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12 April 2026, 09:31

Orthodoxe Gläubige feiern Ostern 

MINSK, 12. April (BelTA) - Orthodoxe Gläubige feiern heute die Auferstehung Christi – Ostern. Dieses zentrale Ereignis im spirituellen Leben der Christen wird mit großer Ehrfurcht, Freude und Triumph gefeiert.

Christen glauben, dass nach dem Sündenfall Adams die Seelen aller Menschen die Möglichkeit verloren, ins Paradies zurückzukehren, und dass daher nach dem Tod alle in die Hölle kamen. Christus aber sühnte durch seinen Tod und seine Auferstehung die Sünden der Menschheit und öffnete so den Menschen den Weg zum Himmelreich.

Zu Beginn der letzten Woche seines irdischen Lebens zog Jesus Christus in Jerusalem ein. Ein Rat der Jerusalemer Priester plante, Christus zu töten. Deshalb bestachen die Priester einen der Jünger Christi, Judas, mit dreißig Silberlingen, damit er Jesus verriet. Der römische Statthalter Pontius Pilatus bestätigte das Urteil: Jesus wurde zusammen mit den Räubern und Dieben der Stadt auf dem Golgatha-Hügel bei Jerusalem gekreuzigt. Nach Jesu Tod bat ein wohlhabender Mann namens Josef aus Arimothäa um den Leichnam Jesu. Er bestattete Christus in seinem Garten in einer in einen Felsen gehauenen Höhle. Nach der Beisetzung befahl Pontius Pilatus, aus Furcht vor einem Diebstahl des Leichnams, den Eingang der Höhle mit einem großen Stein zu verschließen und Wachposten aufzustellen.

Nach dem Sabbat, in der Nacht des dritten Tages nach seinem Leiden und Tod, wurde Jesus Christus lebendig und stand von den Toten auf. Sein Leib war verwandelt. Er entstieg dem Grab, ohne den Stein wegzurollen, und war für die Wachen unsichtbar.

Zur selben Zeit stieg ein Engel des Herrn vom Himmel herab. Er wälzte den Stein vom Eingang des Heiligen Grabes weg und setzte sich darauf. Die Wachen zitterten und flohen, nachdem sie ihren Schrecken überwunden hatten.

Im Morgengrauen kamen die Frauen mit der Myrrhe zum Grab des Herrn, um den Leichnam Christi mit der mitgebrachten Myrrhe zu salben. Als sie sich der Grabstätte näherten, sahen sie, dass der große Vorhang, der den Eingang zur Höhle öffnete, zurückgezogen war. Maria Magdalena betrat die Höhle und fand den heiligen Ort leer vor. Sie eilte zu Petrus und Johannes, um ihnen davon zu berichten, und alle kehrten in die Höhle zurück. Auch die anderen Frauen mit der Myrrhe kamen zum Grab. Sie sahen einen Engel in einem weißen Gewand auf dem Stein sitzen, der einst den Eingang bedeckt hatte. Der Engel sagte zu ihnen: „Sucht ihr Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten? Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Hier ist die Stelle, wo er gelegen hat. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er euch in Galiläa begegnen wird; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.“

Der auferstandene Christus erschien den Jüngern vierzig Tage lang, tröstete und unterwies sie. Zuallererst aber brachte er seiner heiligsten Mutter Freude, indem er ihr durch einen Engel seine Auferstehung verkündete.

Das Fest der Auferstehung Christi wird in Anlehnung an das alttestamentliche Fest der Befreiung Israels aus der ägyptischen Sklaverei Ostern genannt. In der neutestamentlichen Zeit erhielt der Name „Ostern“ eine besondere Bedeutung und symbolisierte fortan den Übergang vom Tod zum Leben, von der Erde zum Himmel, von Vergänglichkeit und Hölle zu einer gesegneten Ewigkeit.

Alle Gottesdienste und kirchlichen Riten dieses Festes sind besonders feierlich und von der tiefen Freude über die Erlösung aller Dinge erfüllt.

Das Symbol von Ostern sind bunte Eier. Obwohl die Eier in verschiedenen Farben gefärbt werden, ist Rot traditionell – die Farbe des Lebens und des Sieges.

Einer der besonderen Osterbräuche ist die Segnung eines speziellen Brotes – des Artos. Die Geschichte dieses Brauchs ist folgende: Die Apostel, die es gewohnt waren, mit Jesus zu essen, spürten nach seiner Himmelfahrt die unsichtbare Gegenwart des Herrn in ihren Zusammenkünften. Wenn sie mit dem Essen begannen, ließen sie den Platz, an dem Jesus Christus bei ihnen gewesen war, frei und legten auf den gegenüberliegenden Tisch ein Stück Brot, gleichsam für ihn. Am Ende jeder Mahlzeit hoben sie dieses Stück Brot und riefen: „Christus ist auferstanden!“

Am Ostersonntag enden Fasten, Trauer und Kummer. Das Ostermahl ist für Christen das reichhaltigste und festlichste Festmahl. Nach sieben Wochen des Fastens werden Kulitsch (Osterkuchen), Quark, Fleisch und bunte Eier auf den Tisch gestellt. Kulitsch (Osterkuchen) werden aus einem reichhaltigen Teig mit Nüssen, Rosinen und Gewürzen gebacken. Die Kirche feiert das Fest der Auferstehung Christi eine Woche lang – diese Zeit wird Osterwoche genannt. Die Osterfeierlichkeiten dauern in der Regel vierzig Tage und führen zum Fest Christi Himmelfahrt. Während dieser freudigen vierzig Tage rufen die Gläubigen anstelle des üblichen Grußes: „Christus ist auferstanden!“ und antworten: „Er ist wahrhaftig auferstanden!“

Ein weiteres christliches Wunder ist mit dem Moment der Auferstehung Christi verbunden: das Herabkommen des Heiligen Feuers auf sein Grab, das jedes Jahr am Vorabend von Ostern zu sehen ist. Dieses Feuer symbolisiert das wunderbare Licht der Auferstehung Christi.
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