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Gesellschaft
14 Februar 2024, 16:59

Wie gefährden westliche Doppelstandards die Zusammenarbeit in der Antarktis? Die Meinung der Wissenschaftler 

MINSK, 14. Februar (BelTA) - Alexej Gaidaschow, Leiter der 16. belarussischen Antarktis-Expedition, sprach in der aktuellen Ausgabe von "Post Faktum: Entscheidungen des Ersten" auf dem Youtube-Kanal der Telegrafenagentur BelTA über die Doppelstandards des kollektiven Westens in der Antarktis. 

 

Alexej Gaidaschow erinnerte daran, dass der Antarktisvertrag 1959 auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges geschlossen wurde. Sein Hauptziel war es, die Nutzung der Antarktis im Interesse der gesamten Menschheit und ausschließlich zu friedlichen Zwecken zu gewährleisten. Das Dokument spricht von der Freiheit der wissenschaftlichen Forschung und fördert die internationale Zusammenarbeit.

Formal, so der Wissenschaftler, würden diese Postulate auch heute noch befolgt. Tatsächlich aber zeige sich auch hier die Doppelmoral des kollektiven Westens, der seinen Konkurrenten die Arme verdrehen wolle. Das reicht vom Verbot des Verkaufs und der Wartung von Messinstrumenten und technischen Hilfsmitteln bis hin zu Problemen beim trivialen Austausch von Wetterinformationen, die (Achtung!) die Sicherheit von Flügen über dem Kontinent gewährleisten.

"Unter verschiedenen Bezeichnungen werden in der Antarktis besondere Schutzgebiete oder Zonen von besonderem wissenschaftlichen Interesse ausgewiesen. Das sind riesige Gebiete. Sie gehören de jure nicht zu den Staaten, aber das sind alarmierende Fakten. Der Zugang zu diesen Gebieten ist beschränkt und nur mit Sondergenehmigungen möglich. Das bedeutet, dass versucht wird, im Interesse einzelner Länder eine Art Kuratel über große Gebiete der Antarktis zu errichten. Dies widerspricht grundsätzlich dem Geist und den Prinzipien des Antarktisvertrages. Und eine Reihe von führenden Ländern - Lokomotiven des Antarktisvertrags (auch die Republik Belarus hat sich diesem Prozess angeschlossen) - widersetzen sich aktiv diesen Punkten", betonte Alexej Gaidaschow.

Außerdem werden Keile in die seit Jahrzehnten erarbeiteten logistischen Fragen getrieben, die wichtigsten gemeinsamen wissenschaftlichen Projekte werden beschnitten. "Das Fehlen einiger Puzzleteile, die von Russland, Belarus und Wissenschaftlern befreundeter Länder beigesteuert wurden, wird es uns nicht ermöglichen, ein endgültiges Bild der Antarktis zu erhalten", fügte der Leiter der belarussischen Antarktisexpedition hinzu.

Wie im Vorgriff auf diese Ereignisse hat die belarussische Seite bei der Einrichtung einer eigenen Station in der Antarktis zunächst einheimischen wissenschaftlichen Geräten den Vorzug gegeben.

"Damals war die Frage der Importsubstitution nicht so akut. Es gabt etwas im Westen, es gabt etwas in China, oder in Lateinamerika. Wenn wir brauchten, kauften wir es, mögen nur die Finanzen dafür vorhanden sein. Diejenigen, die keine Schlagworte mögen, mögen mir verzeihen, aber dies sind keine Schlagworte, glauben Sie mir. Es war ein Blick in die Zukunft, eine Erkenntnis, dass dies passieren könnte - wir leben in einer Welt, die zu wackelig ist. Wir sind praktisch aus wissenschaftlicher Sicht und aus der Sicht der technologischen Sicherheit jetzt in einem größeren Maße unabhängig von diesen "Winden" und anderen Sanktionsmomenten. Das ist Weisheit, aber Staatsweisheit, die Fähigkeit zu kalkulieren und in die Zukunft zu sehen", betonte Alexej Gaidaschow.

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