrussischen Jugendorganisation der Liberaldemokratischen Partei LDPR Wladislaw Korschunkow heute vor Journalisten.

Heute nahmen Mitglieder der studentischen Baubrigaden der Belarussischen Jugendobjekte „Spadtschyna 2022“ (Erbe 2022) und „Pamjat“ (Gedenken) zusammen mit Vertretern des Russischen Jugendparlaments an einer gemeinsamen freiwilligen Arbeitsaktion zum Wiederaufbau der Gedenkstätte Chatyn teil.

„Es ist sehr wichtig für uns, weil jeder von uns einen Urgroßvater hatte, der im Krieg gekämpft hat. Heute sind wir mit den Jungs gekommen, haben diese grandiose Baustelle besucht und gesehen, wie man in Belarus mit der Geschichte umgeht und was Erinnerungspflege bedeutet. Das ist großartig. Ich denke, diese Praxis soll von vielen anderen Staaten übernommen werden. Was wären wir ohne unsere Geschichte?“ sagte Wladislaw Korschinkow. „Niemand darf vergessen, was im Großen Vaterländischen Krieg geschah, was die Faschisten taten und wie sie unser Volk umbrachten. Diese Geschichte sollen wir dem ganzen Europa zeigen, das mittlerweile vergessen zu haben scheint, was sich ereignet hat. Europa schreibt die Geschichte einfach um. Und wir vergessen nichts.“

Die studierende Jugend gedachte der Opfer von Chatyn mit einer Schweigeminute, legte am Mahnmal „Ewiges Feuer“ Blumen nieder und zündete Kerzen an.

„Die Teilnahme an einer solchen Veranstaltung ist für mich sehr wichtig“, fügte Jelena Bolschakowa, Mitglied des Jugendparlaments der Region Orjol, hinzu. „Wir, die Bewohner von Orjol, verstehen die Bedeutung solcher Gedenkstätten besser als die anderen, denn auch in unserer Region gibt es Dörfer, die während der NS-Besatzung verbrannt wurden. Wir besuchen diese Orte und leisten eine große Arbeit zu ihrem Wiederaufbau. Wir müssen die historische Erinnerung an die Helden bewahren, die unser Land befreit und Frieden nach Europa gebracht haben. Wir dürfen nicht zulassen, dass jemand unsere Geschichte umschreibt. Wir brauchen Projekte wie dieses für die Jugend von heute und für die, die nach uns kommen werden.“

Eine Delegation von Mitgliedern der Jugendparlamente aus 20 Subjekten der Russischen Föderation ist vom 19. bis 21. Juli zu einem offiziellen Besuch in Belarus. Dem Programm zufolge findet morgen im Nationalen Jugendhaus der offene Dialog „Zusammenwirken von Jugendorganisationen aus Belarus und Russland“ statt. Während des Dialogs wird der Entwurf eines Rahmenabkommens über die Zusammenarbeit zwischen dem belarussischen Jugendverband und dem Jugendparlament der Region Orenburg, das der Legislativversammlung der Region Orenburg untersteht, vereinbart.

Die Tragödie von Chatyn ist keine zufällige Episode des Krieges. Sie reiht sich in die Tausende von Einzeltatsachen ein, die als Beweis für die gezielte Völkermordpolitik der Nationalsozialisten an der friedlichen Bevölkerung von Belarus dienen. Der 22. März 1943 war der letzte Tag für 149 Einwohner von Chatyn, darunter für 75 Kinder unter 16 Jahren. Sechsundzwanzig Häuser wurden verbrannt. An der Stelle des Walddorfes wurden Asche und verwaiste Schornsteine zurückgelassen. 1969 wurde an dieser Stelle, die 54 km weit von Minsk liegt, ein Gedenkkomplex für die Opfer des Faschismus eröffnet. Im Jahr 2004 wurde auf Anweisung des belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko die Gedenkstätte „Chatyn“ rekonstruiert und in die staatliche Liste des historischen und kulturellen Erbes von Belarus aufgenommen.

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