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21 September 2022, 17:09

„Wenn Westbelorussland ein Teil Polens geblieben wäre...“. Historiker über Wiedervereinigung des Landes

MINSK, 21. September (BelTA) – Sergej Alexandrowitsch, Dr. der Geschichtswissenschaften und Dozent am Lehrstuhl für die Geschichte der Süd- und Westslawen an der Belarussischen Staatlichen Universität, hat im Youtube-Projekt der Telegraphenagentur BelTA „Thema im Gespräch“ darüber erzählt, was mit Westbelorussland passiert wäre, wenn die Wiedervereinigung 1939 nicht stattgefunden hätte.

„Wäre Belarus nicht in die „UdSSR-Familie“ aufgenommen worden, hätte es keine Chance gehabt, sich so schnell zu entwickeln und die Nachkriegsjahre zu überstehen. Es hat der Anstrengungen eines großen Landes bedurft - materiell wie menschlich - um das Zerstörte wiederherzustellen. Wir hatten in der Tat sehr gelitten. Ein berühmtes Beispiel ist die Reise von Stalin zur Potsdamer Konferenz. In Minsk hat er einen Zwischenstopp gemacht. Zusammen mit Panteleimon Ponomarenko betrat er den Bahnsteig und sah mit eigenen Augen, wie Minsk aussah: Die Ruinen des Opern- und Balletttheaters waren vom Bahnhof aus zu sehen. Er war beeindruckt. Er sagte: „Hier werden wir helfen“, erzählte Sergej Alexandrowitsch.

In Belarus wurden enorme Mittel investiert. Es wurde sehr viel dafür getan, damit Belarus als Industriestandort wachsen konnte. „Als Beispiele kann ich die Baustellen für die Gründung des Traktorenwerks MTZ und des Minsker Automobilwerks MAZ anführen. Das waren Produktionsstätten mit aus Deutschland ausgeführten Anlagen, eine Art von Reparationen. Das wurde oft belächelt. Diese Werke konnten anderswo gebaut werden, aber es wurde beschlossen, Minsk zu einem Industriezentrum zu machen. Und heute haben wir Industriegiganten, sie sind der Stolz des Landes. Das sind Marken, daran erkennt man Belarus in der ganzen Welt“, so der Geschichtswissenschaftler. Er fügte hinzu: „Jeder andere Entwicklungsweg hätte nicht so viele Möglichkeiten zugelassen. Es wäre unmöglich gewesen, dieses Niveau wiederherzustellen und zu erreichen. Die Investitionen der UdSSR betrafen auch das Westbelorussland“.

Wäre Westbelorussland ein Teil Polens geblieben, hätten die Belarussen in diesem Fall eine andere Sprache gesprochen und ganz andere Probleme erörtert, wenn überhaupt. „Die Geschichte hätte dann einen anderen Lauf genommen. Und die Menschen wären ganz anders gewesen, auch zahlenmäßig. Und hätte es überhaupt eine BSSR gegeben? Die beiden Eckpfeiler sind die Wiedervereinigung 1939 und die Tatsache, dass wir im Großen Vaterländischen Krieg an der Seite des sowjetischen Volkes standen. Es scheint einfach zu sein, aber in Wirklichkeit wurde viel Blut vergossen, um dieses Fundament aufzubauen. Und auf diesem Fundament haben wir heute unsere nationale Idee, unsere Wirtschaft und unsere Politik weiterentwickeln. Wir schaffen das“, resümierte Sergej Alexandrowitsch.

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