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Gesellschaft
10 November 2021, 14:04

„Wir kamen mit Kindern und werden mit Waffen empfangen“: Migrantenlager an der Grenze. Tag 3

GRODNO, 10. November (BelTA) – Kälte und Ungewissheit: Flüchtlinge, die an der Grenze zu Polen festsitzen, erzählen der Telegraphenagentur BelTA darüber, was in ihrem Lager passiert.

Am Morgen des 8. November wurde eine große Gruppe von Migranten in der Nähe des Grenzübergangs Bruzgi gesichtet. Sie bewegten sich auf die belarussisch-polnische Grenze zu. Die Flüchtlinge, von denen die meisten irakische Staatsbürger sind und die kurdische Staatsangehörigkeit besitzen, versuchen, in die Europäische Union zu gelangen. Nach Polen werden sie nicht durchgelassen. Ihr endgültiges Ziel, so sagen die Flüchtlinge, ist Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

„Unser Kurdistan ist reich an Öl, aber einfache Menschen wie wir haben einfach keine Möglichkeit, ein normales Leben zu führen und Kinder aufzuziehen. Eines Tages werden wir in unser Land zurückkehren und die Führung übernehmen. Wenn ihr uns erlaubt, die Grenze zu überqueren, werden wir eure Hymne singen und eure Fahnen an unseren Häusern aufhängen“, will einer der Migranten seine Botschaft an Polen vermitteln. Er erinnert daran, dass Tausende von polnischen Flüchtlingen im Jahr 1942 nach Kurdistan kamen. Sie wurden von den Einheimischen begrüßt und unterstützt. Heute gibt es keine Gegenseitigkeit mehr.

„Wir sind mit Kindern gekommen und werden mit Gewehren empfangen“, sagt der Mann. Er betont, dass es im Lager viele Kinder gibt. „Es gibt auch schwangere und hochschwangere Frauen“, gibt der Mann zu.

Die Flüchtlinge haben im Moment keine Probleme mit Lebensmitteln. Gestern und heute erhielten sie humanitäre Hilfe. Sie werden auch mit Wasser versorgt. Das größte Problem ist die Kälte, wie sie zugeben. Sie machen Lagerfeuer und versuchen, sich in Zelten und Schlafsäcken warm zu halten. „Aber schlafen können wir nicht richtig. Ein weiteres Problem ist die Ungewissheit. Wir müssen nur warten, bis wir über die Grenze dürfen“, sagt ein anderer Mann.

Nach verschiedenen Schätzungen befinden sich jetzt fast 3.000 Menschen im Migrantenlager. Etwa 500 davon sind Kinder.

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