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Gesellschaft
01 Juli 2020, 10:03

Mit Stolz im Herzen: Der Traum vom Himmel oder ein Tag aus dem Leben des Fliegerhorstes Baranowitschi

Der einzige belarussische Kampfflugzeugstützpunkt befindet sich in Baranowitschi. Er ist 24 Stunden am Tag in Alarmbereitschaft. Bis vor kurzem hoben Militärpiloten die schnellen MiG-29 in die Luft. Vor einem halben Jahr machten sich die Piloten mit den moderneren Su-30 SM bekannt. BELTA-Korrespondenten hatten die Gelegenheit, einen Tag mit Militärfliegern zu verbringen und etwas über die Romantik und die Schwierigkeiten des Fliegerberufs zu erfahren.

Das Leben des Luftstützpunktes 61 für Jagdflieger lässt sich in wenige Worten fassen: Wenn es keine Flüge gibt, bereitet sich das Militär darauf vor. Dahinter steckt jedoch die titanische Arbeit vieler Menschen. Für die bevorstehenden Flüge werden die Kampfjets vom Ingenieurpersonal vorbereitet. Wehrpflichtige Soldaten helfen dabei. Sie arbeiten hauptsächlich als Fahrer von Spezialfahrzeugen. Sie bringen Sauerstoff, Treibstoff und andere Flüssigkeiten zum Betanken von Flugzeugen. Ihren Teil der Arbeit leisten auch Funkspezialisten. Zwischen den Flügen studieren die Piloten die Theorie und arbeiten die Aufgaben zuerst am Boden und dann am Himmel ab.

„Die Hauptaufgabe ist die Vorbereitung auf den Kampfeinsatz. Jeder Pilot hat ein Programm zur Aneignung und Erwerb von Flugqualifikationen. Das heißt, es findet eine permanente Entwicklung statt“, sagt der Kommandant des Luftstützpunktes Juri Pyshik. „Wir sind der einzige Kampffliegerhorst, der rund um die Uhr im Kampfeinsatz ist. Dies ist eine hohe Verantwortung. Das Ausbildungsniveau des Flug- und Technikpersonals zeigt, dass wir in der Lage sind, jede Aufgabe zum Schutz der Staatsgrenze im Luftraum zu erfüllen“.

Auf dem Flugplatz ist viel los. Die Techniker überprüfen gewissenhaft die Gebrauchstauglichkeit der Ausrüstung und Systeme von Flugzeugen. Von Zeit zu Zeit kommen Lastwagen zum Auftanken. Wir werden auf hellblaue Kampfjets Su-30 SM aufmerksam. „Das ist der Stolz nicht nur unseres Luftstützpunktes, sondern der gesamten Streitkräfte. Die Su-30 SM ist ein modernes Mehrzweckflugzeug der Generation 4+. diese Maschinen haben einzigartige Fähigkeiten. Der Jäger ist in der Lage, Luftkämpfe zu führen, Ziele auf große Entfernungen abzufangen und Bodenziele anzugreifen. Wir haben diese Maschine bei der Parade vorgeführt“, bemerkte Juri Pyshik.

Im vergangenen Herbst wurde der Fliegerpark um vier Su-30 SM erweitert. Bald werden noch 8 Jets hinzukommen. Die Piloten und Techniker wurden für die Arbeit mit den neuen Kampfflugzeugen umgeschult. Piloten der ersten Staffel fliegen sie, ihre Kollegen heben die MiG-29 in den Himmel.

