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19 Mai 2024, 11:28

"Es gibt Erfolge." Experte über die Fortschritte im Großraum Charkow und die Vorsicht bei der Einschätzung der Lage 

MINSK, 19. Mai (BelTA) - In der aktuellen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem Youtube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA bewertet Igor Korotschenko, Chefredakteur der Zeitschrift "Nationale Defensive", Journalist und Militärexperte, den Vormarsch der russischen Truppen auf Charkow und mahnt zur Vorsicht bei der Einschätzung der Lage.

Auf die Frage, wie der Vormarsch der russischen Truppen in Richtung Charkow einzuschätzen sei, antwortete Igor Korotschenko: "Ich möchte Sie doch bitten, die Lage sorgfältig zu bewerten. Ja, wir haben natürlich taktische Erfolge im Großraum Charkow und in einer Reihe anderer Gebiete. Im Allgemeinen wird der Feind entlang der gesamten Kontaktlinie unter Druck gesetzt. Aber mir scheint, dass es in dieser ganzen Konstellation vor allem darauf ankommt, die Lage nüchtern einzuschätzen und nicht auf Teufel komm raus zu handeln."

"Es gibt Erfolge, die Initiative liegt in unseren Händen. Aber ich würde nicht sagen, dass wir morgen oder übermorgen plötzlich mit der Befreiung von Charkow beginnen werden. Denn es geht hier um mehrere grundsätzliche Fragen. Sind wir bereit für Kampfeinsätze in einer Großstadt? Oder wird unser Potenzial darin bestehen, Tausende von Schnitten entlang der gesamten Kontaktlinie zu machen und der AFU solche Schnitte zuzufügen, dass sie schließlich ausblutet und geschwächt wird? - sagte der Militärexperte. - Mir scheint, dass die Handlungen und die Logik der russischen Militärführung und der politischen Führung immer noch von der Tatsache ausgehen, wie Putin sagte, die Kampfverluste zu minimieren, die Truppen mit allem zu versorgen, was sie brauchen, den Druck zu erhöhen. Aber alles wird von der spezifischen militärischen Zweckmäßigkeit an bestimmten Teilen der Front bestimmt".

Igor Korotschenko wies darauf hin, dass sich die militärische Sonderoperation nun im dritten Jahr befinde und Russland wisse, mit was für einem Feind es zu tun habe. "Der Feind leistet Widerstand, auch wenn er immer wieder schwere Verluste erleidet. Dennoch hat der US-Außenminister Anthony Blinken bei seinem Besuch in Kiew die ukrainische Führung aufgefordert, die totale Mobilisierung einzuleiten. Darauf müssen wir vorbereitet sein. Auch westliche militärische und technische Hilfe wird in die Ukraine kommen. Sie wird kommen und sie ist schon gekommen. Deshalb sollten wir die Lage mit Vorsicht beurteilen", fasste der Experte zusammen.
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