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Gesellschaft
25 März 2020, 19:23

Karanik: Punktueller Ansatz kann Ausbreitung von COVID-19 eindämmen

MINSK, 25. März (BelTA) – Der punktuelle Ansatz bei der Bekämpfung der Coronavirus-Infektion COVID-19 erlaubt es, seine Ausbreitung in Belarus einzudämmen, sagte Gesundheitsminister Wladimir Karanik heute bei einem Live-Stream für Studenten.

An allen Einreisepunkten seien sanitäre Kontrollpunkte eingerichtet worden, wo eine Gesamt-Thermometrie durchgeführt werde. „Dieses Kontrollsystem funktioniert“, sagte Wladimir Karanik. „Bei mehr als 250 Personen, die über den Flughafen Minsk nach Belarus eingereist waren, wurden so die Anzeichen einer Virusinfektion festgestellt. Die meisten von ihnen hatte Grippe, Paragrippe, adenovirale Infektion. Wird ein Mensch auf das Coronavirus positiv getestet, steht er und alle, die mit ihm in Kontakt waren, unter medizinischer Beobachtung. Diese punktuelle Überwachung hilft die Ausbreitung der Virusinfektion zu vermeiden“, sagte der Minister.

„Im Kampf gegen das Virus wählt jedes Land seine eigene Strategie und geht dabei von den verfügbaren Ressourcen aus. Das Hauptziel der Bekämpfung ist es zu verhindern, dass das Gesundheitssystem kollabiert. Das geschieht, wenn die Zahl der Patienten die Versorgungskapazitäten mehrfach übersteigt. In Belarus ist zu diesem Kollaps dank dem erhaltenen sanitär-epidemiologischen Dienst nicht gekommen“, sagte Karanik. Jeder Fall von COVID-19 werde zum Gegenstand einer epidemiologischen Untersuchung, um die Situation durch punktuelle Eingriffe zu kontrollieren und die Übertragungskette zu unterbrechen.

Die Einführung von Quarantäne, bei der die Menschen unter anderem aufgefordert würden, den Abstand voneinander zu halten, könne in den Ländern mit einem schwach organisierten sanitär-epidemiologischen Dienst zweckmäßig sein. Auch wenn es unmöglich sei, eine epidemiologische Untersuchung wegen einer massiven Anzahl von Infizierten einzurichten, seien solche Quarantäne-Maßnahmen eine Alternative. Um aber langfristig eine Verbesserung der Situation zu erzielen, müssten diese Maßnahmen 12 -13 Wochen dauern. Kein Land werde es für möglich halten, so lange eine komplette Isolierung seiner Bürger durchzuziehen. Manche Länder, in denen das Gesundheitssystem überfordert sei, würden zu sehr strikten und strengen Maßnahmen greifen, um die Übertragungsrate zu reduzieren. „Sobald das Gesundheitssystem entlastet wird, lockert der Staat die Quarantäne-Maßnahmen in der Hoffnung, dass der nächste Höhepunkt weniger schwerwiegend sein wird und das System damit zurechtkommt“, erkläre der Minister.

Belarus halte die Ausbreitung der Coronavirus-Infektion und somit die Belastung auf das Gesundheitssystem unter Kontrolle. Zwei Faktoren spielen hierbei eine große Rolle - Prophylaxe und vorhandener Bettenfonds. Die Krankenhäuser wurden für die Aufnahme der Infizierten der ersten Ebene umstrukturiert. Dadurch ist es möglich, die infizierten Personen von anderen Kranken nach chirurgischen Eingriffen, mit Herzinfarkt, Schlaganfall voneinander zu trennen. „Die Tatsache, dass unsere Maßnahmen nicht so spektakulär sind, bedeutet nicht, dass sie weniger effektiv sind“, resümierte Karanik.

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