Projekte
Services
Staatsorgane
Flag Samstag, 28 Januar 2023
Minsk -3°C
Alle Nachrichten
Alle Nachrichten
Gesellschaft
21 Oktober 2022, 13:54

Generalstaatsanwalt: Mindestens 10 200 belarussische Ortschaften wurden im Krieg vernichtet

BREST, 21. Oktober (BelTA) – Mindestens 10200 belarussische Ortschaften wurden während des Großen Vaterländischen Krieges vernichtet. Das sagte Generalstaatsanwalt Andrej Schwed heute vor Journalisten in Brest.

Kurz vor der Sitzung der Generalstaatsanwaltschaften der Republik Belarus und der Russischen Föderation in Brest stellte sich Schwed den Fragen der Journalisten.

„Wir haben unsere Recherchen in Bezug auf die Anzahl der während des Großen Vaterländischen Krieges auf dem Territorium der BSSR vernichteten Siedlungen und Ortschaften fast abgeschlossen. Haben wir im April 2021 in unseren Nachschlagewerken angegeben, dass in Belarus rund 9.200 Siedlungen vernichtet wurden, haben wir heute diese Zahl weit nach oben korrigieren müssen. Mindestens 10.215 Siedlungen auf dem Territorium der Belarussischen Sowjetrepublik wurden in den Jahren des Großen Vaterländischen Krieges auf barbarische Weise zerstört“, so der Generalstaatsanwalt.

Vermutlich teilten mindestens 220 dieser Siedlungen das Schicksal von Chatyn. Daher schlug das Aufsichtsgremium die Einrichtung einer Sonderkommission vor, die die Listen der vernichteten Dörfer und Ortschaften noch einmal überprüfen sollte. Er wies darauf hin, dass die Generalstaatsanwaltschaft eine Liste mit allen vernichteten Ortschaften an die Regierung überreicht hat. Im Papier wird genau angegeben, welche Siedlung an welchem Tag und um welche Uhrzeit vernichtet wurde. Gegebenenfalls wird die Bewohnerzahl angegeben, falls möglich mit Namen. Darüber hinaus wird, soweit möglich, der Name der Strafeinheit angegeben, die am Völkermord beteiligt war.

„Die Ermittlungen in der Strafsache Völkermord werden aktiv fortgesetzt. Ein großes Ermittlungsteam ist täglich im Einsatz. Wir kooperieren unter anderem im Rahmen der gemeinsamen belarussisch-russischen Ermittlungsgruppe, die im Juni 2022 eingerichtet wurde. Das ist sehr wichtig, denn es hat einen schnellen Informationsaustausch ermöglicht, vor allem die Beschaffung von Dokumenten aus den Archiven der Russischen Föderation“, fügte Andrej Schwed hinzu.

Darüber hinaus hat die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen zu den Orten der Massenvernichtung von Menschen - den so genannten Todeslagern - abgeschlossen. Neben den bereits bekannten wurden 57 neue Vernichtungsorte ermittelt. Es ist bekannt, dass es während des Krieges mindestens 552 Vernichtungslager auf dem Territorium der Republik gegeben hat. Dort wurden nicht nur die Menschen vernichtet, sondern auch medizinische Experimente durchgeführt.

Die Generalstaatsanwaltschaft plant, in naher Zukunft auf ihrer offiziellen Website eine Liste der vernichteten Orte und Information über die Todeslager zu veröffentlichen. „Die Menschen in Belarus und weltweit sollten wissen, auf welche Art und Weise in solchen Vernichtungsorten Zivilisten und Gefangene umgebracht wurden“, sagte Andrej Schved.

Darüber hinaus hat die Generalstaatsanwaltschaft erneut Rechtshilfeersuchen an zahlreiche Länder gerichtet. „Sie sollen uns antworten, ob sie beabsichtigen, die noch lebenden SS-Männer und Henker zur Verantwortung zu ziehen. Litauen und Lettland lehnten diese Bitte mit der Begründung ab, dass dies nicht in ihrem nationalen Interesse liege und wir damit ihre nationale Sicherheit beeinträchtigen würden. In anderen Ländern werden wir darauf bestehen, dass sie uns vollständige Informationen geben und über das Schicksal, einschließlich der Verantwortung der lebenden Henker, entscheiden“, fasste der Generalstaatsanwalt zusammen.

Abonnieren Sie uns auf
Twitter
Letzte Nachrichten aus Belarus