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Haushaltsbefragung MICS 6: Belarussen erzählen über Glück, Kinder und familiäre Beziehungen

Gesellschaft 31.01.2020 | 20:05

Wie erziehen die Belarussen ihre Kinder, wie wird das Recht auf Bildung und Erziehung wahrgenommen, wer ist glücklicher und mehr zufrieden mit dem Leben: Männer oder Frauen. Die Antworten auf diese Fragen sind nur ein kleiner Teil der vielseitigen statistischen Datenerhebung, die dem Komitee für Statistik (Belstat) vorliegt. Zu diesem Zweck wurde im Jahr 2019 die sechste Runde der Multi-Indikator-Cluster-Haushaltsbefragung zur Lage von Kindern und Frauen in Belarus (MICS 6) durchgeführt. Diese Arbeit wurde im Rahmen eines internationalen technischen Hilfsprojekts mit finanzieller Unterstützung des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF), der Europäischen Union, der Weltbank, der russischen Regierung und des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung organisiert.

MICS (Multiple Indicator Cluster Surveys) ist eines der größten internationalen Haushaltsbefragungsprogramme. Für Belarus ist diese Umfrage die einzige Quelle für Informationen über Indikatoren wie Kinderarbeit, Erziehung von Kindern und ihre Entwicklung in jungen Jahren. Man untersucht die häuslichen Bedingungen, die Einstellung von Frauen und Männern zur häuslichen Gewalt, das Sexualverhalten junger Menschen und die Lebenszufriedenheit.

Inna Konoschonok, Leiterin der Hauptabteilung für Alltagsstatistik und Haushaltsuntersuchung beim Nationalen Statistischen Komitee, war bei der Präsentation der MICS-Ergebnisse in Minsk und zeigte den Anwesenden einen großen Datenausschnitt. Nach ihren Angaben nahmen an der Umfrage fast 8,7 Tausend Haushalte aus allen Regionen des Landes und aus der Hauptstadt teil. Besonderes Augenmerk wurde auf Familien mit Kindern unter 5 Jahren gelegt, da ein großer Fragenblock sich auf die Erziehung und Verpflegung von Kindern in den frühen Lebensjahren bezog. Als Ergebnis wurden Informationen über 3.500 Belarussinnen und Belarussen im Alter von unter 5 Jahren und über mehr als 2.800 Kinder im Alter von 5-17 Jahren gesammelt. An den Umfragen nahmen vor allem Erwachsene teil: Frauen im Alter von 15-49 Jahren, Männer zwischen 15 und 59 Jahren.

Die MICS-Befragung wird in Belarus bereits zum dritten Mal durchgeführt (die ersten zwei Runden fanden 2005 und 2012 statt) - und bei vielen Indikatoren gibt es deutliche Verbesserungen.

Glück ist subjektiv

Zusätzlich zu den allgemeinen Ergebnissen lieferte die Studie objektive Daten zu 21 Indikatoren für nachhaltige Entwicklungsziele, auch im regionalen Vergleich. Die Lebensqualität und die Lebensbedingungen der Menschen auf vielen Parametern geben Anlass zu Optimismus. Fast die gesamte Bevölkerung von Belarus hat Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Elektrizität, Trinkwasser, sanitäre Einrichtungen, Sozialschutz und Technologie.

Auf die Frage, ob sie in der letzten Zeit in irgendeiner Form diskriminiert wurden, gaben nur 4,8 Prozent der Frauen und 4 Prozent der Männer an, sie hätten damit eine persönliche Erfahrung gemacht. Die Sozialisierung von behinderten Personen wird auch immer besser.

In den letzten drei Jahren wurden 2 % der Frauen und 3 % der Männer Opfer von Raub und Überfall, und ein Viertel davon hat sich bei der Polizei gemeldet.

Auch die Angst, Opfer eines Verbrechens zu werden, wurde als ein sozialpsychologisches Phänomen untersucht. Es ist in der Tat ein Gefühl der Sicherheit, das die Menschen haben, wenn sie beispielsweise allein auf der Straße in ihrer Nachbarschaft sind. Von den befragten Frauen gaben 64,5% an, dass sie sich sicher fühlen, während es bei den Männer 95,3 der Befragten sind. Gleichzeitig gaben 11% der Frauen und 1% der Männer an, dass sie nachts nicht allein gehen.

