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02 November 2022, 18:49

Politologe: Der Westen pumpte Ukraine mit Waffen voll, solange der Konflikt eingefroren war

MINSK, 2. November (BelTA) – Während der Ukraine-Konflikt nach dem Abschluss der Minsker Vereinbarungen eingefroren war, pumpte der Westen die Ukraine mit Waffen voll. Diese Meinung äußerte Politikwissenschaftler Alexej Beljajew im Youtube-Projekt der Telegraphenagentur BelTA „W teme“ (Thema im Gespräch).

„Leider sehen wir, dass die Ereignisse in der Ukraine nicht dazu gedacht waren, sie auf halbem Wege zu stoppen. Wir können uns an die Situation erinnern, als man versuchte, diese Krise friedlich zu lösen. So wurden beispielsweise in Minsk entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet, als die Truppen der Volksrepubliken Donezk und Lugansk mit gewisser militärischer und diplomatischer Unterstützung Russlands die damals schwache und schlecht organisierte ukrainische Armee besiegten. Der Westen versuchte damals die Situation und seine Marionetten zu retten, die in Kiew die Vertreter der ukrainischen Staatsführung spielten. Dank der diplomatischen Bemühungen einiger westlicher Politiker, insbesondere von Angela Merkel, wurden Vereinbarungen getroffen, die der Ukraine zwar keinen Frieden brachten, aber den Konflikt vorübergehend einfroren“, so Beljajew.

Unter den damaligen Bedingungen war es allen klar, dass es selbst mit der „Steinmeier-Formel“ sehr schwierig war, eine Position zum Friedensvertrag auszuarbeiten. Das Problem war, dass Donezk und Lugansk Grauzonen blieben, für die niemand die Verantwortung übernehmen wollte. Die Ukraine verlangte die Kontrolle über diese Gebiete, doch nach der „Steinmeier-Formel“ mussten zunächst die Waffen abgezogen und die ukrainische Gesetzgebung geändert werden. Mit anderen Worten brauchte man damals eine rechtliche Basis für die weitere Selbstbestimmung der Gebiete Donezk und Lugansk.

„Hätte man die Minsker Vereinbarungen in vollem Umfang umgesetzt, hätte die Ukraine ihre Verfassung überarbeiten und tatsächlich eine Föderation werden müssen. Aber die Hauptnutznießer des Konflikts, die USA, wollten das nicht, weil es wirklich eine Chance für einen echten Frieden bot. Und mehrere Jahre lang wurde die Ukraine mit westlichen Waffen vollgepumpt, die ukrainische Armee wurde auf NATO-Standards umgeschult, nach diesen Standards wurden mittlere und hohe Kommandeure ausgebildet. Im Informationsraum fand eine massive Vorbereitungsarbeit statt, um die Weltöffentlichkeit daran glauben zu lassen, dass man die Ukraine in ihrem Handeln unterstützen soll. Zielgruppe dieser Informationsarbeit waren jene Staaten, die von den USA oder dem kollektiven Westen besonders stark abhängig waren. Und es war allen klar, dass sich die Ereignisse zuallerletzt auf dem militärischen Feld abspielen würden. Die einzige Frage war, wer als Erster anfangen würde. Die Tatsache, dass Russland etwas früher seine Sonderoperation begonnen hat, deutet nur darauf hin, dass die Situation so weit gediehen war, dass ein Präventivschlag erforderlich war. Andernfalls hätten die Folgen viel schlimmer sein können“, meint Alexej Beljajew.

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