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09 Februar 2024, 19:31

Videoaussage des Opfers im Fall Katrjuk vor Gericht gezeigt 

MINSK, 9. Februar (BelTA) – Eine Videoaussage von Iossif Schatilo, dem einzigen lebenden Opfer im Strafverfahren gegen den Chatyn-Henker Wladimir Katrjuk, ist heute im Obersten Gericht gezeigt worden.

Schatilo wurde noch im September 2021 und im Oktober 2023 von den Ermittlern im Rahmen der Ermittlungen wegen des Genozids vernommen. Iossif Schatilo wurde 1931 geboren und lebt heute im Dorf Kosyrewo bei Logoisk. Er erzählte darüber, wie sein Bruder (geb. 1924) eine Strafaktion des 118. ukrainischen Polizeibataillons unter dem Kommando von Grigori Wasjura überlebt hatte. Den zweiten Bruder von Schatilo, der 1911 geboren wurde, haben die Nazis erschossen.

Nach Angaben des Opfers geschah es, als seine Brüder und andere Dorfbewohner auf Befehl des Dorfältesten Holz im benachbarten Wald sägten. Die Deutschen umzingelten damals die Arbeiter, die nur mit Äxten und Sägen bewaffnet waren, zogen sie aus dem Wald auf den Asphalt und trieben sie nach Pleschenizy. Unterwegs haben jene Männer, die jünger waren, die Flucht ergriffen, und wer es nicht schaffte, wurde auf den Asphalt geworfen. Sie alle wurden erschossen, etwas mehr als 30 Männer. Unter den Erschossenen waren die beiden Brüder von Iossif Schatilo. Einer überlebte, weil er etwas abseits lag, der andere wurde von vier Kugeln in die Brust getroffen.

Iossif selbst versteckte sich während der Strafaktionen mit seiner Mutter im Wald. Sein Bruder behauptete, bei den Henkern habe es sich um Ukrainer gehandelt.

Im Gericht wurden auch die Zeugenaussagen ehemaliger Nazi-Kollaborateure verlesen, darunter die von Grigori Wasjura und Wassili Meleschko, die im 118. Polizeibataillon dienten. Dieses Bataillon ist für die Vernichtung des Dorfes Chatyn bekannt.

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