Der leitende Luftfahrttechniker Roman Abramowitsch war einer der ersten, der mit der neuen Technik arbeitete. Im vergangenen Sommer schloss er sein Studium an der militärischen Fakultät der Belarussischen Staatlichen Akademie für Luftfahrt ab. Zuerst wartete er MiG-29, seit Oktober - Su-30 SM. „Ich bin für das gesamte Flugzeug verantwortlich. Es hängt von meiner Arbeit ab, wie es sich in der Luft verhalten wird. Ich trage die Verantwortung für das Leben des Piloten, der in die Kabine einsteigt und sicher sein soll, dass alles gut funktioniert“, sagte der Leutnant. Roman Abramowitsch gab zu, dass ihn das Fliegen seit seinen ersten Studientagen fasziniert habe. Er habe nicht nur einen Lieblingsberuf, sondern auch ein Hobby gefunden. „Als ich mein Studium aufnahm, begann ich mit dem Modellieren von Flugzeugen. Wenn man richtige Jets bedient, ist man sehr darauf gespannt, wie die Modelle funktionieren. Ich habe heute 11 Flugzeug-Modelle und 2 Hubschrauber-Modelle - alle Flugzeuge, die in Belarus im Einsatz sind, darunter auch Su-30 und MiG-29“, erzählte er.

Einige Flugzeuge, die Roman Abramowitsch als Modelle baut, konnte sein Kollege Sergej Gluschtschenko als Pilot in die Luft heben. Der Erstflug fand 1999 mit der Jak-52 statt. Dann brachte er die L-39, Su-27 und MiG-29 in den Himmel und fliegt jetzt die Su-30 SM. Der Major verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung. Er selbst sagt, dass er immer noch fliegen lerne. „Wir führen Übungsflüge durch, so dass wir jederzeit bereit sind, Aufgaben zum Schutz der Staatsgrenze im Luftraum von Belarus durchführen zu können. Wir bereiten uns darauf vor, ein Leben lang zu fliegen. Man muss seine Kompetenzen ständig auffrischen, verbessern und perfektionieren“, sagte er und fügte hinzu, dass der Flug von 15 Minuten bis zu 1,5 Stunden dauern kann.

Auf dem Flugplatz des 61. Fliegerhorstes sind die Besatzungen rund um die Uhr in Alarmbereitschaft. Auf ein Signal hin sollten die Piloten einen Platz in der Kabine einnehmen und auf Kommando in kurzer Zeit abheben. Die Situationen könnten verschieden sein. Zum Beispiel muss ein Kampfflugzeug den Eindringling finden und ihn zur Landung zwingen. „Belarus ist ein Transitland, wir haben viele Passagier- und Frachtflugzeuge, die auf Flugrouten über unseren Städten und Dörfern fliegen. Wenn einer von ihnen sich nicht an die Flugregeln hält (von der Route abgewichen ist oder sich nicht gemeldet hat), wird eine Alarmeinheit abgehoben. In Extremfällen können sogar Waffen eingesetzt werden, aber dazu kommt es in der Regel nicht“, sagte Sergej Gluschtschenko.

Alles, was Piloten in der Luft tun sollen, müssen sie automatisch tun: In der Luft gibt es keine Zeit, über die Stresssituation nachzudenken. Deshalb wird jede Bewegung und jede Situation an Simulatoren gedrillt. Der Simulator sieht aus wie die echte Flugzeugkabine. Es werden Bildschirme aufgestellt, auf die das Bild eines bestimmten Geländes projiziert wird. „In einigen Fällen haben Piloten ein paar Sekunden Zeit zum Nachdenken. Es ist eine große Verantwortung, denn ein Kampfflugzeug fliegt über die Köpfe der Menschen. Man kann es nicht wie ein Auto am Straßenrand anhalten, die Motorhaube anheben und an den Drähten ziehen. Wenn im Flugzeug etwas versagt, bewegt es sich weiter. Im Flug passiert das nicht sehr oft, aber es besteht immer eine Chance“, sagte der Pilot.

Der Dienst der Militärpiloten ist, milde gesagt, schwer. Jedes Mal, wenn sie fliegen, stehen sie unter großer körperlicher Belastung. Aber sie sind bereit, immer wieder ans Steuer zu setzen, weil sie in den Himmel verliebt sind.

Alewtina Tschernowolowa

Fotos Wadim Jakubjonok

BELTA. -0-

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