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02 März 2022, 11:07

Trauertag: Vor 80 Jahren erschossen die Nazis rund 5.000 Gefangene von Minsker Ghetto

Vor 80 Jahren, am 2. März 1942, erschossen die Nazis rund 5.000 Gefangene von Minsker Ghetto im Vorort Rakowskij. Ebenfalls lebendig begraben wurden 200 jüdische Insassen des Waisenhauses und ihre Erzieherinnen. Die Kinder schrien und bettelten um Gnade, während sie mit Erde bedeckt wurden und ein SS-Offizier am Graben entlang lief und ihnen Süßigkeiten zuwarf.

An diesem schrecklichen Ort wurde 1947 ein bescheidener Obelisk zum Gedenken an die von den Nazis brutal ermordeten Menschen errichtet, beginnend mit der Gedenkstätte "Die Grube". Es war das erste Denkmal für die Opfer des Holocaust in der UdSSR und auch das erste Denkmal in der Sowjetunion, auf dem eine jiddische Inschrift erlaubt war. Der Text stammt vom Dichter Chaim Maltinskij: "Ein gesegnetes Andenken in alle Ewigkeit an die fünftausend Juden, die am 2. März 1942 durch die Hand der bösartigen Feinde der Menschheit - der faschistisch-deutschen Übeltäter – starben."

1989 wurde auf Initiative ehemaliger Häftlinge des Minsker Ghettos in der Nähe der Gedenkstätte die Allee der Gerechter unter den Völkern gepflanzt, wo an den gepflanzten Bäumen Gedenktafeln mit den Namen der belarussischen Einwohner angebracht wurden, die während des Großen Vaterländischen Krieges Juden gerettet hatten.

Im Jahr 2000 wurde die Bronzeskulptur "Die letzte Reise" in der Grube-Gedenkstätte installiert und entlang der 17 Stufen, die zur Mitte der Gedenkstätte führen, aufgestellt. Es zeigt 27 ineinander verschlungene Figuren von zum Tode verurteilten Märterern, die auf den Grund der Grube hinabsteigen. Der Bau des Denkmals dauerte acht Jahre lang, und alle Arbeiten wurden von Hand ausgeführt.

Am 29. November 2021 wurden 10 neue Gedenktafeln mit den Namen von Rechteschaffnern in der Allee angebracht. Zehn weitere Personen und Familien, die Juden während des Holocausts gerettet hatten, wurden in diese Gedenkliste aufgenommen.

Am 27. Januar 2022 fand in der Grube-Gedenkstätte die jährliche Gedenkfeier zum Internationalen Holocaust-Gedenktag statt. Die Vertreter des ausländischen diplomatischen Korps, internationaler und nichtstaatlicher Organisationen sowie religiöser Gemeinschaften legten Blumen an der Gedenkstätte nieder.

Jedes Jahr finden an der Gedenkstätte Gedenkfeiern statt, bei denen Blumen niedergelegt und eine Schweigeminute eingelegt werden. Daran nehmen Vertreter der Bezirksverwaltung, öffentlichen Organisationen und Belegschaften, Parlamentsabgeordnete und ausländische Gäste teil.

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