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15 Februar 2024, 17:02

„Wer am Boden lag, wurde erledigt“. Heimatforscher erzählt über Erschießung von Holzfällern am Vorabend des Chatyn-Massakers 

MINSK, 15. Februar (BelTA) - Im Fall Katrjuk, der vor dem Obersten Gericht verhandelt wird und historische Gerechtigkeit in Bezug auf die Bestrafung des Mörders von Chatyn herstellen soll, wurde heute ein weiterer Zeuge befragt. Der HeimatforscherAlexander Pawljukowitsch erzählte während der Vernehmung, wie die SS-Leute am 22. März 1943 auf der Landstraße Pleschenizy - Logoisk eine Gruppe Holzfäller erschossen.

Der Zeuge erzählte von den Ereignissen, die ihm durch historische Recherchen bekannt wurden, die er auf eigene Initiative durchgeführt hat. Unter anderem untersuchte er die Ereignisse, die am 22. März 1943 auf der Landstraße Pleschenitz - Logoisk stattfanden, als Partisanen Hauptmann Hans Welke töteten. 

Es ist bekannt, dass die Deutschen nach dem ersten Partisanenangriff, der am 19. März in diesem Gebiet stattfand, den Dorfvorsteher von Kosyri zwangen, alle Dorfbewohner zum Holzhacken auf die Straße zu schicken. Dies geschah seiner Meinung nach mit dem Ziel, die Partisanen nicht vorrücken zu lassen: Der Wald reichte damals bis an die Straße heran. „Die Deutschen beschlossen, diesen Waldstreifen abzuholzen. Die Dorfbewohner von Kosyri gingen hin - es war am Morgen des 22. März“, sagte der Zeuge und fügte hinzu, dass sie den Wald in der Nähe des Dorfes Guba abholzten, das heute nicht mehr existiert. Es befand sich etwa zwei Kilometer von der Abzweigung nach Chatyn entfernt.

Nach dem Partisanenüberfall, bei dem Hans Welke getötet wurde, „gaben sie ein Signal an Kerner, Kommandeur des 118. Schutzmannschaftsbataillons, der Verstärkung aus Logoisk anforderte, wo zu dieser Zeit das Strafbataillon von Oskar Dirlewanger stationiert war.“ Eine deutsche Kompanie und der Zug von Melnitschenko wurden an den Ort geschickt.

 


Auf die Frage, warum sich die deutsche Kolonne aus Pleschenizy so langsam bewegte, vermutete der Zeuge, dass die Männer die Telefonleitungen überprüften, welche die Partisanen zuvor aus dem Hinterhalt beschädigt hatten.

In einem Partisanenakt, der in den Archiven gefunden wurde, hieß es, dass an diesem Ort über 20 Menschen getötet wurden.

Der Heimatforscher sagte, dass die Polizisten einen Teil der Dorfbewohner auf der Straße nach Pleschenizy begleiteten. „In der Nähe von Guba trafen sie auf einen Autokonvoi, der auf dem Weg zur Hilfe war. Aus dem Konvoi waren Schreie zu hören: „ Wohin bringt ihr sie, das sind Partisanen, man sollte sie erschießen!“. Dabei handelte es sich bei rund 50 Dorfbewohner von Kosyri um Bauern, Frauen und Kinder“, erzählte der Zeuge.

Seinen Angaben zufolge fingen die Soldaten, die vorne gingen und die Einheimischen bewachten, an, mehr Platz zu räumen. Die Menschen dachten, jetzt würden sie erschossen. Sie flohen in den Wald, auf sie wurde geschossen. Einige Menschen konnten überleben. Nadeschda Schalupina hatte 7 Wunden, aber sie war am Leben geblieben. Sie sagte im Fall Wasjura aus.

Auf die Frage, wer auf die Menschen geschossen hat, erwiderte der Zeuge, dass sowohl die Konvois als auch die zur Hilfe gekommenen SS-Leute das Feuer auf die fliehenden Holzfäller eröffneten. Dann wurden die Dorfbewohner „eingesammelt, aufeinandergestapelt und wer noch am Leben war, wurde erledigt“, erzählte der Heimatforscher.

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