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Gesellschaft
12 November 2021, 15:08

Kinder spielen, Erwachsene bauen Hütten und warten auf Hilfe: Tag 5 im Flüchtlingslager

GRODNO, 12. November (BelTA) – Bitterkalte Nächte machen ihnen viel zu schaffen. Die Migranten, die seit dem 8. November im Niemandsland an der belarussischen Grenze zu Polen nahe des Grenzübergangs Bruzgi festsitzen, bauen Hütten aus Holzstämmen und Ästen auf. Hier warten sie auf Hilfe. Der Tag 5 im Migrantencamp am polnischen Grenzzaun ist angebrochen.

Unter den Geflüchteten sind der Großteil irakische Kurden. Polen lässt sie weiter in die EU, nach Deutschland oder Frankreich, nicht durch. Sie hoffen aber auf ein Wunder und campen direkt am Grenzzaun, trotz Kälte.

Das Leben im Lager geht weiter. Am 5. Tag wird erkennbar, dass sich die Menschen allmählich einleben. Neben Stoffzelten stehen nun richtige Hütten, die die Migranten aus Holzstämmen und Ästen aufgebaut haben. Am Stacheldrahtzaun, der von polnischer Seite errichtet wurde, trocknet die Kinderwäsche. Die Erwachsenen holen Wasser aus einem Wassertank, den die belarussischen Kommunaldienste regelmäßig in den Camp bringen. Manche Männer schleppen Holz für das Feuer: Für Brennholznachschub sorgen regionale Behörden.

Die Kinder toben und spielen. Wie wohl überall auf der Welt. Nur tragen sie hier oft eine Aufschrift auf der Stirn „I am cold.“

„Die Nächste sind sehr kalt. Das ist eine richtige Tortur selbst für erwachsene Menschen, geschweige denn für Kinder“, sagt einer der Flüchtlinge namens Kaled. Er ist 48 Jahre alt. Er stammt aus einem Vorort unweit von Damaskus. Er sagt, dass das Leben in der Heimat sehr schwer ist. Seine Kinder wohnen in den Niederlanden. Er geht zu ihnen und versteht nicht, warum man ihn nicht durchlässt.

„Ich will nicht nach Polen. Ich will zu meinen Kindern“, wiederholt der Mann und fragt die Journalisten, wann das Essen verteilt wird. Humanitäre Güter werden zwar regelmäßig geliefert, aber die Flüchtlinge sagen, dass sie immer noch nicht genug zu essen haben.

Auch ein anderer junger Syrer beklagt sich über die schwierigen Bedingungen. Er habe bereits am eigenen Leib gespürt, wie die polnischen Sicherheitsmänner mit den Migranten umgehen. Er werde es aber weiterhin versuchen, zu seiner Familie nach Deutschland zu kommen. Der Mann hofft, dass die Krise bald gelöst wird.

Nach verschiedenen Schätzungen befinden sich derzeit über 3.000 Menschen im Flüchtlingslager. Etwa 500 von ihnen sind Kinder, einige von ihnen Säuglinge. Die Zahl der Menschen nimmt zu, eine weitere Gruppe von 150 Personen hat heute erneut versucht, die Grenze zu überqueren. Nach dem gescheiterten Versuch machten sich die Menschen auf den Weg zum Lager. Die meisten Flüchtlinge sind irakische Staatsbürger, Kurden, aber auch Menschen aus anderen Ländern sind unter ihnen.

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