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Gesellschaft
27 September 2021, 14:19

Migrationskrise: Über 150 Migrantengruppen wurden aus EU nach Belarus ausgestoßen

MINSK, 27. September (BelTA) – Innerhalb einer Woche hat das Staatskomitee für Grenzschutz zahlreiche Versuche registriert, über 150 Migrantengruppen aus der Europäischen Union nach Belarus auszustoßen. Das sagte Leiter des Grenzschutzkomitees Anatoli Lappo heute vor Journalisten.

„Innerhalb der letzten Wochen hat es rund 150 Gruppen gegeben. Das sind geschätzte 2,3 Tsd. Migranten. Manche wurden wiederholt aus der EU ausgestoßen“, sagte er.

„Aber die Menschen wollen nicht zurück. Sie wollen nach Deutschland. Sobald die Grenzer weg sind, drehen die Migranten um und gehen wieder zurück in die EU“, führte Lappo aus.

In den letzten 24 Stunden ist die Statistik besorgniserregend – es handelt sich um 25 Migrantengruppen mit einer Stärke von 300 Personen. „Das sind jene illegalen Migranten, die der Westen zu sich eingeladen hat und die vor dem Krieg fliehen, der in ihren Ländern gerade tobt. Und nun werden sie zurückgeschoben“, sagte der Vorsitzende des Staatskomitees.

„Manche entkräftete und zusammengeschlagene Flüchtlinge werden auf das Territorium der Republik Belarus einfach weggeworfen. Solche Personen bringen wir in unsere Krankenhäuser, dort werden sie natürlich medizinisch betreut“, betonte Lappo.

Seit Wochen sitzt eine Gruppe afghanischer Flüchtlinge an der Grenze zwischen Belarus und Polen fest. „Sie fliehen vor dem Krieg in ihrem Heimatland und bitten doch den Westen um Hilfe. Wenn sich die belarussischen Grenzsoldaten und die Ortsansässigen um sie nicht gekümmert hätten, hätte die Situation längst ein tragisches Ende genommen. Wir haben ihnen gesagt, kommt zu uns, wir geben ihnen Wärme. Aber sind sind fest entschlossen, in die EU weiter zu gehen. Natürlich haben wir ihnen alles gegeben, was wir konnten: Essen, Schuhe, warme Kleidung. Solche Hilfeaktionen werden täglich stattfinden, wir lassen doch Menschen nicht im Stich. Sie haben das nicht verdient“, sagte der Leiter des Staatskomitees.

Die Lage an der Grenze sei im Großen und Ganzen kontrollierbar, auch wenn es einige destabilisierende Faktoren gebe: Die Situation mit Migranten oder mit Waffenverstecken an der ukrainischen Grenze. Es habe Versuche gegeben, Waffen und Munition über die Grenze von der Ukraine nach Belarus einzuschmuggeln, erzählte Lappo.

Sei Jahren verstärke Belarus den Grenzschutzdienst an der belarussisch-ukrainischen Grenze. Es würden neuen Wachposten gebaut. „Die Arbeit dauert ununterbrochen an. An manchen Orten wird die ukrainische Grenze besser bewacht als die polnische. Gemeinsam mit Russland arbeiten wir seit 5 Jahren daran, den Schutz der südlichen Grenzen zu verbessern“, erklärte er.

Große Sorge machte Lappo zufolge die Einrichtung von Trainingslagern auf dem ukrainischen Territorium. „Dort werden Militärs ausgebildet. Das Ziel ist nachvollziehbar – ausgebildete Kämpfer sollen nach Belarus kommen. Und niemand weiß, was sie im Schulde führen“, resümierte er.

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