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08 Dezember 2022, 14:04

NS-Terror in Belarus: 35 neue Orte der Vernichtung sollen 2023 untersucht werden

DJATLOWO, 8. Dezember (BelTA) – Im kommenden Jahr werden in Belarus 35 neue Orte untersucht, wo die deutsch-faschistischen Eroberer ihre Untaten begangen haben. Das sagte Generalstaatsanwalt Andrej Schwed vor Journalisten nach der heutigen Umbettung von sterblichen Überresten der während der NS-Invasion in Belarus ermordeten Zivilisten.

„Im nächsten Jahr planen wir, weitere 35 Orte der Vernichtung zu untersuchen. Wir werden diese Orte beschauen und Ausgrabungen vornehmen. Ich denke, dass diese traurige Zahl der umgebrachten Zivilisten nur noch zunehmen wird. Wir erhalten immer mehr Informationen aus den Archiven der Russischen Föderation. Diese Dokumente zeigen, dass die Nazis und ihre Komplizen - litauische, estnische, lettische, ukrainische Bataillons und polnische Strafeinheiten - von 1942 bis 1944 bei der totalen Vernichtung der Zivilbevölkerung mitgewirkt haben“, sagte Andrej Schwed.

Allein in diesem Jahr hat ein Sonderausschuss des Ermittlungskomitees Informationen über mehr als 1000 verbrannte Dörfer erhalten. „Wir sprechen heute über eine Zahl von mindestens 10.300 Dörfern und Kleinorten, die meist mitsamt ihrer Bewohner komplett oder nur teilweise vernichtet wurden. Allein in diesem Jahr fanden wir etwa 60 weitere Orte, an denen Todeslager eingerichtet worden waren, darunter auch im Kreis Djatlowo. Hier wurden nicht nur Ghetto-Insassen umgebracht. Zwischen Herbst 1941 und Herbst 1943, mitunter sogar bis zum Winter 1944, wurden hier Zivilisten aus der gesamten Region und einigen Nachbarstädten ermordet. Um die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen, haben die NS-Henker im Jahr 1943 an diesen Ort waggonweise Kalk geliefert und diesen mit den Überresten von Ermordeten vermischt. Auf diese Weise wollten sie ihre Untaten aus der Erinnerung löschen. Sie taten das im ganzen Land“, fügte Andrej Schwed hinzu.

Zur Umbettung waren Vertreter aus Staat, Öffentlichkeit sowie junge Menschen zusammenkommen. „Jede Trauerveranstaltung dieser Art schafft ein solides Fundament, ein nicht nur ideologisches, sondern auch moralisches Fundament, auf dem wir unsere weitere Arbeit mit unserer Jugend aufbauen sollen. Die Kinder beginnen zu verstehen, warum es passiert ist. Darüber müssen wir täglich sprechen. Warum maßen sich die Anhänger von Nazismus und Faschismus das Recht an, andere zu töten und ungestraft Gräueltaten zu begehen? Es ist wichtig zu sagen, wohin diese Ideologie führt. Wir müssen, wie der Staatschef sagte, sehr sorgfältig die Erinnerung an all diese Orte der Vernichtung bewahren. Die Menschen in der ganzen Welt sollen wissen, wo in Belarus Orte des Gedenkens und des Erinnerns sind“, sagte der Generalstaatsanwalt.

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