Im Allgemeinen war die subjektive Bewertung der Lebenszufriedenheit recht hoch. Auf einer Zehn-Punkte-Skala gaben Frauen im Alter von 15-49 Jahren durchschnittlich 7,2 Punkte, Männer - 6,8. Junge Menschen unter 24 Jahren sind da viel positiver eingestellt: Die Mädchen schätzen ihre Zufriedenheit mit dem Leben mit 7,5 Punkten und die Jungen mit knapp über 7 Punkten ein. Der Grad des Wohlbefindens hatte fast keinen Einfluss auf die Antworten der Befragten, ebenso wenig wie die familiäre Situation. Doch ein Umstand ist interessant: Das Glücksgefühl steigt mit dem Bildungsniveau.

90 % der Frauen und 86 % der Männer halten sich für glücklich (bei jungen Menschen - sogar noch mehr). Die Veränderungen in ihrem Leben im vergangenen Jahr wurden von 60% der Mädchen und 55% der Jungen als positiv bewertet. 88% der jungen Frauen und 79% der jungen Männer blicken optimistisch in die Zukunft. Insgesamt glauben zwei Drittel der Männer und 73% der Frauen, dass ihr Leben in einem Jahr besser sein wird.

Mutter und Kind

Die Gesundheit der Mutter und des Neugeborenen in Belarus steht unter besonderer Aufmerksamkeit des Staates. In den zwei Jahren vor der Haushaltsbefragung besuchten alle befragten Frauen mindestens 4 Mal im Jahr den Gynäkologen. Es ist bemerkenswert, dass die werdenden Mütter nicht nur kostenlose ärztliche Beratung in Anspruch nehmen: 30% der schwangeren Frauen haben sowohl kostenlose Vorsorgeuntersuchung in Anspruch genommen als auch bezahlbare Dienstleistungen. 3 Prozent der Schwangeren haben sich nur für eine bezahlbare Schwangerenvorsorge entscheiden. In den meisten Fällen wurde die Entscheidung, einen bezahlbaren Facharzt zu konsultieren, von den Ehemännern oder Partnern unterstützt.

Die Umfrage ergab, dass die Frauen in Belarus nur in Anwesenheit eines hochqualifizierten medizinischen Personals ein Kind gebären, die meisten Geburten finden in staatlichen Gesundheitseinrichtungen statt. „Ein hoher Anteil stationärer Geburten ist ein wichtiger Faktor, um die Gesundheitsrisiken für Mutter und Kind zu verringern“, sagte Inna Konoschonok.

Fast 60% der Mütter mit Neugeborenen werden nach der Entbindung 3-6 Tage lang von einem qualifizierten medizinischen Personal in der Klinik betreut. Rund 40 Prozent davon verbleiben in der Gesundheitseinrichtung 7 Tage und mehr. Nach der Entlassung werden die Mütter und ihre Neugeborenen von einer Pflegefachkraft zu Hause besucht. Im Allgemeinen wird jedes Neugeborene in Belarus medizinisch betreut.

Bekanntlich steht es in Belarus um die Geburtenrate recht angespannt. Wie bisher entscheiden sich die meisten Familien nur für ein Kind. Gleichzeitig gaben 36% der befragten Frauen im gebärfähigen Alter an, ein (weiteres) Kind gebären zu wollen, 50% der Frauen würden es vorziehen, keine Kinder (mehr) zu bekommen, 3% können nicht schwanger werden und 11% haben sich noch nicht entschieden. Von den Frauen, die sich ein Kind wünschen, planen mehr als 50 Prozent, in den nächsten fünf Jahren ein Kind zu bekommen. Unter verheirateten Frauen mit einem Kind ist der Wunsch, in den nächsten fünf Jahren ein zweites Kind zur Welt zu bringen, bei 77 Prozent vorhanden.

Mutter werden möchten vor allem junge Belarussinnen im Alter von unter 24 Jahren, ganz egal, ob sie dabei in einer festen Beziehung sind oder allein leben. Auch jede fünfte Frau im Alter von 35-39 Jahren und 6 Prozent der Frauen im Alter von 40-49 Jahren planen eine Kindergeburt.

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