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09 August 2022, 13:29

Senkowitsch: Nach Staatsstreich wollte ich Macht unter Sicherheitskräften aufteilen

MINSK, 9. August (BelTA) – Nach dem Staatsstreich hatte der Angeklagte Juri Senkowitsch die Absicht, die Macht unter den Sicherheitskräften aufzuteilen.

Aus dem Korrespondenzschreiben, das heute vor Gericht gezeigt wurde, geht hervor, dass die Macht von denjenigen geteilt wird, die „jetzt alles organisieren“. Der Staatsanwalt bat Juri Senkowitsch um eine Klarstellung. „Die Macht hätten die Sicherheitskräfte erhalten. Sie hätten entscheiden können, was sie damit tun sollten. Hergeben oder aufteilen. Niemand hätte ihnen irgendeinen Befehl erteilt. Dann haben wir besprochen, wie wir uns verhalten sollten, wenn sie die Macht übergeben hätten“, sagte der Angeklagte.

Es ging um ein Dokument, das Juri Senkowitsch per E-Mail von einem anderen Angeklagten, Alexander Feduta, erhalten hatte. Feduta bat darum, den vollständigen Inhalt des Dokuments vor Gericht zu lesen. Als der Staatsanwalt entgegnete, dass dies nicht notwendig sei, verlas Alexander Feduta selbst die Fragmente der Verfassung, die im Falle einer erfolgreichen Machtübernahme durch die Angeklagten angenommen werden sollten.

Er erklärte, dass die einzige Form der Machtübergabe die Wahlen sind, die im Einklang mit der Verfassung abgehalten werden. Der Staatsanwalt fragte, warum Alexander Feduta in einem solchen Fall an einer Verschwörung beteiligt war, die der Verfassung widersprach. „Ich glaube, dass die Ereignisse nach dem 9. August 2020 bestätigt haben, dass die Möglichkeiten einer Machtübergabe auf verfassungsmäßigem Wege ausgeschöpft waren. Außerdem garantiert die Verfassung die Transparenz der Wahlen und die Möglichkeit, in allen Phasen, einschließlich der Auszählung der Stimmen, frei an der Wahlkontrolle teilzunehmen“, sagte Alexander Feduta.

Den Aussagen von Juri Senkowitsch konnte man entnehmen, dass man beabsichtigt hatte, die Macht unter den Militärs aufzuteilen. Hätte Swetlana Tichanowskaja am Prozess der Machtteilung teilnehmen wollen, wäre das erst möglich gewesen, nachdem die erforderliche finanzielle Unterstützung gewährt worden wäre.

Die Anhörung in der Strafsache begann am 29. Juli. Das Regionalgericht Minsk befasst sich mit dem Fall. Zuerst wurde er hinter verschlossenen Türen behandelt, danach aber öffentlich. Fünf Personen werden im Strafverfahren angeklagt: Juri Senkowitsch, Alexander Feduta, Grigori Kostussjow, Olga Golubowitsch und Denis Krawtschuk.

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