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Gesellschaft
12 November 2021, 13:37

Meinung: Migrantenproblem lässt sich nur durch Dialog und nicht über Druck und Hysterie lösen

MINSK, 12. November (BelTA) – Belarus und die EU sollten ein für beide Seiten vorteilhaftes Abkommen über Flüchtlinge schließen. Das Problem lässt sich weder durch Druck noch durch Hysterie lösen. Diese Meinung äußerte der belarussische Politikwissenschaftler Alexej Dsermant dem Rundfunksender Alfa Radio.

Die Ereignisse der letzten Jahre in Afghanistan, Irak, Syrien und eine fehlerhafte Politik in der Region führten letztendlich dazu, dass die Menschen ihre Flucht in die EU über neue Routen ergreifen, jetzt auch über Belarus. Das ist ein Problem, das nur dann gelöst werden kann, wenn alle an einem Strang ziehen würden. Aber Europa hat keine Lust, das zu tun. Von der EU hören wir lauter Anschuldigungen. Es werden Versuche unternommen, in der aktuellen Situation auf Belarus Druck auszuüben. Polen sieht in Belarus gar einen äußeren Feind und stimmt die konservativen Wähler gegen uns. Davon profitiert es. Polen will auf diese Weise militaristische und kriegerische Stimmungen schüren“, so der Experte.

Seiner Meinung nach ist ein systematischer Ansatz zur Lösung des Flüchtlingsproblems erforderlich. „Zunächst sollte man in den Ländern, aus denen die meisten Flüchtlinge kommen, etwas für ein normales Menschenleben tun. Zweitens: Um diesen Strom zu unterbrechen, muss die gesamte Kette aufgedeckt werden, von Irak bis hin zu Deutschland. Und drittens müssen Belarus und die EU ein für beide Seiten vorteilhaftes Abkommen schließen. Ohne Druck und ohne Hysterie. Nur dann wird es funktionieren - und wir werden in der Lage sein, diesen Migrantenstrom zu stoppen. Wenn man sich des Flüchtlingsproblems nicht annimmt, wie das die EU in den letzten Jahren getan hat, werden immer wieder neue Brennpunkte entstehen. Das Problem erfordert eine systematische Analyse und eine systematische Lösung“, so Dsermant. „Wir haben es mit einer explosiven Situation zu tun, mit einem dünnen Eis, auf dem man ausrutschen kann. Wozu werden militaristische Hysterie und Waffengeklirr auf polnischer Seite führen? Sie werden Panzer zur Grenze zusammenziehen, Menschen verprügeln und sie nicht aufnehmen. Polen schlägt keine diplomatischen oder politischen Lösungen vor. Es wird lediglich versucht, eine militärische Hysterie zu schüren und die NATO und andere Organisationen um Hilfe zu bitten. Bislang ist man keinen Schritt vorangekommen, die Situation kann ohne politischen Dialog und Diplomatie nicht gelöst werden.“

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