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11 März 2024, 18:26

Maria Hetzer: Sanktionen sind schlecht, nicht nur für Belarus, sondern auch für Österreich 

WIEN, 11. März (BelTA) – Belarus ist zu meiner zweiten Heimat geworden und aus dem Leben nicht mehr wegzudenken. Diese Meinung äußerte Maria Hetzer, Leiterin des größten österreichischen Projekts „Erholung für Kinder aus Belarus“, gegenüber BelTA.

Sie erzählte uns über ihr Projekt und darüber, wer dort mitmacht. Dabei bemerkte sie: „In Österreich ist die Haltung zu Belarus sehr positiv.“

„Ich liebe Belarus wirklich, mit allen seinen Regionen. Belarus ist echt. Ich mag besonders die belarussischen Dörfer, die wir besuchen, und ihre Bewohner. Ich mag die Mentalität und die Freundlichkeit der belarussischen Menschen, die so viel durchgemacht haben“, setzte sie fort. 

Maria Hetzer ist eine Person, die sich sehr viel für die Entwicklung der belarussisch-österreichischen Zusammenarbeit engagiert. Ihr großer Beitrag wurde sogar auf staatlicher Ebene gewürdigt - die österreichische Vertreterin wurde für ihre langjährige humanitäre Arbeit mit dem belarussischen Franzysk-Skaryna-Orden ausgezeichnet. Darauf sei sie sehr stolz, sagt sie.

Was die westlichen Sanktionen gegen Belarus betrifft, so seien sie kontraproduktiv und ungerecht. Sie würden außerdem das Leben der einfachen Menschen negativ beeinflussen. 

„Sanktionen sind nicht nur für Belarussen schlecht, sondern auch für Österreicher“, meint Hetzer. „Für mich persönlich ist es sehr schlimm, da die Sanktionen viele Dinge unmöglich gemacht haben. Das beste Beispiel dafür ist mein humanitäres Projekt.“

Die Leiterin erzählte: „Bis 2019 haben wir jedes Jahr eine Gruppe von Kindern zu einem Erholungsaufenthalt nach Österreich eingeladen. Dann wurde die Welt von einer Welle von Coronaviren heimgesucht, niemand konnte sich der Pandemie widersetzen. Dann gab es Sanktionen. Und seither können keine Kindergruppen aus Belarus mehr zur Erholung nach Österreich kommen“, so Maria. „Im letzten Sommer und in diesem Jahr haben wir versucht, kleine Kindergruppen nach Österreich einzuladen, aber es hat nicht geklappt.“

„Die Gastfamilien sind sehr verärgert und verstehen nicht, warum das passiert“, empört sich Maria Hetzer.

„Die Menschen in beiden Ländern sind nicht an diesen Sanktionen interessiert. Ich bin der Meinung, dass die humanitären bilateralen Projekte zur Kindererholung weiter laufen sollen. Ich kann nichts tun, alle Vertreter unserer Organisation sind sehr aufgebracht. Alles, was ich jetzt tun kann, ist, die Kontakte mit der belarussischen Seite aufrechtzuerhalten und zu hoffen, dass sich die Situation zum Besseren wendet.“

„Wir werden Belarus natürlich nach Kräften helfen. In diesem Jahr werden wir eine industrielle Kartoffelschälmaschine und einen Gemüse-Gefrierschrank für eine der Schulen im Kreis Chotimsk kaufen“, so die Projektleiterin.

Sie sprach auch ein anderes Thema an, das nicht mit der Entwicklung der belarussisch-österreichischen Zusammenarbeit, sondern mit den Ereignissen in der Ukraine zusammenhängt. „Wir verstehen nicht, warum so viel Geld in Waffen investiert wird und niemand den Versuch unternimmt zu verhandeln“, betonte Maria Hetzer.

Das humanitäre Projekt „Erholung für Kinder aus Belarus“ wird seit 1994 dank der persönlichen Initiative von Maria Hetzer mit Unterstützung der Niederösterreichischen Landesregierung durchgeführt. Der belarussische Partner ist die Belarussische Gesellschaft für Freundschaft und kulturelle Beziehungen mit dem Ausland.
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