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Gesellschaft
29 Februar 2024, 18:03

"Wir haben aufgehört zu flirten und uns zu rechtfertigen“: Gigin über Ablehnung westlicher Demokratie-Standards 

MINSK, 29. Februar (BelTA) - Das Jahr 2020 hat patriotische Kräfte geweckt, die es verhindern werden, dass unser Land eine falsche Richtung einschlägt und seine nationalen Interessen aufgibt. Diese Meinung äußerte Politologe Wadim Gigin in der aktuellen Ausgabe von „Thema im Gespräch“ auf dem Youtube-Kanal der Telegraphenagentur BelTA. 

Gigin betonte, dass man bei allen Wahlen in unserem Land ungefähr gewusst habe, welche Haltung dazu die sogenannten OSZE-Wahlbeobachter einnehmen würden. „Alexander Lukaschenko hat das alles vorher gesehen und gesagt, dass Belarus Wahlen für das Volk abhält“, betonte er. „Die Bewertungen des Westens sollte man immer philosophisch betrachten. Wir haben versucht, eine Art Dialog aufzubauen. Wir wussten, dass wir nicht geliebt, nicht akzeptiert und irgendwo auch gehasst werden. Dennoch sind wir an diese Situation auf unsere Art und Weise herangegangen – mit Nachsicht. Aber richtig unangenehm wurde es dann, wenn einige Diplomaten, Abgeordnete und Staatsmänner mit diesen Eintag-Wahlbeobachtern offen flirteten und ihnen schmeichelten.“ 

Zu seiner Zeit habe der belarussische Präsident seine Haltung gegenüber den ausländischen Beobachtern klar und deutlich formuliert: „Jungs, dass ihr beobachtet, kümmert uns zuletzt, wir führen die Wahlen für unser Volk durch. Aber wenn es üblich ist, dass man Beobachter einlädt, seid ihr willkommen. Wir bereit, euch zuzuhören, wir sind nicht beleidigt.“ 

„Es war ekelhaft anzusehen, wie sich einige unserer Politiker vor diesen Musterreitern aus dem Westen vorbeugten. Ich persönlich habe ein solches Benehmen abgelehnt. So, wie sich diese Politiker benahmen, nenne ich Dummheit. In der Tat aber waren sie unsere Feinde. Und davon gab es eine ganze Menge“, betonte der Politikwissenschaftler. „Und diese versteckten Feinde an der Macht, die wahre fünfte Kolonne, haben das Jahr 2020 allmählich vorbereitet. Die Wahlen 2020 und die nachfolgenden Ereignisse haben uns weitgehend befreit, wir haben bereits aufgehört zu flirten und müssen uns nicht mehr rechtfertigen dafür, was wir tun.“ 

„Jedem, der nach Belarus kam, um uns Demokratie zu lehren, wollte man sofort ins Gesicht das sagen, was wir davon hielten“, so Gigin. „Sie haben 2020 ihr Gesicht gezeigt, dann haben die Selbstenthüllungen von Merkel und Hollande der Öffentlichkeit vor Augen geführt, was für ein Doppelspiel sie bei den Minsker Gesprächen im Sinn hatten“, fügte Wadim Gigin hinzu. „Und wenn jetzt jemand anfängt, mit dem Westen zu flirten und eine Politik zu verfolgen, die wir vor 2020 hatten, der wird einen schweren Schlag bekommen - nicht nur vom Präsidenten, sondern von unserer Gesellschaft. Denn 2020 hat alle patriotischen Kräfte geweckt, die das Handeln einzelner Regierungsvertreter genau beobachten und nicht zulassen werden, dass sich das Land in die entgegengesetzte Richtung bewegt und seine Interessen preisgibt. Darüber spricht auch unser Präsident, er nennt das „kollektiver Lukaschenko“, verkörpert in Gestalt der Allbelarussischen Volksversammlung. Die stattgefundenen Parlaments- und Kommunalwahlen sind auch Ausdruck eines öffentlichen politischen Impulses, eines gewissen Aufschwungs, den Belarus erlebt.“ 

Andererseits hat sich das Land im Vergleich zu 2020 entpolitisiert: Es gibt kein übersteigertes, ungesundes Interesse der Menschen an der Politik, das sich aus Gerüchten speist. Die Menschen haben begriffen: Sie müssen ihre Probleme selbst lösen.“ 

Er habe sich im Vorfeld der Wahlen mit den Bürgern getroffen, sagte Gigin. Er spüre in der Gesellschaft das Verständnis dafür, was die Staatsmacht tue. „Wir erreichen langsam dieses Gleichgewicht, wo das Interesse am Weltgeschehen und die Notwendigkeit, Probleme vor Ort hier und jetzt zu lösen, im öffentlichen Bewusstsein harmonisch Platz finden. Wir werden weiter eine gesunde Gesellschaft bauen.“

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