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Gesellschaft
09 November 2021, 13:21

Migranten-Lager an der EU-Grenze: Wenig Essen, kaum Trinkwasser, kein Schlaf bei Minustemperaturen

GRODNO, 9. November (BelTA) – Im Migranten-Lager an der östlichen EU-Außengrenze herrschen unhaltbare Zustände. Die im Niemandsland zwischen Belarus und Polen steckengebliebene Menschen sind gezwungen, bei Frost und Kälte im Freien zu schlafen. Sie bekommen kein Wasser und Essen. Für Kinder gibt es kaum warme Sachen. Darüber erzählten die Flüchtlinge einem BelTA-Korrespondenten vor Ort.

Am Morgen des 8. November wurde eine große Gruppe von Migranten in der Nähe des Grenzübergangs Bruzgi gesichtet. Sie waren auf dem Weg zur belarussisch-polnischen Grenze. Die Flüchtlinge, von denen die meisten irakische Staatsbürger kurdischer Nationalität sind, versuchten mehrfach, nach Polen zu gelangen und den von der polnischen Seite errichteten Grenzzaun zu überwinden. Gegen sie wurde Tränengas eingesetzt. Es waren Schüsse zu hören.

„Warum sie uns nach Polen nicht durchlassen wollen, begreife ich nicht“, sagt ein Migrant. „Wir gehen doch weiter nach Deutschland.“ Er habe hier an der Grenze seine 5-köpfige Familie mit dabei, fügte er hinzu. Das Essen sei bald alle, es gebe kaum Trinkwasser.

„Wir wollen nicht zurück in unser Heimatland, dort ist es schlimm. In Deutschland ist das anders. Das Wichtigste ist, dass wir dort arbeiten und unsere Kinder großziehen können“, fügt ein anderer Flüchtling hinzu. Ein anderer Mann bittet emotional darum, die EU über die Geschehnisse an der polnischen Grenze zu informieren.

Im Zeitlager vor dem polnischen Grenzzaun befinden sich derzeit etwa 3.000 Menschen. Am Morgen des zweiten Tages sieht es friedlich aus. Brennholz wird zu den Zelten gebracht, Lagerfeuer werden angezündet. Kinder laufen herum. Auf der polnischen Seite wird ein Lastwagen eingesetzt, um den während des Sturms beschädigten Zaun zu reparieren. Sobald die Menschen einen Journalisten sehen, werden sie lockerer und sprechen über ihre Probleme ganz offen, frei von der Leber weg.

„Es ist kalt, wir haben die ganze Nacht nicht geschlafen. Wie lange werden wir noch leiden? Sagen Sie ihnen, dass wir nicht nach Polen wollen und dass sie uns durchlassen sollen“, sagt einer von ihnen.

Ein anderer Mann, Vater von sechs Kindern, bittet um Hilfe bei der Beschaffung von Milch, Windeln und Hygieneartikeln für die Babys.

„Und wir brauchen auch Wasser. Wasser ist das Leben.“

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