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07 September 2021, 13:55

Ratschkow über Sapad 2021: Wir bedrohen niemanden

MINSK, 7. September (BelTA) – Mit der Militärübung Sapad 2021 geht von Belarus keine Bedrohung für den Westen aus. Der Staat sollte auf jedes Szenario gefasst sein. Das sagte Sergej Ratschkow, Vorsitzender des Ständigen Ausschusses des Rates der Republik für internationale Beziehungen und nationale Sicherheit, der Zeitung „SB. Belarus segodnja.“

„Das Manöver Sapad 2021 ist notwendig. Es ist keine Ressourcenverschwendung. Militärmanöver wurden bereits zu Sowjetzeiten durchgeführt, als Belarus die westliche Grenze der UdSSR verteidigte. Nun ist unser Land ein Vorposten an der westlichen Grenze des Unionsstaates, die es gut zu verteidigen gilt. Besonders heute, wo wir sehen, was an unserer Grenze passiert. Die NATO stärkt ihre Präsenz. Sie führt ihre eigenen Militärübungen und Truppenausbildungsmaßnahmen durch und baut ihre paramilitärischen Kräfte aus“, sagte der Senator. „Unsere Nachbarn sollten wissen, dass unsere Manöver Routineübungen sind. Aber wenn der hybride Krieg, der jetzt gegen unseren Staat geführt wird, plötzlich in eine heiße Phase übergeht, dann müssen die Streitkräfte der Republik Belarus und der Russischen Föderation neu formatiert werden und alle Besonderheiten möglicher bewaffneter Konflikte berücksichtigen“.

Sergej Ratschkow erinnerte daran, dass Belarus im vergangenen Jahr in ein geopolitisches Spiel großer Weltakteure einbezogen wurde. „Vor allem aufgrund unserer geographischen Lage – Belarus befindet sich im Spannungsfeld zwischen Ost und West. Gleichzeitig sind wir als Verbündeter Russlands und Mitglied des Unionsstaates an einer engen wirtschaftlichen Integration mit dem Nachbarstaat beteiligt. Das wird vom Westen als eine gewisse Bedrohung angesehen. Ich möchte noch einmal betonen, dass wir niemanden bedrohen, sondern die reale Situation in der Welt und im euroatlantischen Raum beurteilen, wo die NATO ihre Präsenz verstärkt. Deshalb müssen wir auf jedes Szenario gefasst sein. Diese Bereitschaft sollen wir demonstrieren, unter anderem im Rahmen solcher Militärmanöver.“

Nikolai Busin, Vizeleiter des Generalstabs der Streitkräfte für Wissenschaft, sagte, dass in jedem Staat die Armee für die Gewährleistung der nationalen Sicherheit und Bewahrung der territorialen Integrität zu sorgen hat.

„Diese Aufgabe kann nur dann erfolgreich gemeistert werden, wenn die Armee ihre Kräfte ausbildet und Übungen durchführt. Selbst mit modernen Technologien und digitalen Mitteln wird die militärische Konfrontation nicht ohne einen persönlichen Kontakt auskommen. Die Militärübungen sind traditionell, sie erfordern die Präsenz von Soldaten und Offizieren. Wir führen diese Übungen schon seit vielen Jahren durch. Was ist der Zweck? Bewertung der Fähigkeiten unserer Gruppierung in diesem Bereich, um angemessen auf die Bedrohungen und Herausforderungen der Situation zu reagieren. Wir üben das Zusammenspiel von Staaten und Militärbehörden und modernisieren alle Versorgungs- und Verwaltungssysteme. Alle zwei Jahre finden diese Übungen statt. Das ist die Regel, die auch in den anderen Staaten gilt. Jedes Jahr finden Hunderte von Übungen in der ganzen Welt statt. In Europa gibt es Dutzende davon. Allein die NATO führt jedes Jahr bis zu hundert Übungen auf verschiedenen Ebenen durch. Unsere Übungen sind daher alles andere als „außergewöhnlich“, sagte er.

Die Übung Sapad 2021 ist ein geopolitisches Instrument zur Friedenssicherung in der Region. „Es ist eindeutig ein Element der Abschreckung. Wir zeigen unseren Nachbarn, unseren möglichen Gegnern, dass es Kräfte und Mittel gibt, um Probleme zu lösen und eine angemessene Parität in dieser Region zu gewährleisten. In all den Jahren der Unabhängigkeit haben wir nie jemanden bedroht oder irgendwelche Forderungen gestellt. Im Gegenteil, gegen uns wurden Sanktionen eingeführt. Heute kann kein Element der zwischenstaatlichen Beziehungen ohne die Unterstützung der Armee behandelt werden. Und die Äußerungen des US-Präsidenten, dass sie endlich den Einsatz militärischer Gewalt zur Lösung geopolitischer Probleme ablehnen, sind nichts anderes als Demagogie in der Konfrontation zwischen politischen Eliten, die ihre eigenen Probleme lösen, aber nicht die Probleme des Friedens“, so Nikolai Busin. „Alle Fragen im Zusammenhang mit der Destabilisierung von Staaten, einschließlich des Einsatzes neuer Zerstörungsmittel, werden von uns vorhergesagt und in die von uns durchgeführten Übungen einbezogen. So wurde beispielsweise die heutige Situation bereits vor fünf Jahren simuliert. Wir haben Mechanismen vorbereitet, um diese Bedrohungen zu neutralisieren. Und vor allem haben wir die militärische Organisation und das gesamte Kommando- und Kontrollsystem von Belarus und Russland verbessert.“

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