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09 November 2021, 16:12

Kotschanowa: Polens Haltung gegenüber Migranten und Schweigen der EU sind unmenschlich

MINSK, 9. November (BelTA) – Es ist unmenschlich, wie die polnischen Behörden mit Migranten umgehen und dass die EU dabei schweigend zuschaut. Das sagte die Vorsitzende des Rates der Republik der Nationalversammlung von Belarus, Natalja Kotschanowa, heute vor Journalisten.

„Diese Situation kann meiner Meinung nach niemanden in unserem Land kalt lassen. Unser Land hat mehrere Kriege erlebt, die so vielen Menschen Leid, Hunger und Tod gebracht haben. Wir wissen sehr wohl, wie schrecklich solche Zustände sind. Die Haltung der polnischen Behörden gegenüber den Migranten, das Schweigen und die fehlende Reaktion der Europäischen Union – das ist einfach unmenschlich. Wir können nicht ruhig zusehen, was an den Grenzen unseres friedliebenden Landes vor sich geht. Belarus hat immer nach Harmonie gestrebt und keine Menschenrechtsverletzungen geduldet. Deshalb sind heute unsere Kollegen, Parlamentsabgeordnete, zur Grenze gefahren, um sich selbst vor Ort ein Bild zu machen. Wir lesen Berichte und machen uns natürlich sehr große Sorgen um diese Menschen dort“, sagte Natalja Kotschanowa.

Heute werde versucht, die Schuld am Geschehen Belarus in die Schuhe zu schieben, so Kotschanowa. „Aber wir haben doch diese Menschen zu uns nicht eingeladen. Sie fliehen vor dem Krieg, sie wollen in die Europäische Union, sie suchen nach Arbeit und Frieden in Europa. Was haben unsere Republik, unsere Regierung und unsere Bevölkerung damit zu tun? Wir sind empört über derart Verhalten; es muss endlich aufhören. Wir werden unser Bestes tun, um Frieden und Ruhe in unserem Land zu bewahren. Wir müssen den falschen, unbegründeten Anschuldigungen gegen Belarus Einhalt gebieten“, sagte die Vorsitzende des Rates der Republik.

Der Rat der Republik und die Belarussische Journalistenunion (BJU) haben heute eine gemeinsame Ansprache zur Lage an der westlichen Grenze verfasst. Darin heißt es, dass die belarussische Position zur Situation mit den Migranten an alle internationalen Organisationen weitergeleitet wird, um die Wahrheit über die Vorgänge an der Grenze zu verbreiten. Außerdem wird geplant, gemeinsam mit Frauenorganisationen aus der ganzen Republik eine ähnliche Ansprache zu verabschieden. Belarussische Frauen können sich die schrecklichen Bedingungen, unter denen Männer, Kinder und Frauen heute leben müssen, nicht mehr ansehen. „Als Mütter und Großmütter bedauern wir sehr, dass so etwas im 21. Jahrhundert möglich ist. Wir können nicht begreifen, wie man auf diese Weise mit Menschen umgehen kann. Dagegen müssen alle kämpfen, die Frieden und Ruhe schätzen“, sagte sie.

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