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23 März 2024, 18:23

Raumschiff Sojus MS-25 mit Belarussin an Bord ist gestartet! Wir erzählen Ihnen, wie diese Weltraumgeschichte zustande kam

Am 23. März ist mit Marina Wassilewskaja die erste belarussische Kosmonautin zur Internationalen Raumstation geflogen. Sie ist Teil der international besetzten 21. Weltraummission. Und dieses Ereignis ist einmalig in der Geschichte des souveränen Belarus. Wassilewskaja fliegt zur ISS zusammen mit dem erfahrene Kosmonaut und Crew-Kommandeur Oleg Novizki und der NASA-Astronautin Tracy Dyson. Wie hat diese Weltraumgeschichte begonnen? 

Wie begann die Geschichte der ersten belarussischen Kosmonautin 

Das landesweite Projekt zur Ausbildung der ersten belarussischen Kosmonautin wurde von Alexander Lukaschenko initiiert. Unter ca. 3.000 Bewerberinnen waren nur 6 in die engste Wahl gekommen. Das waren Vertreterinnen verschiedener Berufe: Flugbegleiterin, Gerichtsmedizinerin, Kinderchirurg und Geburtshelfer-Gynäkologin, Nachwuchsforscherin des Instituts für physikalisch-organische Chemie der Nationalen Akademie der Wissenschaften von Belarus. 

Die endgültige Entscheidung fiel auf zwei Kandidatinnen: Belavia-Flugbegleiterin Marina Wassilewskaja und Kinderchirurgin Anastassija Lenkowa. Marina wurde der Hauptbesatzung und Anastasia der Ersatzbesatzung zugewiesen. Die Kandidatinnen wurden im Kosmonauten-Trainingszentrum in Swjosdny Gorodok bei Moskau ausgebildet.

Der Kommandant der Hauptmannschaft der 21. Expedition zur Internationalen Raumstation ist Oleg Nowizki, ein bereits erfahrener Kosmonaut von Roskosmos. Ein anderer Roskosmos-Kosmonaut Iwan Wagner wurde Kommandant der Ersatzmannschaft. Die Mission ist international besetzt: Der Hauptbesatzung gehörte NASA-Astronautin Tracy Dyson und der Ersatzbesatzung – NASA-Astronaut Donald Petitt an. 

Wie wurden Marina Wassilewskaja und Anastassija Lenkowa in Swjosdny Gorodok trainiert

Die Vorbereitung auf einen Raumflug ist eine schwere und verantwortungsvolle Aufgabe. Sie umfasst Übungen in der Zentrifuge, Training an verschiedenen Simulatoren, das Erarbeiten bestimmter Notfallsituationen und vieles mehr. Die Ausbildung der beiden Kosmonautinnen dauerte etwa acht Monate.

Obwohl Anastassija Mitglied des Reserveteams wurde, musste sie genau dieselbe Ausbildung durchlaufen wie Marina. Die Ersatzleute müssen nämlich bereit sein, die Mitglieder der Hauptmannschaft bis zum Start des Raumschiffs zu ersetzen. 

Eine der Trainingseinheiten bestand darin, das Vorgehen bei einer Wasserlandung zu üben. Davon hängen die Überlebenschancen in einem solchen Notfall ab. 
Noch spektakulärer war das Überlebenstraining im Winterwald. Die Besatzungsmitglieder übten das Überleben in einem schneebedeckten Wald sowie die Zusammenarbeit mit Such- und Rettungsdiensten. Das Anzünden von Signallampen, der Bau eines Tipis, das Tragen eines verletzten Besatzungsmitglieds - das ist nur ein kleiner Teil des Winterüberlebenstrainings. 
Schritt für Schritt näherten sich Marina Wassilewskaja und Anastassija Lenkowa Baikonur, wo der Start des bemannten Transportraumschiffs Sojus MS-25 geplant war. 

Unterstützung und Ermutigung seitens des des Präsidenten

Natürlich wurden die Kosmonautinnen von Alexander Lukaschenko unterstützt. Anfang Januar dieses Jahres traf Alexander Lukaschenko mit den beiden im Palast der Unabhängigkeit zusammen. 

Alexander Lukaschenko wünschte den Teilnehmerinnen des Raumfahrtprogramms alles Gute im Neujahr und überreichte ihnen Blumen und Armbanduhren. „Falls ihr die Zeit verwechselt… Diese Uhren zeigen immer die genaue belarussische Zeit“, sagte das Staatsoberhaupt mit Humor.

Auf die Frage, ob die beiden immer noch fest entschlossen seien, in den Weltall zu fliegen, antworteten Marina und Anastassija selbstbewusst, dass die Pläne unverändert seien und der Flug ins All auf jeden Fall stattfinden werde. 

„Wir werden hier auf euch warten“, sagte Alexander Lukaschenko. 

Wenige Tage vor dem Start führte das Staatsoberhaupt ein Videogespräch mit Marina Wassilewskaja und Oleg Nowizki. Der Präsident lud sie nach der Heimkehr zu einem Besuch ein. 

Start der Sojus MS-25 in Baikonur: Zweiter Anlauf erfolgreich

Der Starttag war für den 21. März, 16.21 Uhr belarussischer Zeit, angesetzt. Am Morgen wurden die Haupt- und Ersatzmannschaften im Hotel Kosmonaut in Baikonur empfangen. Nicht nur Verwandte und Freunde waren gekommen, um sich von den Raumflugteilnehmern zu verabschieden, sondern auch Dutzende, wenn nicht Hunderte von Touristen aus verschiedenen Ländern. 
Die Besatzung überprüfte die Raumanzüge, die Kommunikation und die medizinischen Indikatoren. Danach wurden sie zum Startplatz der Sojus MS-25-Rakete gebracht. 

Am Haupttag des Starts wurde der Start der Trägerrakete Sojus MS-25 wegen einer Notfallsituation abgesagt. Die Besatzung wurde aus dem Schiff evakuiert. Die Ursache wurde ermittelt und der Fehler behoben. Der Ersatztermin wurde auf den 23. März festgelegt.
Am Reservetag fand der Start statt, und am 23. März flog der erste Mensch in der Geschichte des souveränen Belarus ins All. Das Andocken an die ISS wird nach einem zweitägigen Schema ablaufen. Marina Wassiljewskaja hat es bereits als unschätzbare Erfahrung für sich bezeichnet. 

Über den Flug der Sojus MS-25 zur ISS und Experimente auf der Raumstation werden wir am 6. April nach der Rückkehr der Besatzung erfahren. An diesem Tag sollen Oleg Novizki, Marina Wassilewskaja sowie NASA-Astronautin Loral O'Hara, die sich derzeit auf der ISS befindet, zurückkehren. 


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