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03 August 2020, 14:58

Ermittler sehen Ungereimtheiten in Aussagen festgenommener Wagner-Söldner

MINSK, 3. August (BelTA) – Das Ermittlungskomitee prüft derzeit die Aussagen der vor einigen Tagen bei Minsk festgenommenen Kämpfer des privaten Sicherheits- und Militärunternehmens Wagner Gruppe und stellt einige Ungereimtheiten fest. Der Vorsitzende des Ermittlungskomitees der Republik Belarus Iwan Noskewitsch erzählte darüber am 1. August vor Journalisten.

Die meisten Umstände bildeten das Ermittlungsgeheimnis, sagte Noskewitsch. Einige Details könnten trotzdem der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Ermittlungskomitee habe am 29. Juli gegen die 33 festgenommenen Wagner-Söldner Ermittlungen eingeleitet. Ihnen werde die Vorbereitung der Massenunruhen vorgeworfen. Alle Festgenommenen seien im Moment in Untersuchungshaft.

„Am Abend, dem 24. Juli, war eine Gruppe russischer Staatsbürger auf das belarussische Territorium eingereist. Ihr weiteres Reiseziel war ihren Angaben zufolge die türkische Stadt Istanbul. Sie sprachen vom Flug, der um 10.50 Uhr starten sollte. Sie hatten genug Zeit für das Check-In und den Abflug, aber aus irgendwelchen Gründen hat die ganze Gruppe Zimmer im IBB-Hotel in Minsk gebucht“, erzählte Noskewitsch.

Er machte darauf aufmerksam, dass das Hotel im Voraus gebucht worden sei. Gleichzeitig habe die Gruppe den Aufenthalt in einem Sanatorium bei Minsk bezahlt. Bei der Ausreiche aus dem IBB-Hotel habe die Gruppe die Administration darüber informiert, dass sie sich in den Flughafen begebe. Nur sei das gelogen gewesen – die Männer seien in das Sanatorium gefahren und hätten sich dort eingecheckt.

„Als die Sicherheitsbehörden über den Aufenthalt einer verdächtigen Männergruppe im Sanatorium und über andere Umstände informiert wurden, haben sie beschlossen, die Menschen festzunehmen. Bald darauf wurde gegen sie ein Strafverfahren eingeleitet. Nach Informationen, die aus verschiedenen Quellen erhalten wurden, wurde klar, dass es sich bei den Festgenommenen um erfahrene Kämpfer handelte, die dem privaten Militärunternehmen Wagner Gruppe gehörten. Viele von ihnen haben sich am Krieg in der Ukraine beteiligt. Aus einem Chat-Gespräch haben die Ermittler erfahren, dass der Gruppenleiter die Soldaten instruiert hat, die Flugtickets, die für den 25. Juli gekauft wurden, zu vernichten. Gegenwärtig wird gegen alle Festgenommenen ermittelt, sie werden in Anwesenheit von Anwälten verhört. Während der Verhöre gaben sie sehr widersprüchliche Aussagen ab. Nur wenige von ihnen bestätigten, dass die Gruppe angeblich von Minsk nach Istanbul fliegen wollte. Der Rest nennt andere Reiseziele, nur nicht die Türkei. Über den Zweck der Reise in die Türkei waren sich die Festgenommenen auch nicht einig. Manch einer gab an, sich in der Türkei sonnen zu wollen, manche wollten dort einen Urlaub machen, andere Söldner sprachen von angeblicher Bewachung irgendwelcher Objekte. Manche wollten gar die Sophienkathedrale besuchen. So gibt es immer mehr Fragen zu den Zielen und Aufgaben der genannten 33 Personen in Belarus“, sagte Noskewitsch.

Auf die Frage, ob die Festgenommenen irgendwelche Waffen oder andere Einsatzmittel bei sich trugen oder ob sie irgendwie an Waffen gelangen wollten, erwiderte der Vorsitzende des Ermittlungsausschusses, dass die Beamten dieser Frage derzeit größte Priorität beimessen. Hätten die Männer der Wagner Gruppe Waffen bei sich gehabt, wären die Ermittlungen in eine ganz andere Richtung gegangen. Im Moment werden alle Informationen darüber und über den Aufenthalt oder das Kommen weiterer Kämpfer gesammelt, analysiert und zusammengefasst. Die Sicherheitsbehörden halten die Situation unter Kontrolle und reagieren auf jedes Alarmzeichen. Festgenommen wurde bislang niemand mehr.

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