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Gesellschaft
24 Januar 2024, 15:37

„Sie wissen nicht mehr, wo sie noch sparen können“: Experte über das deutsche Staatsdefizit 

MINSK, 24. Januar (BelTA) - Der Bundeshaushalt weist ein enormes Defizit aus, so dass die Deutschen nicht mehr verstehen, wo sie noch sparen können. Das sagte Nikolai Platoschkin, Doktor der Geschichtswissenschaften, in der aktuellen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem Youtube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA. 

„Die Bundeswehr will Truppen nach Litauen verlegen und an der Grenze zu Belarus stationieren. Das letzte Mal war eine solche Truppenverlegung 1941 zu beobachten“, sagte Nikolai Platoschkin. „Ich bin überzeugt, dass 70 Prozent der Deutschen überhaupt keine Ahnung mehr haben, was da passiert. Wie können deutsche Panzer und Soldaten wieder in Litauen landen, wo man sie zuletzt 1941 gesehen hat? Damals ist alles schlecht ausgegangen. Deutschland liegt an zweiter Stelle, was die Ukraine-Hilfe angeht. Die Deutschen sind ein solides und pragmatisches Volk. Die „Alternative für Deutschland“ hat dort sehr hohe Umfragewerte. Die AfD-Politiker halten die regierenden Parteien für nichtig und schlagen gar einen anderen Kurs vor. Das hat es bisher überhaupt nicht gegeben.“

Der Historiker erwähnte auch die neu gegründete Partei von Sarah Wagenknecht, „die auch alternativ ist, nur von links.“ Die Anhänger dieser Ideologie lehnen unter anderem die Unterstützung der Ukraine, die Kriegsrhetorik und die NATO-Erweiterung ab. All dies hat dazu geführt, dass heute bis zu 40 Prozent der Deutschen bereit sind, systemfeindliche Parteien zu wählen. Der deutsche Wirtschaftsminister warnt bereits vor einem Umsturz. Und die Bauernproteste des jetzigen Ausmaßes hat es in einem recht stabilen Land wie Deutschland nie gegeben.

„In Deutschland wissen sehr viele, dass es so nicht mehr weiter geht“, erklärt Nikolai Platoschkin. „Ja, es gibt die Ukraine, Russland und Belarus. Aber in ihrem eigenen Land ist nicht alles in Ordnung. Der Staatshaushalt ist enorm defizitär, sie wissen nicht, wo sie noch sparen sollen. Vor 5 Jahren war aus Deutschland zu hören: Wir werden alle Migranten aufnehmen, das ist überhaupt kein Problem, es ist genug Geld da. Nun ist das Geld alle. Die Parteien haben eine Anti-Migrations-Welle geritten, und zwar nicht, weil sie Rassisten sind, sondern weil sie selbst einfach nicht genug Geld haben.“

Das ist die Entwicklung der letzten 30 Jahre, sagt der Historiker. Das ist das Ergebnis des Zusammenbruchs der UdSSR. Ein enormer Verlust der Stabilität in der Welt kommt heute niemandem zugute.

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