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28 Dezember 2022, 14:19

NAN-Experte erzählt über die Entstehung der belarussischen Weltraumindustrie

Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum in Swjosdny Gorodok
Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum in Swjosdny Gorodok

MINSK, 28. Dezember (BelTA) – Welches schicksalhafte Ereignis ist dafür verantwortlich, dass in Belarus eine eigene Weltraumbranche entstanden ist – darüber erzählte Sergej Solotoi, Direktor des Unternehmens „Geoinformationssysteme“ der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Belarus.

Zu Sowjetzeiten gab es in Belarus technisch-wissenschaftliche Kollektive, die an Raumfahrtprogrammen beteiligt waren. Der Ministerrat des unabhängigen Belarus hat einen Rat für Weltraumfragen gegründet. So wurden diese Kollektive nicht aufgelöst. Sie erhielten zuerst ganz konkrete Aufgaben und Aufträge, bis der Staat ein eigenes System für technisch-wissenschaftliche Programme entwickelt hat.

Unter den ersten Aufträgen waren zum Beispiel die vom Verteidigungsministerium, das topografische Karten dringend zu aktualisieren brauchte. Zu jener Zeit gab es in Belarus eine eigene wissenschaftliche und technologische Schule für digitale Kartografie. Die Quelle für die Aktualisierung solcher Karten waren die Ergebnisse der topografischen Vermessung. „Um die topografischen Karten der Nachbarstaaten zu aktualisieren, benötigten wir Aufnahmen aus dem Weltraum“, so der Spezialist.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften von Belarus stellte nach eigener Recherche fest: Es gab zwei oder drei Raumfahrzeuge mit den erforderlichen Eigenschaften für die Aktualisierung von Karten. Die Akademie der Wissenschaften hat ein Konzept für die Schaffung eines eigenen Systems für die Fernerkundung der Erde ausgearbeitet. Es wurde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt.

„Alexander Lukaschenko hat 2003 einen Erlass unterzeichnet, 2006 haben wir mit BelKA den ersten kosmischen Apparat gebaut“, erinnert sich Sergej Solotoi. Er ist davon überzeugt, dass die Entscheidung des Staatsoberhauptes im Jahr 2003 es ermöglichte, „die wissenschaftlichen Teams zu erhalten und der Entwicklung der gesamten Weltraumbranche einen neuen Impuls zu geben“. Auf Regierungsebene wurde eine Reihe von staatlichen Weltraumprogrammen verabschiedet. Es wurde viel entwickelt – von einzelnen Elementen und Technologien bis hin zur Hardware.

So begann das Unternehmen Peleng mit der Entwicklung von Ausrüstungen für digitale Raumfahrzeuge. „Peleng hat Anlagen entwickelt, die für die Arbeit im offenen Weltraum geeignet waren.. Das ist ein Temperaturunterschied von ca. 400 Grad, Strahlung, also solche Anforderungen an die Elektronik. Die Berechnungen wurden am Institut für Wärme- und Stoffübertragung der Nationalen Akademie der Wissenschaften durchgeführt“, so der Spezialist.

Um ein Teleskop zu bauen, das den Anforderungen des Raumfahrzeugs entspricht, wurden Fotoempfänger-Matrizen benötigt. „Damals und auch heute noch werden sie vom US-Außenministerium kontrolliert und in unseren Ländern nicht verkauft“, so Sergej Solotoi. „Daher hat „Integral“ eine eigene Produktion von Matrizen gestartet. Unter den heutigen Bedingungen ist es äußerst wichtig, solche Produktionen zu haben, denn die westlichen Länder weigerten sich, ihre Elektronik an Belarus und Russland zu liefern.“

Die Entscheidung des Präsidenten von 2003 war schicksalsträchtig: Sie gab der Entwicklung der belarussischen Optik- und Elektronikindustrie einen neuen Impuls und wurde zweifellos zu einer Grundlage für die Schaffung einer ganzen Branche.

„Leider versagte die Trägerrakete während des Starts und das Gerät ging verloren“, erinnerte Solotoi an den missglückten ersten BelKA-Start im Jahr 2006. „Der Präsident war bei diesem Start anwesend. Dort, in Baikonur, gab er den Befehl, eigenes Raumschiff zu bauen.“

Im Jahr 2012 wurde das zweite Raumfahrzeug gebaut und zusammen mit dem russischen Kanopus erfolgreich gestartet.

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