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11 November 2021, 13:43

„Fast alle Kinder sind erkältet“: Flüchtlingslager an der belarussischen Grenze zu Polen. Tag 4

GRODNO, 11. November (BelTA) – Fast alle Kinder im Lager sind erkältet, die Nächte sind bitterkalt. Das erzählte ein 14-jähriger Flüchtling, der mit seiner Familie in einem spontanen Lager an der belarussischen Grenze zu Polen festsitzt.

Eine große Gruppe von Flüchtlingen, die sich am 8. November zum belarussischen Grenzkontrollpunkt Bruzgi bewegte, wollte weiter nach Polen gehen. Der Großteil der Migranten waren irakische Kurden. Da es ihnen nicht gelungen war, über den Grenzzaun nach Polen zu gelangen, mussten sie direkt an der polnischen Grenze ein spontanes Lager aufbauen. Einer der Flüchtlinge ist Ahmed (14), der zusammen mit seinen Eltern und drei Brüdern versucht, in die Europäische Union zu gelangen. Sie stammen aus der irakischen Stadt Sulaimaniyya.

„Wir gehen nach Deutschland oder ins Vereinigte Königreich. Wir haben Polen gebeten, uns durchzulassen. Daraufhin haben sie mich, meine Mutter und meine Brüder mit Tränengas besprüht“, so der Flüchtling. Er beklagte sich über die schwierigen Bedingungen im Lager, vor allem die Kälte mache ihnen zu schaffen.

„Fast alle Kinder hier sind erkältet. Heute habe ich in einem Zelt geschlafen, und mein Bruder auf dem nackten Boden“, sagt der Junge.

Im Lager befinden sich nach verschiedenen Einschätzungen über 3.000 Personen, etwa 500 davon sind Kinder, einige von ihnen Säuglinge. Ihnen mangelt es an Sachen, Essen und Babynahrung.

„Wir sind den Menschen in Belarus sehr dankbar. Sie bringen uns Trinkwasser und verteilen Lebensmittel. Aber die Kälte ist sehr schwer zu ertragen“, sagt der Flüchtling.

Der vierte Tag im Camp verläuft ruhig. In der Nähe der Zelte werden selbstgemachte Hütten aufgestellt. Die Flüchtlinge wollen weder in ihr Heimatland zurückkehren noch in Belarus bleiben. Sie hoffen, in die Europäische Union zu gelangen.

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