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28 Dezember 2022, 14:10

Nationale Akademie für Wissenschaften: Welche wirtschaftliche Auswirkung hat der Start des belarussischen Raumschiffs?

MINSK, 28. Dezember (BelTA) - Die Einnahmen aus dem Verkauf von Technologien und Produkten, die während der Durchführung des Projekts entwickelt wurden, übersteigen die Kosten für die Entwicklung des belarussischen Raumfahrzeugs und den Betrieb des gesamten Fernerkundungssystems um mehr als 30 Millionen US-Dollar. Darüber erzählte Sergej Solotoj, der Direktor des Unternehmens für Geoinformationssysteme der Nationalen Akademie für Wissenschaften von Belarus, im Projekt "Postfactum: Beschlüsse des Ersten" auf dem BELTA-YouTube-Kanal.

Auf die Frage, ob der Start des belarussischen Satelliten im Jahr 2012 aus wirtschaftlicher Sicht gerechtfertigt war, machte der Experte aufmerksam: "Heute werden alle optronischen Überwachungssatelliten zur Erfüllung der staatlichen Sicherheitsaufgaben eingesetzt. Und diese Dinge sind nicht durch einen direkten wirtschaftlichen Effekt definiert. Er erläuterte, dass in westlichen Ländern ein Staat bei der Entwicklung eines Raumfahrzeugs gewisse Verpflichtungen übernimmt und garantiert, dass er 80 % der Ressourcen eines Satelliten kaufen wird. "Starlink, SpaceX von Ilon Musk... Alle Projekte funktionieren nach diesem Schema. Wenn es einen gesicherten Auftrag gibt, kann man einen Kredit aufnehmen und die Arbeiten erledigen. Nur 15-20% bleiben für den Handel übrig (kommerzielle Nutzung von Raumfahrzeugen)", so Sergej Solotoj.

Er ermahnte, dass im Jahr 2006, als Belarus seine erste Raumsonde startete, nur 2-3 Satelliten mit einer Auflösung von 2 m in der Umlaufbahn waren. Die Kosten für die Bilder betrugen 8 US-Dollar pro Quadratkilometer bei einer Kapazität von 100 Tausend Quadratkilometern pro Tag. "Wenn man nachrechnet und sogar 10 % der Kapazität nimmt, kann die Rückflussfrist 2 Jahre betragen. Doch im Jahr 2012 änderte sich die Lage dramatisch. Es gab eine Menge von diesen Geräten und die Kosten für diese Klasse von Weltraumbildern ist auf etwa 30 Cent gesunken. Die Kosten für die Raumfahrzeuge selbst bleiben im Wesentlichen unverändert", sagte er.

Wie Sergej Solotoj aufmerksam machte, wird einerseits der Markt für Raumfahrtinformationen von Jahr zu Jahr gesättigter. Aber in einer kritischen Lage ist es unmöglich, solche Auskünfte zu erhalten. "Heute ist es unmöglich, hochauflösende Weltrauminformationen über das Gebiet der Ukraine oder Belarus zu kaufen. Ausländische Satelliten verkaufen diese Informationen einfach nicht. Besitzt man keinen eigenen Satelliten, hat man dementsprechend auch keine Informationen", erläuterte er.

Bei der Bewertung der wirtschaftlichen Effizienz des Projekts zum Bau des ersten belarussischen Raumschiffs sollten daher nicht nur die direkten, sondern auch die indirekten wirtschaftlichen Auswirkungen, wie z.B. Einnahmen aus dem Verkauf von Software, Technologien. berücksichtigt werden. "Die Erlöse aus dem Verkauf von Technologien und Produkten, die während der Projektdurchführung entwickelt wurden, übersteigen die Kosten für die Erstellung und den Betrieb des gesamten Systems um mehr als 30 Millionen US-Dollar", betonte der Experte.

Dank des Fernerkundungssystems erhält das belarussische Ministerium für Notfallsituationen beispielsweise vollständige Informationen über Temperaturanomalien und Brände, auch in den angrenzenden Gebieten. In diesem Zusammenhang ermahnte Sergej Solotoj den Großbrand in der Tschernobyl-Zone im Jahr 2019. Das belarussische Katastrophenschutzministerium war bereits zwei Wochen vor dem Brand an der Landesgrenze über den Notfall informiert (obwohl sich die ukrainische Seite weigerte, die Tatsache des Brandes anzuerkennen). In der Nähe der Grenze wurden geeignete Maßnahmen ergriffen, um das Feuer im Notfall zu stoppen. "Er wurde fast an der Grenze gestoppt. Im belarussischen Gebiet brannten vier Hektar, in der Ukraine mehrere tausend. Allein diese Tatsache beweist die Wirksamkeit des Systems“, ist der Experte überzeugt.

Ein weiteres Beispiel für die Nutzung von Informationen aus dem Fernerkundungssystem ist die Entwicklung von Technologien zur Bewertung der Küstenerosion in Venezuela. "Raumfahrttechnologien sind nicht nur eine Lokomotove für die Entwicklung der eigenen Industrie, sondern Raumfahrtdaten können auch wirksam zur Lösung verschiedener Aufgaben der Volkswirtschaft eingesetzt werden", so Sergej Solotoj.

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